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DDR-Vortrag im Friedrich-Spee-Haus: Freya Klier berichtete über das DDR-Regime

Peine DDR-Vortrag im Friedrich-Spee-Haus: Freya Klier berichtete über das DDR-Regime

Peine. Die Teilung Deutschlands in Ost und West sowie das damalige Leben in der DDR liegen zwar viele Jahre zurück, doch die Erfahrungen sind noch immer tief in den Herzen der betroffenen Menschen verankert. Freya Klier, eine in Dresden geborene Autorin, Regisseurin, Bürgerrechtlerin und Zeitzeugin, sprach gestern im Friedrich-Spee-Haus über ihre Erlebnisse. Sie erzählte vom DDR-Regime und den Machtspielchen der Strippenzieher in den 1960er-Jahren bis zu den späten 80ern.

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Freya Klier unterrichtete die Peiner über die Missstände zur DDR-Zeit: „Die zweithöchste Selbstmordrate war im Osten.“

Quelle: rb

Moderator Uwe Leder von der Konrad-Adenauer-Stiftung führte mit einer chronologischen Auflistung die Peiner an das Thema DDR heran. Und gespannt hörten die mehr als 50 Zuhörer Freya Kliers Ausführungen zu. .

Los ging ihre spannende Biografie mit der ungerechten Verhaftung ihres Vaters aufgrund seiner Auflehnung gegen einen Polizeibeamten. Dies hatte zur Folge, dass sie selbst mit ihrem Bruder vorübergehend in einem Kinderheim untergebracht worden war. „In der sogenannten Gedächtnisecke sollten wir darüber nachdenken, warum unsere Eltern ‚Feinde des Friedens‘ waren“, erinnerte sich die Zeitzeugin.

Schon früh sei den Jüngsten beigebracht worden, das DDR-Regime nicht zu hinterfragen. „Diese Gehirnwäsche zog sich vom Kindergarten, Grundschule bis hin zur Oberschule“, fügte Klier hinzu. „Wenn sich die Kinder nicht beugten, wurden sie bestraft. Wenn beispielsweise die Haare der Jungs zu lang waren, schnitt der Lehrer ihnen Löcher in die Frisur.“ All diese Schikanen hätten viele Bürger der DDR nicht ausgehalten. „Die zweithöchste Selbstmordrate war im Osten“, so Klier und erinnerte sich an ihre eigene Schulklasse. „Zwei Mädchen und ein Junge haben sich das Leben genommen.“

Wegen all des Drills unternahm sie einen Fluchtversuch aus der DDR - und scheiterte. Mit einer Strafe von 16 Monaten Inhaftierung sei das Urteil relativ mild ausgefallen. Trotz der Gefängnisaufenthalte, die Klier und ihre Familie absitzen mussten, bekam sie schließlich einen Studienplatz. Nach ihrem erfolgreichen Abschluss an der Schauspiel-Hochschule wurde sie Anfang der 1980er-Jahre Mitglied der DDR-Friedensbewegung, das fünf Jahre später zu einem Berufsverbot führte.

Die Bürgerrechtlerin setzt sich weiter dafür ein, kritisch auf gesellschaftliche Missstände hinzuweisen - dafür erhielt Freya Klier vergangenes Jahr das Bundesverdienstkreuz.

mgb

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