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Peine Auf Wiederhören

Sie lieben den Swing und die deutschen Schlager aus den Wirtschaftswunder-Jahren, die mit den „Caprifischern“ begannen und der Beatlemania endeten. Tine & die Orions aus Peine zelebrieren Lieder wie „Mit 17 hat man noch Träume“, im Original von Peggy March, und Connie Francis’ „Schöner fremder Mann“ so einfühlsam und eindringlich, als würden sie diese oft sehnsuchtsvollen Songs in azurblaues Geschenkpapier wickeln.

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Christiane „Tine“ Semmler auf dem Roller. Die Orions Jürgen Mallwitz, Stephan Grieger, Dierck Alex und Matthias Möhle (von links) schieben an.

Quelle: cb

Peine .In diesen Tagen – im zwölften Jahr ihres Bestehens – erscheint ihr zweites Album „Panoptikum“. Darauf zu hören: 18 Coverversionen. Vier Stücke, darunter der Titelsong, sind von ihrem Idol, dem Schweizer Jazzmusiker und Orchesterleiter Hazy Osterwald.

Erster Auftritt vor zwölf Jahren

Tine & die Orions sind die Krankenschwester Christiane Semmler (Gesang, Triangle, Pistole), der Landtagsabgeordnete Matthias Möhle (Gitarre, Akkordeon, Mandoline, Gesang), der Musikalienhändler Jürgen Mallwitz (Schlagzeug, Percussion, Gesang), der Waschanlagen-Betreiber Stephan Grieger (Bass, Gesang) und der Arzt Dr. Dierck Alex (Klavier, Orgel, Gesang). Ihren ersten Auftritt hatte die Gruppe vor zwölf Jahren – damals noch mit der Sängerin Christine Peukert. Alle Bandmitglieder spielten zuvor schon beim MAM plus Zwei Jazz-Quintett zusammen.

„Wir haben alle Jazz gemacht, aber kaum einer wollte das hören“, erzählt Matthias Möhle. In Großstädten füllten sie zwar Jazzkneipen, in Peine aber „nur Telefonzellen“. Als Gitarrist der Orions konnte er sich über zu wenig Publikum nicht mehr beklagen. Mit den Schlagern aus dem Nachkriegs-Deutschland, die die Band entstaubt und „mit Respekt und einem gewissen Augenzwinkern“ aufführt, war sie in eine Marktlücke gestoßen.

Distanz zu Gildo Horn

Von semi-seriösen Sängern wie Dieter Thomas Kuhn und Gildo Horn, die mit wiederbelebten deutschen Schlagern der 70er-Jahre große Lacher landeten, distanzieren sich die Orions jedoch. Titel aus dieser Zeit zu spielen, „dagegen würde ich mich wehren“, sagt Bassist Stephan Grieger. Die Schlager der 50er- und 60er-Jahre, die sie als „Jazz mit deutschen Texten“ bezeichnen, würden sie niemals „verkaspern“, erklärt Schlagzeuger Jürgen Mallwitz. „Das hat die Musik nicht verdient.“ Denn viele der damaligen Stars wie eben Hazy Osterwald und auch Bill Ramsey, Greetje Kauffeld und Catherina Valente kommen ursprünglich aus dem Jazz.

Der Einzige in der Band, der die Zeit miterlebt hat, ist der 72-jährige Pianist Dierck Alex. Die anderen Orions und Tine kennen die Wirtschaftswunder-Storys nur vom Hörensagen. „Wir sind zu spät geboren“, sagt Möhle. Trotzdem spielen sie Stücke wie den „Konjunktur Cha Cha“ von 1961 mit der erschreckend immeraktuellen Zeile „Man tut, was man tut, nur aus dem Selbsterhaltungstrieb, denn man hat sich nur selber lieb“, als wären sie damals selbst mit einem VW Käfer über den Brenner gezuckelt.

„Es ist unsere letzte CD“, sagt Möhle. Wieso denn? Die Orions seien nicht gern im Studio, erklärt der 50-Jährige. Am Sound tüfteln, das Ringen um Kompromisse, das sei ihnen eher lästig. Nicht von ungefähr hat die „Panoptikum“-Produktion von der Idee, einen Nachfolger zum ersten Album „Schenk mir heut’ ein Rendezvous“ von 1999 aufzunehmen, bis zur Veröffentlichung fünf, sechs Jahre gedauert. Tine & die Orions sehen sich als Liveband.

Und während Möhle erzählt, dass die vier Orions allesamt auf der CD mitsingen, man das Singen aber überwiegend nicht als Gesang bezeichnen könne, sondern eher als „Rufen“, fällt ihm ein, dass „Downtown“, der Petula-Clark-Hit von 1965, auf keinem der beiden Alben zu finden ist. „Deshalb wird es doch nicht unsere letzte CD sein.“

Mathias Begalke

Hintergrund

Die Lieder auf „Panoptikum“

Das neue Tine & die Orions-Album „Panoptikum“ erinnert an die Hits von Hazy Osterwald („Geldregen“, „Panoptikum“, „Kriminal-Tango“, „Konjunktur Cha Cha“), Greetje Kauffeld („Sunday Melody“), Peggy March („Mit 17 hat man noch Träume“), Conny Froboess („Zwei kleine Italiener“, „Junge Leute brauchen Liebe“), Connie Francis („Schöner fremder Mann“), Anna Maria „Mina“ Mazzini („Heißer Sand“), Bill Ramsey („Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“), Chris Howland („Das hab ich in Paris gelernt“), Evelyn Künnecke („Mäckie-Boogie“, „Egon“), Trude Herr („Ich will keine Schokolade“), Heinz Erhard („Das Lehn-Lied“), Vico Torriani („Café Oriental“), Catharina Valente und Peter Alexander („Musik liegt in der Luft“).
Die CD gibt es für zehn Euro in der Musik-Kiste am Rosenhagen.

mb

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