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Botschafter aus Ukraine kritisiert Russland

Peine Botschafter aus Ukraine kritisiert Russland

Peine . Einen interessanten Vortrag über den militärischen Konflikt in seinem Heimatland hielt gestern Abend der Geschäftsträger der Botschaft der Ukraine, Dr. Vasyl Khymynets, im Gildesaal des Peiner Schützenhauses.

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Industrieverein: 100 Gäste verfolgten den Vortrag.

Quelle: Isabell Massel

Der Diplomat sprach vor mehr als 100 Mitgliedern und Gästen des Industrievereins Peine - darunter Landrat Franz Einhaus und Bürgermeister Michael Kessler - über das schwierige Verhältnis seines Landes zu Russland. Begrüßt wurde er vom Vorsitzenden des Industrievereins, Bernhard Michels.

Khymynets sagte: „Wie sich vor 25 Jahren die meisten Ostdeutschen die Freiheit und eine Verbesserung ihres alltäglichen Lebens erhofft haben, so möchten auch die Ukrainer diese Ziele erreichen. Auch wir wollen das erreichen, was die ostdeutschen Länder erreicht haben. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: ,Städte, die grau und kaputt waren, wurden bunt und entwickelten wieder ihr eigenes neues Lebensgefühl.‘“ Deswegen hätten sich die Ukrainer für die europäische Integration entschieden und nicht für die euroasiatische Union mit Russland an der Spitze.

Die aktuelle Aggression Russlands unter Führung von Wladimir Putin mache nicht nur allen Ukrainern, sondern auch den Bürgern Europas Sorgen. „Diese Aggression ist nämlich nicht nur gegen die Ukraine, sondern auch gegen Europa gerichtet“, sagte der Botschafter. Das Vorgehen Russlands sei eine der größten Herausforderungen für die Weltordnung seit dem Zweiten Weltkrieg. Zunächst habe man erlebt, „wie Russland völkerrechtswidrig die Krim annektiert und das obwohl die internationale Gemeinschaft - alle EU-Institutionen und auch die UNO - die Annexion verurteilt und die Anerkennung der Grenzverschiebung verweigert hat“.

Es werde auch kolportiert, dass die Einwohner der Krim mehrheitlich die Einverleibung durch Russland begrüßen würden. Doch Khymynets widersprach: „Das ist ein Mythos, produziert durch russische Propaganda. Im Gegenteil, die Rechtfertigung der Annexion darf nicht toleriert werden, denn es geht um die Verletzung des Völkerrechts.“

Ein anderes Beispiel der russischen Aggression sei der Krieg in der Ost-Ukraine, in der Region Donbass. „Auch das ist kein Bürgerkrieg, sondern es ist der Krieg, den Russland gegen unser Land führt“, sagte der Ukrainer. Es handele sich dabei um einen sogenannten Hybridkrieg. Der Staat, der einen solchen Krieg führe, mache einen Deal mit nichtstaatlichen Einheiten, zum Beispiel mit Kämpfern und Söldnern. Wobei diese Verbindung zwischen dem Staat und den nichtstaatlichen Einheiten geleugnet werde. Was sei dabei der Vorteil? „Diese Täter können Dinge ausüben, die der Staat selbst nicht machen darf, denn jeder Staat muss sich an entsprechende internationale Verpflichtungen halten. Sämtliche schmutzige Tätigkeit kann man so auf die Schulter der nichtstaatlichen Gruppen übertragen“, sagte der Botschafter. Aber die Ukraine verteidige weiter ihre Souveränität und territoriale Integrität.

Nach der Rede gab es großen Applaus von den Gästen.

Danach wurden die Förderpreise des Industrievereins an die drei besten Absolventen der Fachoberschule Technik an den Berufsbildenden Schulen in Vöhrum vergeben: Martin Hänsel (Notendurchschnitt 1,6), Christian Ahlvers (2,5) und Lars Christianus (2,6). Sie erhalten je 500 Euro.

tk

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