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Bischof zu Besuch in Peine

Peine Bischof zu Besuch in Peine

Peine. Hoher Besuch im Peiner Rathaus: Der evangelische Landesbischof Ralf Meister trug sich gestern ins Goldene Buch der Stadt ein.

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Beim Eintrag: Ralf Meister (rechts) und Bürgermeister Michael Kessler.

Quelle: cb

„Eine Stadt wird durch Barmherzigkeit zusammengehalten.“ Mit diesem Zitat des französischen Philosophen Petrus Abaelardus (1079 - 1142) verewigte sich Meister im Goldenen Buch. Und ohne sich vorher abgesprochen zu haben, konnte es durchaus als Grundlage des folgenden gut 45-minütigen Gesprächs mit Bürgermeister Michael Kessler gelten. Der Bürgermeister sprach vom Zusammenspiel der Kernstadt und der Ortschaften und dem Zusammenwachsen nach der Gebietsreform von 1974, bei dem „auch Widerstände überwunden werden mussten“. Er ging auf Probleme der ländlichen Infrastruktur ein: „Wenn der letzte Gastwirt geht, haben wir ein ernsthaftes Problem in der Ortschaft“, sagte Kessler. „Kirche in der Fläche ist ein ganz wichtiger Gesichtspunkt.“ Meister teilte diese Auffassung, merkte aber an, dass es eine Zukunftsaufgabe für die Kirche sei zu sehen, wie sie diese Präsenz aufrecht erhalten könne. Oftmals sei sie letzte Institution, die bleibe, um Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen. Nur: „Bleibt das Dorf nicht mehr in der Kirche, können wir nicht mehr im Dorf bleiben.“ Das künftige Zusammenspiel zwischen ehrenamtlicher und hauptamtlicher Begleitung bei der Seelsorge sei „ein Lernfeld für mich“. Weitere Themen waren Imageprobleme in Politik und Kirche, Nachwuchs und vieles mehr. Danach besuchte der Bischof das Peiner Trauerhaus.

jti

Meister in St. Jakobi: „Geduldig warten, dass Gott sich zeigt“

Peine. Im Rahmen seines Peine-Besuchs war Landesbischof Ralf Meister gestern Abend auch in der St.-Jakobi-Kirche. Im gut besuchten Gotteshaus hielt er eine vielbeachtete Predigt. „Wie sage ich die Wahrheit, wenn ich nichts von den Leidenden sage?“ Dieses Zitat des Lyrikers und Pastors Albrecht Goes hatte der Landesbischof an den Anfang seiner Predigt gestellt. Für ihn sei es ein Hinweis auf den „Kern unseres Glaubens“. Es sei eine Einführung in die Passionszeit, sagte Meister. „Wir hören nicht auf, als Christen vom Leiden zu sprechen.“ Der Glaube erzähle von den verzweifelten Augenblicken eines Menschensohnes, der in den Tod ging. Von Schmerz, von Brutalität und von Verzweiflung. Glaube blende nicht aus, sei keine Weltflucht. Die Passionszeit sei „vermutlich die tiefste Einübung, sich so mit der Welt auseinanderzusetzen, wie sie ist.“ Es gebe auch eine andere Sprache in der Kirche, mahnte Meister. Diese spreche nur vom Glanz, der Schönheit des Glaubens. „Eine solche Sprache verhöhnt manchmal leichtfertig die Opfer von Gewalt. Sie missachtet das Leid der Leidenden.“ Er habe das Trauerhaus in Peine besucht, so Meister. Die Frage „wie kann Gott das alles zulassen?“ werde laut in den Passionswochen. „Wie können Kinder sterben bevor ihr Leben sich entfaltet hat? Wie können Tausende zu Tode kommen in Verfolgung und Krieg?“ Die Frage nach dem Grund lasse sich nicht beantworten. „Aber wir können die Erfahrung von Leid vom Leben Christi her bedenken.“ Auch Jesus habe sich am Kreuz von Gott verlassen gefühlt und dennoch nicht von ihm abgelassen. „Je älter ich werde, um so mehr wächst die Sehnsucht nach einem tiefen, ungebrochenen Einverständnis mit dem Leben und zugleich nimmt der Zweifel zu“, sagte der Landesbischof. Die Übung dieser Wochen sei vielleicht „geduldig zu warten, dass Gott sich im eigenen Leben zeigt. Nahbar. Tröstlich. Zart. Und Hartnäckig zu bleiben in der Betrachtung dieser Welt. Sie ist noch lange nicht, was sie sein sollte, eine erlöste Schöpfung sondern sie seufzt und wartet: So wie wir. Gott komm.“

jti

INFO

Termine heute

Heute besichtigt Landesbischof Ralf Meister das Stahlwerk Peiner Träger. Dort führt er Gespräche mit Vertretern aus Wirtschaft, Landwirtschaft und Handel. Später steht noch ein Besuch bei Landrat Franz Einhaus auf dem Programm.

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