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Bürgermeister-Kandidaten schwangen Kochlöffel für PAZ-Leser

Peine Bürgermeister-Kandidaten schwangen Kochlöffel für PAZ-Leser

Peine. Wahlkampf mal ganz anders, mal ganz lecker: Bei der Aktion „Bürgermeisterkandidaten kochen für PAZ-Leser“, die von Peine Marketing und der PAZ initiiert wurde, fand nun der zweite kulinarische und politische Abend im Peiner Schwan statt. Dabei schwangen drei Bürgermeister-Kandidaten erneut den Kochlöffel für fünf ausgeloste PAZ-Leser.

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Die drei Bürgermeister-Kandidaten und die PAZ-Leser trafen sich im Peiner Schwan an der Breiten Straße.

Quelle: Antje Ehlers

Während am ersten Abend die Kandidaten Klaus Saemann (SPD), Andreas Meier (CDU) und Karl-Heinrich Belte (PB) ein leckeres Menü gezaubert hatten, durften nun Elke Kentner (Grüne), Friedhelm Seffer (parteiunabhängig) sowie Jürgen Eggers (Linke) ihre Künste in der Küche unter Beweis stellen. Mit dabei war ebenfalls wieder Tobias Kracke, Koch im Apart-Hotel in Sehnde (Caterer im Weißen Schwan), der den Kandidaten hilfreich zur Seite stand.

Dass dieses gut gelungen ist, konnten die PAZ-Leser für den zweiten Abend nur bestätigen. Mit dabei waren diesmal Beate Uhe, Gunda Grobe, Brigitte Utecht, Jens Hoffmann und Klaus-Dieter Wulfen. Sie durften Tomaten-Mozzarella-Salat mit selbst gemachtem Pesto und gefüllte Putenbrust mit Kräuterfrischkäse auf Ratatouille an Kartoffelrösti genießen.

Auch an diesem Abend gab es in lockerer Atmosphäre rege Diskussionen, denn die Leser durften den Kandidaten zahlreiche Fragen stellen. Die Hertie-Brache, sowie die weitere Nutzung der ehemaligen Langkopf-Mälzerei waren auch diesmal Thema. Das beweist, dass die Bürger ein großes Interesse an der städtebaulichen Entwicklung ihrer Stadt haben.

Dazu nahm Friedhelm Seffer, der hauptberuflich Peiner Stadtrat ist, gern Stellung: „Wir haben die Grundstücke um die Hertie-Brache herum strategisch gekauft, da nie sicher war, ob wir jemals in den Besitz der Brache kommen und kein Mitspracherecht über die weitere Nutzung hätten. Nur so wäre ein Druck auf mögliche Investoren denkbar gewesen. Jetzt sind wir im Besitz aller nötigen Gebäude und müssen nun in Ruhe nach einer vernünftigen und nachhaltigen städtebaulichen Lösung suchen. Die Verwaltung hat eine Vorgabe, bis zu dem Punkt sie Verhandlungen zu Ende bringen könnte. Jetzt voreilig zu handeln, wäre falsch. Sorgfalt vor Schnelligkeit.“ Seffer stellte aber in Aussicht, dass bei erfolgreichen Verhandlungen Ende nächsten Jahres der erste Spatenstich erfolgen könnte.

Elke Kentner äußerte sich dazu wie folgt: „Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Außerdem herrscht die Vorstellung der Stadt, ohne Verluste aus dem Wiederverkauf hervorzugehen. Dementsprechend müssen Bebauungspläne aufgestellt werden, das alles braucht seine Zeit, da auch Fristen vorgegeben sind.“ Die zeitliche Vorstellung von Seffer hält sie für ambitioniert und kaum realistisch.

