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Brahms-Requiem: Kraftwerk der Gefühle

Peine Brahms-Requiem: Kraftwerk der Gefühle

Peine. Es war wohl schon immer so und wird auch immer so sein: Ärger mit denen, die die Kirche leiten, muss man zuweilen ertragen. Diverse Kritiker oder Betroffene können ein Lied davon singen.

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In der St. Jakobi-Kirche: Das Göttinger Barockorchester und die St.-Jakobi-Kantorei glänzten mit dem „deutschen Requiem“ von Johannes Brahms.

Quelle: im

Johannes Brahms hat gleich ein ganzes Requiem daraus gemacht, freilich ohne sich im Geringsten an vorgegebene totenliturgische Sachzwänge zu halten und zog so den Unwillen von Kirchenoberen auf sich. Trotzdem ist ein „deutsches Requiem“ daraus entstanden, eine vertonte Schriftzitat-Sammlung, die nicht mit Weltgericht und Höllenschlund droht, sondern als Lohn mühevoller Plage das Ziel preist: das Land der Verheißung für alle - ohne Obergrenzen und Kontingente.

Und wie Kirchenkreiskantor Christof Pannes dies mit seiner St.-Jakobi-Kantorei und dem seit Jahrzehnten bewährten Göttinger Barockorchester in der Peiner Hauptkirche präsentierte, klang einerseits nach einem Soundtrack für derzeitige weltliche Dramatik, andererseits nach einer durch nichts zu erschütternden Hoffnung auf den höchstpersönlichen Sieg des Einzelnen über das Unausweichliche.

Kirchenkreiskantor Pannes gelang es (wie immer!) mühelos, seine 130 Ausführenden zu sanfter Fülle und kollektiven Aufschreien zu führen und zwischen diesen Grenzen in einer Flut von Klangfarben und Schattierung zu schwelgen.

Dabei wirkte er am Pult vor seinem Klangkörper wie ein Chef-Ingenieur vor einem mit der Präzision eines Uhrwerks arbeitenden Kraftwerks der Gefühle - schraubt hier, regelt dort, putzt hier, horcht dort auf das, worauf sonst niemand achtet.

Unterdessen werden im Kirchenschiff gelegentlich Taschentücher gezückt und verstohlen Tränen getrocknet - das Publikum scheint zutiefst bewegt.

Janno Schellers Bariton ließ erklingen, was ihm anvertraut war. Niemand weiß, wie Engel singen - Sopranistin Magdalena Harrer ließ eine lichte Vision davon durch St. Jakobi schweben: unangestrengt in den Tonhimmel aufsteigend, dabei samtig-warm und wohlig-tröstlich klingend, dabei himmlisch abgestimmt auf das romantische Instrumentarium der Göttinger.

Der Kantorei-Chor indessen ist im Laufe der Jahre derart semiprofessionell eingespielt und von einer Klangfülle- und Qualität, dass er den Vergleich mit Klangkörpern deutscher Metropolen nicht scheuen muss. Das scheint man auch im Kirchenschiff zu spüren, denn obwohl Pannes ja ein Meister im Auskosten der Spannungsbögen ist, ließ ihm das Publikum zum Schluss nur wenige Sekunden und lag ihm und seinem Ensemble - sozusagen stehend applaudierend - zu Füßen.

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