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Bewährung: Psychisch Kranker griff Polizisten an

Peine Bewährung: Psychisch Kranker griff Polizisten an

Peine. Ein psychisch kranker Peiner (45) musste sich gestern vor dem Landgericht Hildesheim wegen einer Attacke auf Polizisten verantworten. Es drohte ein langjähriger Freiheitsentzug. Doch der Richter setzte die geschlossene Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus noch einmal unter Auflagen zur Bewährung aus.

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Das Bild zeigt (von links): Betreuer Michael Gruber, den Angeklagten und Verteidiger Hans-Henning Giere.

Quelle: bar

Im Januar dieses Jahres sollte in der Wohnung des 45-Jährigen eine richterliche Anhörung stattfinden. Sein Vater und sein Betreuer waren der Überzeugung, dass die Einweisung in eine Klinik nötig wäre. Aufgrund seiner paranoiden Schizophrenie war der 45-Jährige seit 1998 bereits sieben Mal eingewiesen worden.

Da die Beteiligten wussten, dass der Mann in solchen Fällen aggressiv reagiert, gingen zwei Polizeibeamte voraus, um ihn zu sichern. Der Angeschuldigte schlug den Polizisten aber sofort die Tür vor der Nase zu. Einer der Beamten musste die Tür eintreten. Als die Polizisten dann den Peiner festhalten wollten, wehrte dieser sich heftig.

Alle drei gingen zusammen zu Boden. Der Mann konnte einen Arm freibekommen und schlug einem der Beamten drei Mal mit der Faust ins Gesicht, traf dabei schmerzhaft dessen Nase. Erst als der Betreuer dazukam und die Beine des Mannes festhielt, konnten ihm die Beamten die Handfesseln anlegen. Vier Mann trugen ihn aus dem Haus in den wartenden Krankenwagen.

Vor Gericht stritt der 45-Jährige das Geschehen nicht ab. Er habe im Dezember 2014 seine Mutter verloren, damit sei er allein nicht fertig geworden. Doch anstatt Hilfe bei einem Arzt zu suchen, habe er zu trinken angefangen. Daher habe sich sein psychischer Zustand verschlechtert. Der Gedanke, gefesselt zu werden, habe beim Anblick der Polizei Panik in ihm ausgelöst. Er bedauere sein Verhalten: „Ich schäme mich sehr dafür.“

Der 45-Jährige ist nach Auffassung des Facharztes für forensische Psychiatrie und Psychotherapie Dr. Marc Schröder schon seit 1998 an einer paranoiden Schizophrenie erkrankt. Die Krankheit sei Folge seines Cannabis-Konsums, sagte der Sachverständige. Zurzeit des Vorfalls sei der Mann nicht steuerungsfähig gewesen.

Das Gericht folgte dem Sachverständigen, die Unterbringung zur Bewährung auszusetzen. Der regelmäßige Kontakt zum Psychiatriezentrum Königslutter sowie Drogen- und Alkoholkontrollen sollen gewährleisten, dass der 45-Jährige seine Medikamente nimmt. Der Peiner erklärte sich mit allen Auflagen einverstanden und nahm das Urteil an.

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