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Bürgermeister-Kandidaten kochen für PAZ-Leser

Peine Bürgermeister-Kandidaten kochen für PAZ-Leser

Peine. Außergewöhnliche Aktion im Kommunalwahlkampf: Auf Einladung der PAZ und Peine Marketing hatten jetzt erstmals fünf ausgeloste Leser die Möglichkeit, mit drei Peiner Bürgermeister-Kandidaten - Klaus Saemann (SPD), Andreas Meier (CDU) und Karl-Heinrich Belte (Peiner Bürgergemeinschaft PB) - in gemütlicher Atmosphäre im Peiner Schwan zu diskutieren. Der Clou dabei: Die PAZ-Leser wurden von den Politikern persönlich bekocht.

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PAZ-Kochen mit den Bürgermeister-Kandidaten Klaus Saemann, Andreas Meier und Karl-Heinrich Belte im Peiner Schwan.

Quelle: Michael Lieb

Es gab als Vorspeise Salat mit Putenstreifen und als Hauptgang Schweinefilet mit Kräuterkruste, Vichy-Karotten sowie Kartoffeltaler.

Das Kochen in der Küche des Peiner Schwans verlief sehr freundschaftlich zwischen den politischen Kontrahenten, die sich gegenseitig beim Kartoffeln stampfen, Filet braten und Salat zupfen unterstützten. Angeleitet wurden sie dabei von Tobias Kracke, dem Profikoch des Apart-Hotels in Sehnde (Caterer im Schwan). PAZ-Leserin Elke Keunecke sagte abschließend: „Das war ein wunderbarer Abend mit sehr leckerem Essen und einem guten Gespräch. Das hat Spaß gemacht.“

Während des gemeinsamen Essens gingen die Politiker auf verschiedene Fragen ein, die von den Lesern gestellt wurden. Erstwählerin Lara Stein fragte: „Was kann man in Peine machen, um die Integration der Flüchtlinge zu verbessern?“ Darauf antwortete Klaus Saemann (SPD): „Ich möchte ein Beispiel nennen: In Handorf lebt eine Flüchtlingsfamilie mit kleinen Kindern, die im Ort voll integriert ist. Jetzt soll die Familie aber aus dem Haus ausziehen, weil die Unterbringung dort zu teuer ist. Das werden wir als SPD nicht akzeptieren und haben schon den Handorfer Ortsrat in Stellung gebracht, der dagegen etwas unternehmen soll.“ Eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge sei für Saemann ganz wichtig, denn so könne Integration am besten gelingen.

Karl-Heinrich Belte (PB) betonte: „Hierzu gehört ganz besonders die Unterbringung. Die Stadt hat daher Häuser am Lehmkuhlenweg gekauft und baut sie zu Wohnungen um. Das war in der Kürze der Zeit schon ein Kraftakt bzw. eine tolle Leistung.“

Andreas Meier (CDU) blickte nach vorne: „Wir haben jetzt in der ersten Phase die Menschen untergebracht. Das ist gelungen. Wir müssen aber langfristig die Flüchtlinge aus dem Lehmkuhlenweg herausbekommen und dezentral unterbringen.“ In Schmedenstedt gebe es etwa das alte Sparkassen-Gebäude, das seit Jahren leer stehe. „Wenn man das Haus sanieren und dort Familien unterbringen würde, könnte auch die Integartion von Mensch zu Mensch viel besser klappen“, so der Christdemokrat.

Auch über das Thema Großraumtarif in Peine mit günstigeren Bahn-Tickets nach Hannover wurde intensiv diskutiert. Dazu erklärte PAZ-Leserin Monika Wolf aus Woltorf: „Es darf doch nicht sein, dass wir noch fünf Jahre auf ein Großraum-Ticket warten müssen. Was kann man aus Ihrer Sicht machen?“

Meier (CDU) antwortete: „Das ist ein Problem, dass die politisch Verantwortlichen in Peine seit Jahren vor sich herschieben. Kein Bürger versteht, warum man von Hämelerwald deutlich günstiger mit der Bahn nach Hannover fahren kann als von Peine aus. Das muss dringend geändert werden, und wir dürfen nicht weitere fünf Jahre warten.“

Saemann (SPD) wies darauf hin: „Alle Parteien im zuständigen Zweckverband Großraum Braunschweig ZGB haben bisher geschlafen. Neu ist, dass jetzt aber auch die Region Hannover mit im Boot ist und eine gemeinsame Lösung mit Peine möchte. Diese Chance müssen wir nutzen.“ Vorher habe man immer nur über die hohen Kosten gejammert, jetzt könne es endlich voran gehen.

Die Notwendigkeit eines Großraumtickets für den Peiner Bereich sieht auch Belte (PB): „In unserer Region ist der Zweckverband Großraum Braunschweig für den Öffentlichen Personen-und Nahverkehr ÖPNV zuständig und seit Jahren ist leider keine Lösung in Sicht.“ Das Problem sieht er vornehmlich beim Land Niedersachsen. „Nur mit mehr Geld kann man in Peine einen Großraumtarif anbieten - doch so lange der politische Wille dafür fehlt, passiert nichts“.

Und PAZ-Leser Arno Mitlacher wollte wissen: „Was passiert eigentlich beim geplanten Einkaufszentrum Lindenquartier, und wie geht es mit dem Projekt Mälzerei-Langkopf-Gelände weiter?“

Dazu erklärte Belte (PB): „Die Planungen für das Lindenquartier gehen jetzt weiter. Für den Investor, der auf dem Langkopf-Gelände bauen möchte, ist es eine schwierige Situation. Denn die Stadt hat ihm signalisiert, dass das Lindenquartier vorgeht, und deswegen muss diese Lösung warten.“ Das sei ein schwerwiegender Fehler, denn „auch dieses Gebiet braucht endlich eine gute Lösung, und ein vorgesehenes Freizeitangebot fehlt in Peine. Man kann doch beide Projekte gleichzeitig umsetzen und damit auch die Anbindung an die Südstadt verbessern. Zurzeit muss aber noch der endgültige Abriss der alten Gebäude erfolgen und der ist - auch wegen vorhandener Schadstoffe - nicht problemlos.“

Dem widersprach Saemann (SPD) deutlich: „Das ist eine falsche Argumenation. Die große Mehrheit in Peine wollte das Problem Hertie-Brache gelöst haben, und deswegen hat die Stadt das Areal für viel Geld gekauft. Jetzt ist es wichtig, dass wir das Einkaufszentrum Lindenquartier erfolgreich umsetzen, um uns dann weiteren Projekten, wie etwa dem Langkopf-Gelände, zu widmen.“ Man müsse ruhig und überlegt vorgehen, sonst drohe die Gefahr, dass beide Projekte scheitern. „Das wäre fatal“, betonte der Sozialdemokrat.

Meier (CDU) sieht das anders: „Wir können uns doch nicht zehn Jahre an das Lindenquartier klammern, um dann erst weitere Bauprojekte in den Blick zu nehmen. Lankopf steht vor allem für Freizeit mit Bowling und Kino. Das darf man nicht zur Seite schieben.“ Und durch das Langkopf-Projekt könne man auch die Südstadt anbinden, das sei auch eine große Chance für die Integration.“

Nach dem Essen saßen noch lange die Leser und Politiker gemütlich zusammen und klönten bei einem guten Glas Wein oder wahlweise einem Glas Wasser.

Mit dabei waren die PAZ-Leser Elke Keunecke, Lara Stein, Monika Wolf, Ralf Zink und Arno Mitlacher. Das nächste Kochen mit den drei weiteren Kandidaten findet heute statt.

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