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Ausflug in Partyhistorie des 19. Jahrhunderts

Peine Ausflug in Partyhistorie des 19. Jahrhunderts

Peine. Der Begriff Freischießen gehört in unserer Stadt so selbstverständlich zum Sprachgebrauch wie Weißer Schwan, Fußgängerzone oder demnächst „P3“. Allerdings ranken sich um das Fest Massen von Gebräuchen und Traditionen. Die Stadtführerinnen Gudrun Steffen und Eleonore Biermann gaben diese auf einer speziellen Stadtführung weiter.

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Begaben sich auf die Spur des „Kattenhägener Ausmarsches“: Die Stadtführerinnen Gudrun Steffen und Eleonore Biermann mit den Teilnehmern der Stadtführung.

Quelle: im

Wieso heißt der Kattenhägener Marsch so? Welche jeweilige Einheitsgarderobe trägt der ambitionierte Freischießer wann und warum? Warum wurde das Schützenhaus 1957 abgerissen? Und aus welchem Grunde feierten evangelische Christen drei Jahre lang ihre Gottesdienste neben den Bierzapfhähnen im Bürgerjägerheim, als die heutige Beethovenstraße noch der „Nachtanger“ war?

Um es vorweg zu nehmen: Die Gästeführerinnen präsentierten einen Ausflug in die kleinstädtische Partyhistorie des 19. Jahrhunderts, aus jener Zeit also, als beispielsweise die „Bürgersöhne“ ihre Damen zum abendlichen Tanzvergnügen noch über den „Pfützenplatz“ in ihr Korporationszelt trugen.

Ohne Musik und Gleichschritt spürten die etwa 20 Zuhörer der Route des „Kattenhägener Ausmarsches“ nach, der traditionell am Vormittag des Freischießen-Montages stattfindet.

Sie hielten unterwegs an bei der „Germania“ zwischen Senator-Voges- und Sedanstraße, die als zu Stein gewordene Erinnerung über das Andenken jener acht Peiner wacht, die im französisch-deutschen Krieg 1870/71 und speziell in der entscheidenden Schlacht bei Sedan am 1. September 1870 ihr Leben ließen.

An anderer Stelle übergingen die Stadtführerinnen das pikante Gerücht, wonach das „öffentliche Haus“ am Rosenhagen Grund sei, dass die Spielmannszüge ausgerechnet dort den „Pariser Einzugsmarsch“ zu spielen beginnen, die Fähnriche ihre Fahnen senken und die Marschierer in einen besonderen Wechselschritt verfallen.

Zutreffend und historisch belegt ist hingegen, dass an dem ehemals dort beginnenden „Katzhagen“, einem damals belebten Einkaufsboulevard, Mitglieder der bekannten Peiner Familie Rademann wohnten, die als Gardeoffiziere Frankreich ehedem unverletzt besiegt hatten und so geehrt wurden.

Und obwohl der Überlieferung nach der das Freischießen „einzutrommelnde“ städtische Trommler Boes wegen Trunkenheit Mitte des 19. Jahrhunderts diesen Job verlor, tragen seine derzeitigen Nachfolger bis heute seinen Namen weiter.

Außerdem hält sich hartnäckig das Histörchen über den nach dem Zweiten Weltkrieg „zugezogenen“ Polizeibeamten, der die damals amtierenden Trommelboes als Ruhestörer festnahm. Zwar seien die Männer kurzfristig wieder freigekommen - ob aber noch heute zur Ausstattung der derzeitigen Boes-Nachfolger von Amts wegen Kamm und Zahnbürste gehören, kann in den nächsten Tagen bei persönlicher Ansprache überprüft werden.

uj

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