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„Das Leid dieser Menschen hat mich berührt“

Peine „Das Leid dieser Menschen hat mich berührt“

Peine/Türkei. Seyhmus Davudili wollte helfen - und konnte sich auf seine Peiner Mitmenschen verlassen. In Zusammenarbeit mit Caritas und Diakonie hatte der 39-Jährige Spenden für Jesiden gesammelt

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Kevin Davudili (r.) mit jungen Flüchtlingen im Flüchtlingslager in Çinar. Rund 300 Flüchtlinge leben dort in Hallen (Hintergrund).

Gemeinsam mit seinem Sohn Kevin besuchte er zwei Flüchtlingslager in der Osttürkei. Dorthin hatten sich die Menschen aus dem Irak und Syrien vor dem Terror des „Islamischen Staat“ (IS) in Sicherheit gebracht.

Das Schicksal derer, denen sie geholfen haben, sei kaum vorstellbar, sagen Seyhmus (39) und sein Sohn Kevin (19). Im Dezember waren die beiden Peiner in die Osttürkei aufgebrochen. Seyhmus Davudili und sein Sohn verteilten in zwei Flüchtlingslagern nahe der syrischen Grenze Lebensmittel, Hygieneartikel und kleine Geschenke, die sie vor Ort von den Spendengeldern aus Peine gekauft hatten.

Und sie hörten die Geschichten derer, die vor Monaten aus ihren Leben gerissen wurden, die Wohnungen und Häuser gegen Zelte oder Baracken in Flüchtlingslagern eintauschen mussten - Geschichten vom Verlust des Alltags, von der Angst vorm Sterben.

Anfang August begann die Terrororganisation IS mit der Offensive in Irak und Syrien. Zehntausende Andersgläubige flüchteten vor der brutalen Machtübernahme. „Als ich im Fernsehen von den ersten Angriffen des IS in Syrien gehört habe, wollte ich den Flüchtlingen sofort helfen“, sagt Seyhmus Davudili. Mit Caritas und Diakonie hatte der Peiner, selbst Jeside, im Oktober einen Spendenaufruf für die Flüchtlinge gestartet.

Zwei Monate später flog der Peiner mit seinem Sohn Kevin in die Türkei, um sich vor Ort ein Bild von der Lage der Flüchtlinge zu machen und zu helfen. „Die Flüge haben wir natürlich selbst bezahlt“, sagt Seyhmus Davudili.

Zwei Flüchtlingslager hatte sich Davudili für die Hilfe ausgesucht: eines in Diyarbakir, in dem rund 5000 Flüchtlinge leben, das andere in Çinar. Dort leben 300 Jesiden. „Wir waren die ersten, die in dem Lager in Çinar waren“, sagt der 39-Jährige. Davudili kommt aus der Region in der Osttürkei, Freunde und Familie unterstützten ihn bei der Koordinierung der Hilfe aus dem Peiner Land.

Der Familienvater wird nicht müde zu unterstreichen, wie wichtig ihm die Hilfe vor Ort war - und wie dankbar er und die Flüchtlinge über eben diese Hilfe aus dem Peiner Land waren. „Sie haben sich riesig gefreut, dass jemand ihnen helfen möchte“, berichtet der Peiner.

Das Leben in den Flüchtlingslagern sei eine Zumutung. In Diyarbakir, dem größeren der beiden Flüchtlingslager, würden die Bewohner in Zelten leben. „Das ist nichts für länger“, sagt Kevin Davudili. Im Winter werde es in der Türkei genauso kalt wie in Deutschland. „Regelmäßig fällt der Strom aus.“ Da würden auch die kleinen Heizlüfter kaum etwas bringen. Vater Seyhmus: „Wenn man die Situation dort sieht, weiß man wirklich, wie gut es uns allen geht.“

Vater und Sohn kauften vor Ort Lebensmittel wie Reis, Zucker und Pistazien, dazu Hygieneartikel, darunter Shampoo, Windeln und Feuchttücher. Man habe den Menschen den Alltag ein bisschen leichter manchen wollen. Der Großteil der Spende ging an das 300 Menschen fassende Lager in Çinar. „Dort konnten wir zumindest allen Leuten helfen.“ Im Verhältnis zu anderen Flüchtlingslagern ginge es den Menschen dort besser. „Sie hatten abgetrennte Bereiche in Lagerhallen. Je Raum leben fünf Jesiden zusammen“, erzählt Seyhmus Davudili. Im größeren Flüchtlingslager verteilten die beiden Peiner Jesiden Brot. „Für mehr hat das Geld aus den Spenden nicht gereicht.“

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