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City-Gemeinschaft gegen Lindenquartier-Pläne

Peine City-Gemeinschaft gegen Lindenquartier-Pläne

Peine. Einstimmig haben sich die Mitglieder der Peiner City-Gemeinschaft in einer Resolution gegen die aktuellen Planungen für das Lindenquartier ausgesprochen. Dort sollen auf 10.000 Quadratmetern neue Geschäfte eingerichtet werden.

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Die City-Gemeinschaft stellt per Resolution die Planungen für das Lindenquartier infrage: Ulrich Ginsburg (l.) und Ole Siegel.

Quelle: Thorsten Pifan

Doch genau das könne Peine nicht verkraften, sagen die Kaufleute und fordern stattdessen zu prüfen, ob im Lindenquartier neben einigen großen Magnetbetrieben nicht der Neubau der Kreisverwaltung realisiert werden könne.

„Wir haben jetzt schon einen hohen Leerstand in der Innenstadt und das wird in den kommenden Jahren eher mehr denn weniger werden“, sagte Ole Siegel, Vorsitzender der Kaufleute. Entsprechend könne Peine nicht noch mehr Verkaufsfläche gebrauchen, zumindest nicht in der geplanten Größenordnung. Zumal es auch in der City-Galerie schon genügend Leerstand gebe und weiterer drohe, wenn 2019 die ersten Verträge ausliefen.

Auf der anderen Seite wollen die Kaufleute die Brache des ehemaligen Hertie-Gebäudes und des City-Centers nicht erhalten. Sie fordern stattdessen die Stadt und den Landkreis auf zu prüfen, ob auf dem Gelände nicht der Neubau des Kreishauses realisiert werden kann. Zurzeit prüft der Kreis einen Neubau für 100 Mitarbeiter an der Werner-Nordmeyer-Straße in der Nachbarschaft des Straßenverkehrsamtes.

„Es wäre für die Innenstadt fatal, wenn uns hier direkt die Arbeitsplätze verloren gingen. Im Gegenteil: Wir benötigen mehr innenstadtnahe Arbeitsplätze und auch die Laufkundschaft, die Behördengänge macht, tun dem Handel sehr gut“, sagte Siegel. Die Resolution wurde jetzt beim Treffen der Kaufleute verabschiedet. Siegel sagte: „Dabei stand das Thema zunächst gar nicht auf der Tagesordnung.“

Die Kaufleute regten zudem an, zu prüfen, ob auf dem Gelände auch das Kreismuseum untergebracht werden könne. „Letztlich regen wir an, dort eine Art kulturelles Zentrum zu schaffen“, sagte Ulrich Ginsburg, stellvertretender Vorsitzender der City-Gemeinschaft.

Es wäre auch zu überlegen, dort das Peiner Amtsgericht anzusiedeln, so Ginsburg. Das wäre dann sogar behindertengerecht.

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Stadt Peine: „Kritik der Kaufleute nicht nachvollziehbar“

Peine. Die Resolution der Kaufleute mit der Ablehnung der aktuellen Pläne für das Lindenquartier stößt bei der Stadt Peine auf große Verwunderung. Stadtsprecherin Petra Neumann sagte: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass sich die Peiner Kaufmannschaft mehr als zwei Jahre nach Ausschreibung des Investorenwettbewerbs zum Lindenquartier, dessen Kriterien in öffentlicher Ratssitzung beschlossen wurden, jetzt plötzlich erstmals in Form einer von der Mitgliedergemeinschaft beschlossenen Resolution gegen diese Planungen ausspricht.“

Zum einen sei völlig offen, wie viel Quadratmeter Verkaufsfläche für welche Segmente tatsächlich entstehen werden und zum zweiten wäre es bislang unter allen Beteiligten völlig unstrittig, dass Peine dringend weiterer sogenannter „Magnetbetriebe“ bedarf, damit die Attraktivität der Innenstadt als Einkaufszentrum wieder zunimmt.

„Jeder weiß, dass sonst die Gefahr droht, dass Peine zwischen den Handelslandschaften in Hannover und Braunschweig aufgerieben wird“, sagte Neumann. Die Stadt Peine habe immer deutlich gemacht, dass ein Investor ein wirtschaftliches Interesse daran hat, Geschäfte anzusiedeln, die das bestehende Angebot sinnvoll ergänzen und nicht bestehende torpediert.

Der Beschluss der Resolution der City-Gemeinschaft deute an, dass der Wunsch der Peiner Bevölkerung nach der Belebung des Lindenquartiers in den Reihen der Mitglieder nicht wahrgenommen wird.

Kreis-Sprecher Henrik Kühn sieht eine Prüfung des Vorschlags ebenfalls kritisch, weil es oberste Priorität im Kreishaus sei, zeitnah eine Lösung für das Raumproblem in der Verwaltung zu finden. Er sagte: „Inwieweit das Ziel einer schnellen Umsetzung im Bereich des Lindenquartiers realisiert werden könnte, kann von hier nicht beurteilt werden.“

Das geplante Bürgerbüro und den Multifunktionsraum möchte der Kreis gern im Umfeld des bestehenden Verwaltungssitzes am Burgberg ansiedeln, was zurzeit geprüft intensiv werde. „Es gibt bei diesem vielschichtigen Prozess eine erhebliche Menge an Fragen, die die komplexen Abläufe unseres gesamten Hauses betreffen“, sagte Kühn abschließend.

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Idee auf den Prüfstand

ein Kommentar von Thorsten Pifan

Peine braucht in Zukunft innovative Ideen, um als Einkaufsstadt attraktiv zu bleiben und letztlich wieder mehr Kunden zu ziehen. Allerdings sind die Magnetbetriebe im Lindenquartier sicher unverzichtbar, um das gleiche Ziel für alle Einzelhändler in der Fußgängerzone zu erreichen. Denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Gegen die Magnetbetriebe haben die Peiner Kaufleute auch nichts einzuwenden. Sie fürchten, dass angesichts des bereits jetzt unübersehbaren Leerstands die Situation nicht einfacher wird – und das ist aus ihrer Sicht nachvollziehbar.

Dass aber zum jetzigen Zeitpunkt die Idee entsteht zu prüfen, ob der geplante Ergänzungsbau der Kreisverwaltung dort realisiert werden kann, überrascht wenig. Denn die Ablehnung der Baugenehmigung für das Kreishaus-Projekt ist zwar angekündigt, liegt aber noch nicht einmal auf dem Schlossberg vor. So ist die Sicht der Kaufleute nachvollziehbar, dass sie jetzt nach Alternativen suchen, um die rund 100Arbeitsplätze innenstadtnah zu erhalten.

Auch die Idee, im Quartier das Kreismuseum unterzubringen hat Charme und ist sicher eine Chance für das Museum noch mehr spontane Besucher zu ziehen. Abgerundet mit Gastronomie könnte ein kleines neues Zentrum direkt am Puls der Einkaufsmeile entstehen, dass in seiner Wechselwirkung die Innenstadt belebt. Die Idee sollte zumindest auf den Prüfstand.

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