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„Cabaret“: Gesanglich spitze und trotzdem bedrückend

Peiner Festsäle „Cabaret“: Gesanglich spitze und trotzdem bedrückend

Willkommen, bienvenue, welcome: Hereinspaziert ins Berlin der 30er-Jahre, hinein ins Geschehen im zwielichtigen Kit-Kat-Klub und rund um die Pension am Nollendorf-Platz. Knappe Kleidchen, gewagte Tänze und eingängige Melodien erwartete die Besucher des fast ausverkauften Musicals „Cabaret“ in den Peiner Festsälen.

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Stimmgewaltig lud der Conférencier (Alexander Prosek) in seinen zwielichtigen Kit-Kat-Klub ein und ließ die Puppen tanzen.

Peine. Viele der Melodien des 1966 uraufgeführten Musicals sind längst Klassiker. Die Handlung um den Schriftsteller Clifford Bradshaw, der sich in die exzentrische britische Sängerin Sally Bowles verliebt, unangenehme Bekanntschaft mit den emporstrebenden Nazis macht, aber auch das Leben im verrückten Berlin genießt, ist in ihrer politischen Aussage heute immer noch aktuell.

Auch deshalb war wohl bei aller Leichtigkeit des Spiels und der bravourösen Interpretation der einzelnen Rollen durch die verschiedenen Akteure auch immer unterschwellig ein angehaltener Atem bei den Zuschauern zu spüren. Eindringlich schildert das Musical, wie sich die politische Situation änderte, wie die kleinen Leute täglich um ihre Existenz kämpften und Nazi-Emporkömmlinge wie Ernst Ludwig allen das Leben schwer machten. Höhepunkt des auf einem Schauspiel basierenden Musicals ist zweifellos die der Politik geschuldeten Trennung von Herrn Schultz und seiner späten Liebe Fräulein Schneider. Im Klub ging derweil das ungezügelte amouröse Leben weiter. „Politik? Was hat das denn mit uns zu tun“, fragten sich die unterschiedlichen Protagonisten.

Bedrückt verfolgten die Zuschauer wie auf eine anfänglich fröhliche Verlobungsfeier ein tragisches Ende des Verlöbnisses folgte und trotzdem der Jude Schultz auf einen guten Ausgang der „ganzen Sache“ hoffte. Verzweifelt fragten sich sowohl das Pärchen Cliff und Sally als auch Schultz und Schneider, warum sie die „Welt nicht einfach in Ruhe lassen“ könne. Eine scheinbare Antwort fand jeder für sich im Davonlaufen - Ende ungewiss nur das Amüsement geht weiter.

Dem Ensemble des „Theaters für Niedersachsen“ aus Hildesheim ist es wunderbar gelungen, die unterschiedlichen Stimmungen und das anfangs unkomplizierte, später schwierige Miteinander der vielen, teils zufälligen, Bekanntschaften, darzustellen. Besonders Alexander Prosek als glamouröser Conférencier des Kit-Kat wurde zu Recht vom begeisterten Publikum für sein Spiel und den großartigen Gesang gefeiert. Am Ende wurde das gesamte Ensemble mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet.

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