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Beschmiert, zerstört, arisiert

Peine Beschmiert, zerstört, arisiert

Brennende Synagogen, zerstörte jüdische Geschäfte, Massen-Verhaftungen und Deportationen in die Konzentrationslager: Heute jährt sich die Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November zum 71. Mal. Aus diesem Anlass gab es gestern eine antifaschistische, jüdische Stadtführung durch die Peiner Innenstadt.

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Es war eine Station bei der antifaschistischen, jüdischen Stadtführung. Im Gehweg erinnern Stolpersteine an die im Holocaust ermordete Familie Fels.

Quelle: im

Peine. Hakenkreuze, antisemitische Parolen und Zeichnungen: Die Schaufenster des Schuhhauses Fels sind nach der Pogromnacht im November 1938 beschmiert. Heute würde an dem Gebäude an der Breiten Straße 15 in Peine nichts mehr daran erinnern, wären davor nicht vier glänzende Messingtafeln ins Pflaster eingelassen – Stolpersteine gegen das Vergessen der Opfer der NS-Zeit. Sie waren gestern das Ziel der antifaschistischen, jüdischen Stadtführung durch die Peiner Innenstadt.

„Louis Fels ließ das auffällige Haus in der Fußgängerzone direkt neben der Jakobikirche 1913 errichten“, schilderte Historiker Dr. Jens Binner vom Kreisheimatbund den 20 interessierten Zuhörern. „Er war Vorsteher der Synagogengemeinde. In Folge der Reichspogromnacht wurde er gezwungen, den Abriss der ausgebrannten Synagoge auf Kosten der jüdischen Gemeinde durchzuführen.“
Im selben Jahr wurde das Geschäft Fels arisiert und als „Schuhhaus Kruse“ weitergeführt. Fels emigrierte mit seiner Familie nach Amsterdam, wo er 1940 Selbstmord beging. Seine Frau Johanna wurde 1942 in Theresienstadt ermordet.

„Viele nehmen an, dass die jüdische Bevölkerung auf dem Damm lebte, aber das stimmt nicht“, betonte Peter Baumeister vom Peiner Bündnis für Zivilcourage und Toleranz. „Sie lebte mitten im Herzen der Stadt, alle haben es mitbekommen, wenn Geschäfte zerstört oder Scheiben beschmiert wurden.“

Weiter führte der Rundgang zum ehemaligen Kaufhaus „Brunsviga“ am Markt 1 über den Damm zur alten Feuerwache bis zum „braunen Haus“. Letzte Station war der ehemalige Standort der Synagoge, die am 10. November 1938 von SS-Männern in Brand gesteckt wurde. „Hier wurde der 17-jährige Hans Marburger niedergeschossen. Seine verkohlte Leiche wurde später in den Mittellandkanal geworfen.“

Mirja Weber

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WartenWartenMit Blindheit per Definition geschlagen, dennoch nicht unsichtbar, präsentiere ich mich als unbeachtetes und ungeliebtes Stiefkind zeitgenössischer Literatur.

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