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Blutbuche im Pfarrgarten sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre

Peine-Woltorf Blutbuche im Pfarrgarten sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre

Woltorf. Fritz Staats ist der Vorsitzende des Woltorfer Heimatvereins. In der Historie des 2000-Seelen-Ortes kennt er sich bestens aus, auch in der Kirchengeschichte. Doch wann die Blutbuche im evangelischen Pfarrgarten gepflanzt worden ist, hat er bislang noch nicht herausfinden können.

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Die Krone des mächtigen Baumes überdeckt eine Fläche von etwa 400 Quadratmetern.

Quelle: oh

Pastor Volker Klindworth hat ihm das 1854 begonnene Kirchbuch für die Recherchen überlassen, auch dort findet sich kein Eintrag. Dass Fritz Staats auf der Suche ist, hat seinen guten Grund: Die Buche ist ein imposanter Baum, ein Naturdenkmal, das auch im Gemeindeleben eine wichtige Rolle spielt.

Fritz Staats ist nicht nur Ortsheimatpfleger, sondern auch Landwirt und Ehrenvorsitzender einer Forstgenossenschaft. „Dadurch kenne ich mich mit Bäumen sehr gut aus“, sagt er. Das Alter der Buche schätzt er auf 120 bis 130 Jahre, „ein Baum, der einzeln steht, wächst doppelt so schnell“. Man dürfe sich von der gewaltigen Größe also nicht täuschen lassen. Rund 25 Meter hoch ist die Buche, fast vier Meter Durchmesser hat ihr Stamm, die Krone überdeckt eine Fläche von etwa 400 Quadratmetern. Mehr als genug Platz, um darunter Gottesdienst zu feiern.

Das tut die Gemeinde fünf bis sechsmal im Jahr, mitunter auch ganz spontan, wenn das Wetter dazu einlädt. Dann tragen der Kirchenvorstand und andere Helfer aus dem Gemeindehaus Stühle und Bänke für die Gemeinde herbei, „und wenn’s ein bisschen kühl wird, zieht man sich eben eine Jacke über“, so Staats. Vor dem Stamm wird ein Holzaltar aufgestellt. „Dass wir keine Orgel haben, fällt gar nicht auf, weil unser Pastor sehr gut Gitarre spielen kann“, fügt er hinzu. Ab und zu sorgt der Posaunenchor aus Schmedenstedt für die musikalische Gottesdienst-Gestaltung.

150 Leute könnten hier sitzen, so viele kommen dann aber doch nicht zu den Gottesdiensten. 40 bis 50 Menschen seien es in der Regel, schätzt der 73-Jährige. Doch es werden auch andere Anlässe hier gefeiert - Taufen, Trauungen, Goldene Hochzeiten - und dann versammelt sich oft eine größere Gemeinde unter dem Baum. Dass der Woltorfer Pfarrgarten mit seiner Buche ein ungewöhnlicher Ort ist, hat sich herumgesprochen in den knapp 30 Jahren - seit hier zum ersten Mal ein Kind getauft worden ist. Vor allem Hochzeitspaare lieben die Atmosphäre, manche Paare reisen von weither an, um sich hier das Ja-Wort zu geben.

Was aber macht den speziellen Reiz aus? „Dieses Natürliche! Die Blätter rauschen, es kommt auch mal ein Schauer. Für mich ist das etwas Besonderes. Und ich denke, für viele andere auch“, sucht Fritz Staats nach einer Erklärung. Er überlegt weiter und meint dann noch: „Hier ist Ruhe.“ Das stimmt, es sind nur kleinere Straßen in der Nähe, kein Automotor macht dem Gesang der Vögel Konkurrenz. Eine absolut friedliche Stimmung, zu der auch die Eschen, Tannen und Fliederbüsche beitragen, die den großen Baum umgeben. Am schönsten sei es hier im Herbst, sagt Staats, wenn die Blätter ein dunkles Rot annehmen.

Doch nicht nur die Blutbuche, auch die Kirche auf der anderen Straßenseite lohne einen Besuch, beeilt sich der Ortsheimatpfleger zu erwähnen. Da ist einmal das Geläut, „eines der ältesten in Niedersachsen“. Die älteste Glocke stammt von 1326, die jüngste von 1707. Auf eine noch längere Geschichte blickt der Taufstein zurück. Er datiert ins Jahr 1305 und ziert auch das Woltorfer Ortswappen.

rd

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