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Bedarf an 3800 neuen Wohnungen

Stadt und Kreis Peine: Wohnraumversorgungskonzept Bedarf an 3800 neuen Wohnungen

In einem gemeinsamen Gespräch informierten gestern Landrat Franz Einhaus und Bürgermeister Klaus Saemann (beide SPD) sowie die Bau-Experten aus der Verwaltung über das von der Hamburger Agentur Gewos erstellte Wohnraumversorgungskonzept für den Landkreis Peine.

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Stellten die Konzepte vor (v.l.): Florian Hahn (Hochbauamt Stadt), Erster Stadtrat Hans-Jürgen Tarrey, Bürgermeister Klaus Saemann, Landrat Franz Einhaus, Joachim Mertens (Fachdienst Bau, Landkreis).

Kreis Peine. Joachim Mertens, Fachdienstleiter Bau- und Raumordnung beim Kreis, skizzierte zunächst die Ausgangslage: Im Landkreis ist ein Anstieg der Beschäftigten ebenso zu verzeichnen wie eine Kaufkraft, die über dem niedersächsischen Durchschnitt liegt. Die Bevölkerungszahl ist 2015 deutlich gestiegen, was zum einen durch die Aufnahme von Geflüchteten, zum anderen aber auch durch starken Zuzug in die östlichen Gemeinden Wendeburg und Vechelde begründet werden kann.

„Im Landkreis haben wir derzeit einen Bestand von 37 400 Wohnungen. 79 Prozent davon sind Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Eigentumsquote liegt mit 65 Prozent über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55 Prozent“, erklärte Mertens.

Ein Großteil des Wohnungsbestandes stammt aus den 50er- bis 1970er Jahren, was auf einen höheren Sanierungsbedarf insbesondere im Hinblick auf Barrierefreiheit und Energie-Effizienz schließen lässt.

„Wir gehen davon aus, dass die Bevölkerung in den Gemeinden Vechelde und Wendeburg bis 2030 weiter ansteigen wird. In den übrigen Gemeinden wird sie in etwa gleich bleiben, in Ilsede eher etwas schrumpfen“, führte Mertens aus. Überall sei festzustellen, dass die Zahl der Senioren- und der Singlehaushalte steigt, während die Familienhaushalte immer weniger werden. Daraus folgt, dass kleinere Wohnungen in zentralen Lagen immer gefragter werden. Gerade im Mehrfamilienhausbau wurde aber in den vergangenen Jahren kaum Wohnraum geschaffen, da sich kaum Investoren für diesen Bereich finden lassen.

„Insgesamt ergibt sich bis 2030 im Landkreis ohne die Stadt Peine ein Bedarf an 2190 Wohnungen, davon 1720 im Ein- und Zweifamilienhausbereich und 480 im Mehrfamilienhausbereich. Einen Fokus sollte man laut Gewos-Studie auf die Stärkung der Kernbereiche und die Nachverdichtung legen“, sagte der Fachdienstleiter. Weiterer Schwerpunkt sei die Reduzierung des Flächenverbrauchs, denn seit Jahren zeichne sich bereits eine immer größere Wohnfläche pro Person ab. Hier sei ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement notwendig.

Auch die Sanierung und Modernisierung des Bestandes sei eine Zukunftsaufgabe. „Wir möchten bedarfsgerechte Angebote für die unterschiedlichen Zielgruppen schaffen. Dazu gehören seniorengerechte Wohnungen, aber auch Wohnungen für einkommensschwache Bevölkerungsschichten“, bekräftigte Mertens.

Zudem soll der Generationenwechsel unterstützt werden, denn oft werden Einfamilienhäuser mit großer Wohnfläche von einer Einzelperson bewohnt. Abhilfe könnten hier attraktive, zentrumsnahe, barrierefreie Wohnungen bieten, bei denen Service-Angebote oder Pflege nach Wunsch zugebucht werden können.

Wie Landrat Einhaus abschließend erklärte, sollen Schlussfolgerungen und Lösungswege aus dem Konzept in der Bürgermeisterrunde besprochen werden. „Die Gemeinden hätten jetzt die Aufgabe, Wohnraum zu schaffen und passende Konzepte zu entwickeln. Durch die Nähe zu den Oberzentren sei der Landkreis ein attraktiver Wohnstandort.

Sozialer Wohnraum: Wichtiger Aspekt fürs Stadtgebiet

In Sachen Wohnraumversorgung bewegt die Peiner Stadtverwaltung ähnliche Themen wie der Landkreis. Überall sind bezahlbare und vor allem kleinere Wohnungen gefragt, denn die Zahl der Single-Haushalte steigt. Barrierefreiheit, Energieeffizienz, sozialer Wohnungsbau und Modernisierung des großen Bestandes an Immobilien aus den 1950er- bis 70er-Jahren stehen auf der Agenda ganz oben.

„In der politischen Diskussion wurde im vergangenen Jahr der Ruf nach bezahlbaren Wohnungen laut. In den vergangenen zehn Jahren gab es so gut wie keinen Geschosswohnungsbau im Stadtgebiet. Das hat sich mittlerweile geändert. Mehr Fördermittel in Form von Zuschüssen und nicht nur als zinsgünstige Darlehen wären hier allerdings wünschenswert“, sagte Bürgermeister Klaus Saemann.

Derzeit gibt es in der Stadt und den Ortsteilen 23773 Wohnungen, davon 188 mit Wohnberechtigungsschein, die auch alle belegt sind. „Die Mieten in Peine waren immer sehr günstig und die Suche nach Investoren lange sehr schwierig, sodass viele Jahre keine Wohnungen gebaut wurden. Nun tut sich in diesem Bereich aber wieder etwas, zum Beispiel auf dem alten Krankenhausgelände, am alten Hallenbad oder auch auf dem Elmeg-Gelände“, führte Florian Hahn, Hochbau-Amtsleiter bei der Stadt, aus.

Eine Prognose der Bevölkerungsentwicklung sei schwierig, da man Wanderungsbewegungen nicht voraussagen könne. Klar sei aber, dass immer mehr ältere Menschen mit entsprechenden Bedürfnissen an Wohnraum in Peine wohnen werden. Diesen veränderten Anforderungen müsse man gerecht werden.

„Das Einfamilienhaus ist nicht unbedingt das dominierende Zukunftsmodell, auch wenn es derzeit rund 300 Interessenten für Grundstücke gibt. Seniorengerecht und stadtnah sind vermutlich eher die Anforderungen an Wohnungen der Zukunft. Wir wägen daher sehr genau ab, wo Wohnungen entstehen können und welche Wohnformen sinnvoll sind“, erklärte Stadtbaurat Hans-Jürgen Tarrey.

Neben Neubauten sollen auch Sanierungen, Modernisierungen und Auflockerungen erfolgen. So sei es zum Beispiel denkbar, aus zwei mittelgroßen Wohnungen eine große zu machen, denn neben Single-Wohnungen seien auch sehr große Wohnungen nach wie vor gefragt.

In jedem Fall stehen sozialer Wohnungsbau, Barrierefreiheit, Konzentration auf integrierte Lagen und bedarfsgerechte Versorgung im Mittelpunkt der Überlegungen bis 2030.

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