Jürgen Eggers meinte: „Die handelnden Personen, die vorher im Besitz der Grundstücke waren, denken nicht an die Interessen der Stadt und der Bürger, sondern an ihre eigenen Vorteile.“

Dem Gerücht, das Jens Hoffmann hinterfragte, dass die Hertie-Brache vorrangig vor dem Gelände der ehemaligen Mälzerei behandelt würde und es dort erst nach Verhandlungsabschluss weiter gehen dürfe, wurde von den Kandidaten widersprochen. Gemeinsam war man der Meinung, dass die bisherigen Aussagen über die Verzögerungen des Verkaufs nicht richtig seien.

Kentner erklärte: „Diese Aussage ist definitiv falsch. Es gibt einen Investor, der auf dem Langkopf-Gelände gerne tätig werden möchte. Dieser Investor hat der Politik und der Stadtverwaltung schon vor geraumer Zeit ein Konzept vorgelegt. Dieses Konzept steht aber nicht in Übereinstimmung mit den Plänen, die es für diese Stadt gibt. Dieses Innenstadtkonzept ist politisch unter Bürgerbeteiligung beschlossen, und daran denkt der Rat sich zu halten. Zumindest gehe ich aktuell davon aus.“ Seffer holte ein bisschen weiter aus und machte „das Gewinnstreben eines einzelnen Mannes“ (den jetzigen Eigentümer, Anm. der Redaktion) dafür verantwortlich, dass es schon seit Jahren keinen Fortschritt gebe. Eggers sieht hier im Bereich Freizeit und Wohnbebauung Alternativen für das Langkopf-Gelände. Seffer fügte hinzu: „Der Investor verspricht alles, was in Peine fehlt, obwohl er weiß, dass es sich nicht rechnet. In Pläne kann man viel zeichnen.“ Solange es diese Differenzen zwischen den Konzepten gebe, dürfe es eine schnelle Lösung kaum geben.

Wie am ersten Koch-Abend kam auch diesmal wieder das Thema „Großraumtarif“ zur Sprache. Beate Uhe pendelt jeden Tag nach Hannover und wartet auf günstigere Monatsfahrkarten. Sie hat von den Verhandlungen gehört und fragte: „Warum dauert die Einführung eines Großraumtickets fünf Jahre?“ Dazu erläuterte Seffer, dass der Preis des Jobtickets von Peine nach Hannover an den von Hämelerwald angepasst sei und versprach eine Überprüfung der Verträge. Elke Kentner, die auch im Zweckverband Großraum Braunschweig tätig ist, wies wie Seffer darauf hin, dass in einem Verband mehrere Betreiber tätig sind, daher sei es schwierig, so zu verhandeln und die Kosten auseinanderzurechnen, dass eine gerechte Verteilung gewährleistet sei. Beide halten die Aussage der SPD „für einen Wahlkampf-Gag“.

Hitzig diskutiert wurde auch das Anliegen von Gunda Grobe, die sich ein umfangreicheres Angebot des Einzelhandels wünscht. Dazu wurde jedoch angemerkt, dass die Stadt keinen Einfluss darauf habe, an wen die Geschäfte vermietet würden.

Klaus-Dieter Wulfen hakte nach, warum sich die Kreissparkasse aus Telgte, einem Stadtteil mit vielen älteren und weniger mobilen Bürgern zurückgezogen habe. Es sei jetzt sehr schwer, vor Ort an Bargeld zu kommen. Auch hier waren sich die Kandidaten einig, dass dies im Verantwortungsbereich der Sparkassen liege, welches Angebot sie ihren Kunden wo zur Verfügung stellen. Eggers möchte über den Landkreis auf diese Entscheidung einwirken, „denn nicht immer sind die Argumentationen der Banken nachvollziehbar“.

Den ganzen Abend über herrschte eine lockere, beinahe familiäre Atmosphäre, und so entstand die spontane Idee, die Kandidaten auch mal die Leser fragen zu lassen, wie sie zu einzelnen Punkten stehen. Hierbei wurden die Infrastruktur auf den Dörfern, die Parkplatzsituation in Peine und die Nachfrage zum Freizeitangebot thematisiert. Alle Anwesenden waren sich abschließend einig, dass das PAZ-Kochen eine gelungene Aktion war.

ane

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