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Beim Fliegeralarm läutete er die Glocken

Wehnsen Beim Fliegeralarm läutete er die Glocken

Das Kriegsende heute vor 65 Jahren bedeutete für den damaligen Wehnser Lehrer Friedrich Lahmann eine große Erleichterung. Tochter Gertraude Latermann erinnert sich für die PAZ.

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Lehrer Friederich Lahmann 1936 mit Lehrern und Schüler der Volksschule Dungelbeck.

Quelle: Privat

Wehnsen. „Schon oft wurde ich gefragt, wie es meinem Vater als Lehrer während der Nazi-Zeit erging“, sagt Gertraude Latermann. Die Antwort: Da er kein Nazi-Anhänger war und sich bis 1943 weigerte, in die NSDAP einzutreten, hatte er es nicht leicht.

„Von 1927 bis 1937 war er zweiter Lehrer in Dungelbeck. Als der Hauptlehrer verstarb, hätte mein Vater aufrücken müssen zum Hauptlehrer, aber er verweigerte die Parteimitgliedschaft“, erinnert sich Latermann. So wurde ein eingefleischter Nazi sein Vorgesetzter. Das sei nicht lange gut gegangen, und Lehrer Lahmann bewarb sich anderswo. So kam er 1937 nach Wehnsen. „Dort war mein Vater sein eigener Herr“, erinnert sich die Tochter.

Ihr Vater übernahm in Edemissen und Wehnsen auch kirchliche Aufgaben. „Das war der Partei ein Dorn im Auge“, sagt Latermann. Ebenfalls nicht gern gesehen war das Glockengeläut beim Fliegeralarm, mit dem Lehrer Lahmann die Bewohner der „Heidjerei“ warnte, denn das Dorf hatte keine Sirene.

„Der Schulrat kam in großer Uniform und machte meinem Vater lautstark klar, dass er sich unmöglich verhalten würde. Er sei auch schon angeschwärzt worden, weil die Kinder nicht mit Heil Hitler grüßen würden“, sagt Latermann.

Die Tochter erzählt weiter: „Im Advent 1943 erschienen zwei Herren mit Ledermänteln in der Wehnser Kapelle, als mein Vater gerade predigte.“ Das sei der ausschlaggebende Grund gewesen, dass ihr Vater doch in die Partei eintrat. Aber viele Anweisungen für „kriegswichtige“ Einsätze seiner Schüler ignorierte er bis Kriegsende.

wos

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