Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Au-pair-Mädchen aus Madagaskar möchte bleiben

Vöhrum Au-pair-Mädchen aus Madagaskar möchte bleiben

Vöhrum. Aus einer anderen Welt, in der Obst und Gemüse noch mit der Hand abgeerntet und Respekt vor Erwachsenen sehr groß geschrieben wird, kommt die 22-jährige Mamy Ida Andrianotahiana.

Voriger Artikel
Ökogarten: Minipferd Nuri besucht Fips-Feste
Nächster Artikel
Bürgermeister Kessler warnt vor rechten Bewegungen

Die 22-Jährige zeigt einen typisch geflochtenen Hut aus ihrer Heimat.

Quelle: Michaela Gebauer

Seit etwa einem Jahr lebt das madagassische Au-Pair-Mädchen bei ihrer Gastfamilie in Vöhrum, jetzt will sie an der Hochschule in Hannover Europäisches Recht studieren.

„Es ist einfach toll hier“, schwärmt Andrianotahiana und zupft dabei leicht verlegen an ihrem neuen orangefarbenen Rüschchen-Oberteil herum. In ihrer Heimat sind die Verhältnisse eher ärmlich, sie selbst kommt aber aus einer relativ wohlhabenden Familie. „Mein Papa arbeitet bei der Militärpolizei, und meine Mutter ist nebenberuflich Friseurin“, erzählt sie. Ihr älterer Bruder studiert in Madagaskar, und ihr jüngerer Bruder drückt noch die Schulbank. „Schule ist in meinem Land ganz anders als hier. Als ich in der 9. Klasse war, wurde ich mit etwa 70 weiteren Schülern in einem Raum unterrichtet. Das ist aber gar nicht zu vergleichen mit Deutschland. Wir sind sehr diszipliniert und widersprechen nicht unseren Lehrern“, erzählt sie. Insgesamt bindet der Schulalltag die Kinder auch sehr stark ein - der Unterricht findet täglich von 9 Uhr bis 19 Uhr statt.

Zeit zum Einkaufen blieb ihr kaum, allerdings sei es immer wieder schön gewesen, mit ihrer Familie am Wochenende zum Markt zu gehen. „Wir haben immer sehr viel frisches Obst und Gemüse sowie jede Menge Fleisch gekauft“, erinnert sie sich. In Madagascar sei es nämlich unüblich in Supermärkte zu gehen.

„Hier in Vöhrum ist das anders. Man bekommt alles im Laden, allerdings schmeckt es nicht unbedingt besser“, sagt Andrianotahiana und lacht. „In Madagaskar sind die Früchte viel saftiger und süßer. Mittlerweile habe ich mich aber an den Geschmack in Deutschland gewöhnt. Und mit ein bisschen Glück schmeckt es auch sehr gut.“

In ihrer Heimat hat die 22-jährige Jura bis zum Bachelor studiert. Danach ist sie für zwei Jahre in ein Pflegeprojekt eingestiegen, um Straßenkindern zu helfen. „Dort waren viele deutsche Praktikanten. Deshalb bin ich auf die Idee gekommen, Deutsch zu lernen“, erinnert sich die 22-Jährige, die als Übersetzerin gearbeitet hat.

Anfänglich hatte sie Angst vor dem Schritt nach Deutschland, bereut hat sie ihn aber nicht. „Natürlich vermisse ich meine Eltern und Freunde - aber ich fühle mich hier wohl“, schmunzelt sie. Ihr gefällt das Leben in ihrer neuen Familie.

mgb

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung