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Brandstiftung in Wehnsen: Angeklagter muss für drei Jahre in Haft

Edemissen Brandstiftung in Wehnsen: Angeklagter muss für drei Jahre in Haft

Wehnsen. Es war ein Hilferuf, ein Akt der Verzweiflung: So begründete der 39-jährige Angeklagte aus dem Peiner Land vor dem Landgericht Hildesheim seine Tat. Er hatte im September letzten Jahres das Dorfgemeinschaftshaus in Wehnsen angezündet und einen Schaden von rund 90 000 Euro verursacht. Das Gebäude ist bis heute unbrauchbar.

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Quelle: A/bar

Die 1. große Strafkammer des Landgerichts verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und ordnete die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an.

Er habe sich gewünscht, erwischt zu werden, sagte der vorbestrafte Angeklagte. Zurück ins Gefängnis zu gehen, erschien ihm besser als seine damalige Lebenssituation. Schon einmal hatte er im Bereich rund um Wehnsen gezündelt, in den Jahren 2004 und 2005 Schuppen und Scheunen und schließlich sein Elternhaus angesteckt. Damals gab er an, er habe sich durch die Einsätze Achtung als Feuerwehrmann verschaffen wollen.

Während der Haft machte er eine Ausbildung zum Koch und konnte nach seiner Entlassung einige Zeit in seinem Beruf arbeiten. 2013 jedoch verlor er Arbeit und Einkommen durch die Insolvenz seines Arbeitgebers. Der Antrag auf Insolvenzgeld überforderte ihn, er hatte kein Geld mehr, konnte die Miete nicht zahlen.

Nach drei Monaten wurde ihm die Wohnung gekündigt. Bei Verwandten oder Behörden um Hilfe zu fragen, brachte er nicht über sich. Stattdessen entwendete er das Auto der Großmutter. In dem 20 Jahre alten Jetta schlief er, fuhr tagsüber ziellos umher. Als ihm der Sprit ausging, tankte er drei Mal ohne zu bezahlen. Schließlich brach er aus Not in das Landjugendheim Wehnsen ein, stahl Mineralwasser und Schokoriegel.

Als er am nächsten Tag erneut nach Beute Ausschau hielt, bemerkte er einen Kanister Benzin und einige Fackeln. Das brachte ihn auf die Idee, Feuer zu legen. Er vergoss das Benzin im Saal und zündete es mit einer Fackel an. Die Verpuffung hob das Dach des Gebäudes an. Zeugen beschrieben, die Vorhänge seien durch den Druck nach außen geweht und dann zwischen Dach und Wänden eingeklemmt worden. Die Feuerwehr konnte den Brand in kurzer Zeit unter Kontrolle bringen.

Schnell gab es einen Anfangsverdacht gegen den Angeklagten. Er habe Hinweise gesammelt, berichtete ein Brandermittler der Polizei Peine vor Gericht - das gestohlene Auto, die Tankbetrügereien, der Verlust von Arbeit und Wohnung - und als Puzzle zusammengesetzt. „Da war mir klar, ich muss schnell Kontakt zu dem Mann aufnehmen, der braucht Hilfe.“

Die psychiatrische Gutachterin Dr. Vera Koch aus Hannover erläuterte, der Angeklagte leide seit der Kindheit am Asperger Syndrom. Soziale Kontakte fielen ihm schwer, er habe seine eigenen Lebensziele nie ausgedrückt und durchgesetzt. Durch den Arbeitsplatzverlust sei eine Anpassungsstörung hinzu gekommen, er habe keine Handlungsalternativen gefunden und sei nicht voll schuldfähig. Ohne Behandlung sei die Rückfallgefahr hoch.

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