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Bestürzung über Pariser Anschläge: Muslime verurteilen Tat

Peine Bestürzung über Pariser Anschläge: Muslime verurteilen Tat

Peine. Die Anschläge von Paris haben auch in Peine Bestürzung ausgelöst. Bei der zentralen Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Herzberg bekundeten gestern Politiker und Kirchenvertreter ihr Mitgefühl mit den Opfern und Hinterbliebenen.

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Nach den Terroranschlägen von Paris, bei denen mindestens 120 Menschen starben, trauerten viele Menschen vor der französischen Botschaft am Pariser Platz in Berlin.

Quelle: dpa

Die Terroranschläge werden Europa verändern - davon ist Bürgermeister Michael Kessler überzeugt. Stadtratsmitglied Mehmet Turan (SPD), ehemals Vorstand des türkisch-islamischen Kulturvereins in Peine, verurteilte das Attentat aufs Schärfste.

„Es gibt keine Religion, die so eine Tat befürwortet. Der Islam verbietet es Menschen, einfach so über andere zu urteilen. Der Islamische Staat missbraucht die Religion. Das ist eine Schande“, sagte Turan im Gespräch mit der PAZ. Die Attentäter seien „keine Gläubigen, sondern Geisteskranke“. Turan: „Wir Moslems und der Islam werden vom IS in den Dreck gezogen.“

Die drei Peiner Moscheen würden sich von den Anschlägen in aller Deutlichkeit distanzieren, sagte Turan: „Die Muslime, die hier leben, sind ganz normale, friedliebende Menschen.“ Der SPD-Politiker betonte, dass die Moslems vor Ort gut integriert seien, und gerade in der Flüchtlingskrise oft geholfen hätten, unter anderem als Dolmetscher - und zwar für Syrer, Kurden und Afghanen.

Bürgermeister Michael Kessler (SPD) sagte: „Nach diesem äußerst brutalen Terror-Angriff der IS gilt in erster Linie unser Mitgefühl den vielen unschuldig Betroffenen. Der Anschlag wird Europa verändern, denn spätestens jetzt ist klar, dass die IS unsere Gesellschaft mit allen Mitteln destabilisieren will.“

Wichtig sei es, besonnen und überlegt zu reagieren - auch wenn Wut und Rache die Gefühle beherrschten, so der Bürgermeister. „Man wird dieser Kraft, die im Nahen Osten geboren wurde, nicht mit einfachen Methoden und kurzfristigen Bombenangriffen erfolgreich zu Leibe rücken können. Es bedarf einer langfristigen Strategie. Was unsere Haltung angeht: wir müssen unser Gesellschaftsmodell verteidigen und das ist geprägt von einem entscheidenden Begriff: Freiheit.“

Auf keinen Fall dürften Flüchtlinge aus eben dieser Region in eine Art Mithaftung genommen werden. „Sie sind gerade vor diesen unmenschlichen Gewalttätern geflohen. Dies gilt auch für ,unsere‘ Muslime vor Ort, von denen viele ja Deutsche sind und die nicht unter Generalverdacht gestellt werden dürfen“, so Kessler.

Ähnlich sieht das auch Landrat Franz Einhaus (SPD): Die Anschläge dürften allerdings nicht dazu führen, dass alle Probleme durcheinandergewürfelt werden. In der Flüchtlingspolitik seien in der Vergangenenheit „sicher auch Fehler gemacht“ worden, das bedeute aber nicht, dass jetzt nicht mehr geholfen werden solle. Das Attentat zeige allerdings, dass es wichtig ist, in Europa noch enger zusammen zu arbeiten.

„Es ist wichtig, dass Sicherheit, Ordnung und Freiheit nicht in Gefahr geraten. Die Angst der Menschen, dass so etwas auch in Deutschland passieren könnte, muss auf jeden Fall ernst genommen werden. Klar ist, dass der IS international unterwegs ist, und vor keinem Land mit liberalem Charakter Halt macht. Wir sind entsetzt von den Anschlägen und trauern mit Frankreich“, sagte Einhaus.

Als „tragisch und furchtbar“ bezeichnete die Peiner CDU-Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann das Attentat in Paris. Die Regierung habe vollkommen richtig reagiert, indem sie zunächst den Ausnahmezustand verhängt habe und nun erstmal besonnen beobachte. „Die Anschläge zeigen, dass Europa nicht mehr zu 100 Prozent sicher ist - in Panik müsse aber niemand verfallen. Gleichwohl sollte der Rechtsstaat seine Möglichkeiten, wie etwa die Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen, ausschöpfen.“

mic

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