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Burgschule: Leiter Schönaich schlägt Alarm

Peine Burgschule: Leiter Schönaich schlägt Alarm

Peine. Der Leiter der Peiner Burgschule, Jan-Philipp Schönaich, schlägt Alarm: Durch die aktuellen Entwicklungen sieht er seine Grund- und Hauptschule benachteiligt. „Wir befürchten, dass durch den geplanten Neuzuschnitt der Schuleinzugsgebiete unser Hauptschulzweig angegriffen und der freie Elternwille beschnitten wird“, sagt der 38-Jährige.

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Schulleiter Jan-Philipp Schönaich vor „seiner“ Burgschule.

Quelle: Michael Lieb (mic)

Darüber hinaus herrsche aktuell akute Raumnot an der Schule, Teile des Unterrichts müssten bereits ausgelagert werden. Schönaich vermisst bei den Problemen die Unterstützung seitens der Stadt und des Landkreises Peine.

Hintergrund: Die Burgschule ist ein in der Schullandschaft außergewöhnliches Konstrukt. Sie besteht aus der katholischen Grundschule und der nicht-konfessionellen Hauptschule. Schulträger ist die Stadt Peine, Kostenträger für den Hauptschulzweig ist allerdings der Landkreis, da dieser für sämtliche weiterführenden Schulen im Peiner Land zuständig ist.

Da zum neuen Schuljahr die IGS in Edemissen startet, arbeiten die Verwaltungen derzeit an neuen Schuleinzugsgebieten. Denn bislang mussten Schüler aus Stederdorf und der Gemeinde Edemissen, die eine Haupt- oder Realschule besuchen wollten, nach Edemissen gehen. Da es diese Angebote mit Inbetriebnahme der IGS dort nicht mehr gibt, sollen diese Schüler nun nach Peine.

Schönaich begrüßt die jüngste Entscheidung des Landkreises (PAZ berichtete), dass die Burgschule nun auch Angebotsschule für alle Edemissener und Stederdorfer sein soll und appeliert nun lediglich an seinen Schulträger, die Satzung der Schulbezirke des Landkreises an die der Stadt anzugleichen und somit den freien Elternwillen zur Anwahl der Burgschule zu untermauern.

Die Burgschule ist nach wie vor sehr beliebt bei Schülern und Eltern. „Wir können gar nicht alle Kinder unterbringen, die zu uns kommen wollen“, sagt Schönaich. Aktuell habe die Burgschule 445 Schüler in den Klassen 1 bis 10, Tendenz steigend, Zweidritel der Schüler schafften den Realschulabschluss, jährlich integriere die Burgschule 30 bis 40 Kinder, die von den umliegenden Schulen (IGS, Realschulen und Gymnasium) kommen, und spiele deshalb eine wichtige Rolle.

Vor diesem Hintergrund ist es Schönaich völlig unverständlich weshalb die Stadtverwaltung die maximale Klassenzahl von 22 auf 20 reduzieren will und die Burgschule in seiner Aufnahme in den 5. und 6 Klassen begrenzt. „Dies nimmt der Schule die Basis, die die Integration von Schülern während des Schuljahres erschweren würde oder gar nicht mehr möglich machen könnte. Aus jetziger Sicht ist die Reduzierung auch gar nicht möglich“, so Schönaich.

Hinzu komme, dass die Burgschule bislang 70 Flüchtlingskinder aufgenommen habe, und aufgrund von Raumnot Teile des Sprachunterrichts schon ins benachbarte Friedrich-Spee-Haus ausgelagert werden mussten. Dieses Problem könne jedoch einfach gelöst werden, indem der große, leer stehende Dachboden der Burgschule ausgebaut wird. Dieser biete locker Platz für fünf Schulklassen, so Schönaich. Ein entsprechender Vorschlag sei der Verwaltung schon vor zehn Jahren unterbreitet worden, doch getan habe sich bisher nichts. Schönaich: „Die Stadt mauert und sagt, dass der Landkreis für die Schulentwicklungsplanung zuständig ist. Laut der Sitzung des Kreisausschusses, ist die Stadt für die Burgschule allein zuständig und bbenötigt keine Genehmigungen des Landkreises. Wir erwarten, dass sich der Schulträger für seine Schule einsetzt und das System ,Gemeinsames Lernen von Klasse 1 bis 10‘ erhalten bleibt.“ Die Burgschule ist bereits seit 1990 Ganztagschule, Schönaich ist seit neun Jahren deren Leiter, davon zwei Jahre kommissarisch.mic

