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„Cavewoman“ im verbalen Geschlechter-Duell

Peine „Cavewoman“ im verbalen Geschlechter-Duell

Peine. Es gebe keine Liebe auf den ersten Blick, behaupten Skeptiker. In den Festsälen erlebten sie bei „Cavewoman“ den Gegenbeweis. Als der Blick von Heike (Stefanie B. Fritz auf der Bühne) zu dem von Zuschauer Gottfried (in Reihe eins) zuckte, schien es zu funken. Aber eigentlich will Heike morgen heiraten und Gottfried ist mit Ehefrau im Theater.

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Stefanie B. Fritz brillierte als „Cavewomen“ auf der Bühne der Festsäle.

Quelle: rb

Das könnte kompliziert werden - aber was ist schon einfach zwischen Mann und Frau?

Heike bezieht Zuschauer Gottfried erstens sofort und zweitens honorarfrei in das Einpersonenstück ein, reicht ihm fahrig das Telefon von der Bühne, er möge über die Hochzeitstorte verhandeln. Ihr fehlen die Worte, weil Bräutigam Tom ihr „hau ab“ wörtlich genommen hat.

„Cavewoman“ ist die Reaktion auf die zuvor entstandene Solo-Comedy „Caveman“, einer ebenfalls zum Totlachen komisch-maskulinen Sicht auf den Geschlechterkampf. Seit elf Jahren wirft „Cavewoman“ mit Damenschuhen, Einkaufslisten und Adams Rippe zurück und wärmt sich die eiskalten Füße am hitzigen männlichen Mütchen.

Das Interesse ist riesig, Frauengrüppchen kichern schon zuvor im Foyer, das männliche Publikum wirkt meist „mitgenommen“ und auf das Schlimmste gefasst.

Auf das, was Frauen wirklich denken? Oder hoffen sie auf eine gerechte Punkteverteilung im emotionalen Dauer-Duell zwischen Mann und Frau? Um es vorweg zu nehmen: der Wettbewerb endete zwar unentschieden, vom schauspielerischen Siegertreppchen winkte allerdings Stefanie B. Fritz.

Zwischen Regaltürmen voller Damenschuhe und Klappsofa verwandelte sie ihren chaotisch-verhuschten Herzschmerz in rosendornigen Sarkasmus und befeuerte das Parkett mit Dauer-Pointen. Und dabei traf sie stets alle - irgendwie. Die Schwiegermütter, die Ehefrauen, die Freundinnen, und klar: die Männer.

Das wahre Talent der Fritz liegt allerdings in der Improvisation. Wahrhaft eloquent pariert sie die provozierten Zwischenrufe aus dem Zuschauerbereich, Timm aus Reihe zwei fühlt sich ebenso herausgefordert wie Rainer in Reihe drei. Lieblingskandidat bleibt jedoch Gottfried. Mit ihm nippt sie gemeinsam am (zu warmen) Sektchen, flirtet hemmungslos mit ihm. Gottfried genießt, die Gattin feixt.

Nach der Pause erhebt Heike ihren Gottfried zum Bräutigam-Double und ins Rampenlicht, um Hochzeitswalzer zu üben. Sie führt göttlich, Gottfried badet im Applaus und lässt danach den Blutdruck in den warmen Armen der lächelnden Gattin wieder sinken.

Fritz avanciert zur Göttin des Abends und scheint zu Recht völlig verliebt: Nein, nicht in Gottfried, sondern in ihre Rolle. Und Gottfried? Geht Hand in Hand mit Barbara nach Haus.

 uj

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