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Dankbarkeit: Familien helfen Flüchtlingen

Peine Dankbarkeit: Familien helfen Flüchtlingen

Peine. Ein wenig schüchtern sitzt er ihnen gegenüber, überwältigt von der großen Freundlichkeit, die ihm die syrische Flüchtlingsfamilie entgegenbringt. Der Peiner ist ein neuer Pate des Vereins „Familien für Familien“, der ehrenamtliche Helfer aus Peine mit Flüchtlingsfamilien zusammenbringt, um sie in ihrem Alltag in der fremden Stadt zu unterstützen.

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Erstes Kennenlernen: Anna Friedrich (Mitte) vom Vorstand des Vereins „Familien für Familien“ macht einen neuen Paten aus Peine (vorn) mit einer syrischen Flüchtlingsfamilie bekannt.

Quelle: Janine Kluge

„Danke, danke, vielen herzlichen Dank“, übersetzt Tarek aus dem Arabischen ins Englische. Er wohnt wie die Familie in der Unterkunft am Lehmkuhlenweg und hilft, wenn dem Verein das Geld für einen Dolmetscher fehlt. „Wir arbeiten ehrenamtlich und ohne finanzielle Zuwendungen“, erklärt Anna Friedrich vom Vorstand des Peiner Vereins.

Dieser ist einst in kleiner Runde durch eine Vision entstanden, so die Peinerin. Das Ziel: Jede ankommende Flüchtlingsfamilie soll durch eine Patenschaft unterstützt werden, jeder soll ein vertrautes Gesicht in einer fremden Stadt, einem fremden Land und einer fremden Kultur haben. Für die fünfköpfige Familie aus Syrien ist der 54-jährige Peiner jetzt diese vertraute Person.

Und die Stimmung ist sofort herzlich. Sympathie ist schnell entwickelt, man tauscht Namen und Telefonnummer aus, verabredet sich für die nächste Woche. Der Vater, der vor drei Monaten mit seiner Frau und seinen drei Töchtern vor dem Terror und dem Krieg geflohen ist, erzählt von ihrer monatelangen Flucht, von der dramatischen Überfahrt von Libyen nach Italien, davon, dass die Polizei den Vater von seinen Töchtern trennte, von der Irrfahrt über die Schweiz nach Deutschland bis nach Peine. Und trotzdem lächeln sie, freuen sich über die Unterstützung durch den engagierten Mann aus Peine. Ein Wort fällt immer wieder – „danke“, und immer wieder „danke“.

„Für mich ist es selbstverständlich zu helfen“, sagt der Peiner. „Meine Mutter hat oft von der Zeit im Krieg erzählt, von der Angst und dem Leid. Sie war ein Flüchtling im eigenen Land.“ Nun möchte der dreifache Familienvater anderen Flüchtlingen helfen. Bereits im April hat er Kontakt zu dem Verein aufgenommen, hat sich seither grundlegend informiert. „Ich wollte helfen und habe bei verschiedenen Stellen nachgefragt. Doch bei diesem Verein hatte ich das Gefühl, das es etwas Nachhaltiges ist, eine konkrete Hilfe, die über Spenden hinaus geht“, so der Peiner.

Erste Aufgabe wird es nun sein, die Familie bei Behördengängen zu unterstützen und dabei, Deutsch zu lernen. Denn ohne Sprachkenntnisse kann der große Wunsch des Vaters nicht erfüllt werden: Arbeit.

  • Wer Interesse hat, den Verein zu unterstützen, kann sich unter der Rufnummer 05171/5403399 oder per Email an familien-fuer-familien@gmx.de an den Verein wenden.
  • Weitere Infos gibt es im Internet auf der Seite www.familien-fuer-familien.eu.
  • Der Verein arbeitet ehrenamtlich und finanziert sich über Spenden.

ju

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