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Bluthochdruck: Häufigste Ursache ist Übergewicht

Eine Wohlstands- und Volkskrankheit Bluthochdruck: Häufigste Ursache ist Übergewicht

Er ist plötzlich da, ohne dass der Betroffene ihn bemerkt: Bluthochdruck kommt ohne spürbare Symptome daher. Folge können Schlaganfall oder Herzinfarkt sein. Bluthochdruck hat allerdings auch einen Feind, der nicht viel kostet.

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Ein Arzt misst den Blutdruck eines Patienten: Laut Statistik leiden 30 Prozent der Menschen an Bluthochdruck.

Quelle: Solvay

Peine. „Blutdruck ist das Thema schlechthin in der Hausarztpraxis“, sagt Dr. Klaus-Achim Ehlers, Kreissprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Gifhorn. Laut Deutscher Hochdruckliga leiden 30 Prozent der Deutschen darunter, das spiegelt sich auch in Ehlers‘ Praxisalltag wider. Für ihn ist es ganz klar eine Wohlstands- und Volkskrankheit. Denn nur jeder zehnte Betroffene habe zu hohen Blutdruck, weil zum Beispiel Niere oder Schilddrüse erkrankt sind. „Der häufigste Grund ist Übergewicht.“

Das fange schon im Kinder- und Jugendalter an, sagt der Peiner Kardiologe Dr. Uwe Gremmler. In den vergangenen 20 Jahren habe sich bei den Schuleignungstests die Zahl der übergewichtigen Kinder verdoppelt.

Gremmler sieht zwei gegenläufige Phänomene. Einerseits habe es nie so viele Leute gegeben, die sich bewusst ernährten. Andererseits gebe es immer mehr Menschen, die gemäß dem Churchillschen Motto „no sports“ gar nichts machten. Und das sei genau das Falsche.

Denn der Bluthochdruck hat einen ernst zu nehmenden Gegner: den Ausdauersport. „Bewegung ist das Arzneimittel, das nichts kostet“, sagt Gremmler. Das fange im Kleinen an, etwa bei der Wahl Treppe oder Aufzug. „Das ist die erste Entscheidung für mehr Gesundheit.“ Das gilt nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch in der Nachsorge.

Eine wichtige Rolle spielt auch gesunde, salzarme Ernährung. Und damit die Gewichtsreduktion. Ehlers macht das an einem 1,80 Meter großen Mann mit 100 Kilogramm Gewicht deutlich. Würde dieser auf 85 Kilogramm abnehmen, „müsste ich mit ihm wohl nicht mehr über Blutdruck reden“.

Von Dirk Reitmeister

PAZ-Info: Bluthochdruck

Wann ist der Blutdruck zu hoch? „Vor 50 Jahren galt noch 100 plus Lebensalter als Grenzwert“, sagt Dr. Klaus-Achim Ehlers, Kreissprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Gifhorn. Diese Zeiten sind längst vorbei. „Die Richtlinien, ab wann man heute ein Hypertoniker ist, sind schärfer“, sagt Ehlers. „Heute weiß man: 135 zu 80 sollte nicht überschritten werden.“ Die Deutsche Hochdruckliga schreibt dazu: „Ein Blutdruck von 120 zu 80 mm Hg ist normal. Niedrigere Werte sind optimal. Auch Werte zwischen 120 zu 80 mm Hg und 129 zu 84 mm Hg sind normal. Liegt ein Blutdruck zwischen 130 zu 85 mm Hg und 139 zu 89 mm Hg, so gilt das als ,hoch normal‘. Das heißt, er ist zwar ein wenig zu hoch, aber noch normal.“

rtm

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Gegen Bluthochdruck müssen nicht gleich Tabletten zum Einsatz kommen. Mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Verzicht auf Kochsalz können bei einigen Patienten auch ohne Medikamente zu einer Senkung des Blutdrucks führen.

Wichtig sei, sich jeden Patienten mit seinen Umständen und Bedürfnissen anzusehen, sagt Heilpraktikerin Angelika Wagner-Bertram aus Wolfsburg. „Man muss individuell sehen, wo beim Patienten Störungen vorliegen.“

Was sich ihr zufolge gegen zu hohen Blutdruck oft bewährt: Homöopathische Mittel zur Verbesserung der Fließfähigkeit des Blutes, Sauerstofftherapien, Ernährung mit guten Ölen und Fettsäuren. Die Charitée habe in einer neuesten Studie Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Aderlässen erlangt. Die Schulmedizin will die Naturheilpraktikerin keinesfalls verteufeln. Wo Tabletten nötig sind, müssten sie auch eingesetzt werden.

Immer öfter spielt noch eine ganz andere Therapie eine Rolle: autogenes Training. Denn neben dem Übergewicht ist Fachleuten zufolge ein Risikofaktor nicht zu unterschätzen: Stress. Auf Dauer verengt er die Gefäße, das Herz muss kräftiger pumpen, um das Blut zirkulieren zu lassen. „Das ist ernst zu nehmen“, warnt Dr. Klaus-Achim Ehlers, Hausarzt und Kreissprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Gifhorn. Und fängt immer früher an, schon bei Jugendlichen, warnt der Peiner Kardiologe Dr. Uwe Gremmler.

Ein Stressfaktor sei die permanente Erreichbarkeit, die das Gleichgewicht zwischen negativem und positivem Stress aus den Fugen geraten lasse. Eigentlich sollte der Ausstoß von Stresshormonen durch Glückshormone ausgeglichen werden. Gremmler: „Was Sie an Anspannung haben, brauchen Sie hinterher als Entspannung.“

rtm

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