  • Am Montag, 11. April, 19 Uhr, findet zu diesen Themen eine offene Gesprächsrunde in der Burgschule statt. Eingeladen sind die Bürgermeister-Kandidaten, Schüler- und Elternvertreter sowie die Verwaltung von Kreis und Stadt.

Das sagt die Stadt Peine dazu:

Stadtrat Seffer kritisiert Schulentwicklungsplanung

Die Stadt Peine sieht die Situation an der Burgschule (siehe Text oben) weniger problematisch als Schulleiter Jan-Philipp Schönaich. Eine Gefahr für die Burgschule sieht Stadtrat Friedhelm Seffer lediglich in der Schulentwicklungsplanung des Landkreises Peine, die aus seiner Sicht „erbärmlich lange dauert“ und konkretere Planungen für einzelne Schulen wie die Burgschule erschwere.

Mit der Übertragung der weiterführenden Schulen von der Stadt an den Kreis 2011 habe man sich eine Schulentwicklungsplanung aus einem Guss erhofft, sagt Seffer. Doch davon könne aktuell keine Rede sein, wenn überhaupt werde punktuell geplant. Das sei „ein nicht hinnehmbarer Zustand“.

Gerade aktuell habe man erneut einen Antrag zur Einrichtung einer Oberschule gestellt, darauf habe der Kreis geantwortet, dass man darüber derzeit keine Entscheidung treffen könne. Für die Stadt Peine, so Seffer, sei es aber immens wichtig, zu wissen, wie es weitergeht, da man ohne Perspektive sicher kein Geld investiere.

Der Leiter der Burgschule, Jan-Philipp Schönaich, fordert seit Jahren den Ausbau des Dachbodens, da es an Platz mangele. Die Stadt lehnt einen Ausbau allerdings vorerst ab. Dazu Seffer: „Jede Schule kann eben nur im Rahmen ihrer Raumkapazitäten aufnehmen. Wir können nicht die Burgschule ausbauen wenn an der Bodenstedt-/Wilhelmschule noch Platz ist. Das ist nicht vermittelbar.“

Die Reduzierung auf 20 Schulklassen sei erfolgt, damit eben kein zusätzlich Raum benötigt wird, der an der Schule nicht vorhanden ist. Im Nachgang der Übertragung der Schulen an den Landkreis, glaubt Seffer, dass es möglicherweise ein Fehler war, den Haupschulzweig der Burgschule in der Trägerschaft der Stadt zu belassen.

„Hier hatte Ratsherr Rainer Döring (FDP) wohl Recht“, sagt der Stadtrat. Döring hatte schon damals prognostiziert, dass es zu Reibungsverlusten zwischen den Schulämtern von Stadt und Kreis kommen könnte.

Wie Seffer weiter erklärte wird zu der Veranstaltung heute Abend an der Burgschule kein Vertreter der Stadt erscheinen. Stattdessen soll es am Montag, 18. April, im Rathaus ein Gespräch mit Vertretern der Burgschule geben.

Zum Neuschnitt der Schuleinzugsbezirke sagt Seffer: „Jugendliche aus Stederdorf, die zur Hauptschule gehen wollen, können künftig die Burgschule anwählen. Nach den Erfahrungen gehe es dabei jedoch lediglich um ein bis zwei Schüler pro Jahrgang. Hauptschüler aus Edemissen sollen laut Seffer jedoch nicht an der Burgschule aufgenommen werden (PAZ berichtete). Der Stadtrat sieht die Gefahr, dass die Burgschule am Ende einer Entwicklung womöglich die letzte Hauptschule im Landkreis sein könne und dann die städtische Schule alle Hauptschüler aus dem Landkreis Peine aufnehmen müsse.

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