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Archäologische Funde in Peine zugeordnet

Peine Archäologische Funde in Peine zugeordnet

Peine. Glasierte Keramik, Scherben und Dachziegel fand der Abbenser Archäologe Thomas Budde unter der Glockenstraße in Peine. Dadurch kann er jetzt einen näheren Einblick in die Peiner Geschichte geben.

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Dickwandigen Schalen und Schälchen: Sie sind mit einer Bleiglasur versehen - das war bis in das 19. Jahrhundert noch üblich.

Quelle: Foto: Archiv

Seit einiger Zeit läuft die Fund-Aufarbeitung der Grabungen im Bereich Schützenstraße-Glockenstraße von 2014, die neben der Entdeckung des Gröperntores und äußeren Stadtgrabens vor allem Unmengen von Keramikfunden aus einem Produktionsareal der mittelalterlichen Gröpern-Töpfereien erbrachte.

„Erst durch die Reinigung und Sichtung wird deutlich, um welche Art von Keramiken es sich handelt“, erklärt Archäologe Thomas Budde aus Abbensen, der die Ausgrabungen vornahm. Er kann bereits erste Ergebnisse präsentieren.

Unter anderem wurde unter der Glockenstraße glasierte Keramik gefunden. Sie gehört zu einem mittelalterlichen Fundkomplex des 14. Jahrhunderts. Budde: „Der Fund ist ein seltener Beleg für die Herstellung glasierter Irdenware bereits im Mittelalter und spricht einmal mehr für die Bedeutung der Peiner Töpfereien.“ Nun sei klar, dass solche Gefäße in Peine selbst hergestellt worden waren.

Die Glockenstraßen-Funde wurden zusammenhängend unter dem Bürgersteig vor der Kreissparkasse geborgen. Sie stammen überwiegend von dickwandigen Schalen und Schälchen - insgesamt mindestens zehn Gefäßen, von denen aber nur zwei noch in größeren Teilen zusammensetzbar waren.

Sie sind an der Innenseite, zum Teil auch außen, mit einer dicken grünen, teilweise bräunlich- gelblichen Bleiglasur versehen. Die Verwendung von geschmolzenem Bleimehl war noch bis in das 19. Jahrhundert üblich - in Unkenntnis der gesundheitlichen Gefahren. Die Glasur machte das Kochgeschirr wasserdicht.

Aus demselben Fund stammen auch ein paar dünnwandige, beidseitig grün glasierte Scherben, die Schankgefäßen zuweisbar sind. Zudem konnte aus den gefundenen Scherben noch ein großer, innen gelb-grünlich glasierter Fettfänger (Bräter) fast vollständig zusammengesetzt werden.

Das flache, mit Griff und Ausguss versehene Gefäß war ursprünglich 46 Zentimeter lang. Zeitgenössische Abbildungen zeigen, dass diese Gefäße in das offene Herdfeuer gestellt wurden, um Bratenfett aufzufangen und den Braten wieder damit zu begießen. Auch konnte Fisch oder Fleisch direkt darin gebraten werden. Der Bräter von der Glockenstraße war ein Produkt der Gröpern-Töpfereien.

Aber damit noch nicht genug: Vor Kurzem wurde bei der Fundreinigung das Fragment eines Vorsatzblattes einer gotischen Nischenkachel entdeckt. Gefunden ebenfalls unter dem östlichen Bürgersteig der Glockenstraße. Das Stück wird in die Zeit um 1400 datiert. Fragmente solcher Kacheln wurden ebenfalls unter dem „Weißen Schwan“ gefunden und damals noch für Importware gehalten. Budde: „Dass sie offensichtlich auch in Peine hergestellt worden sind, war bisher nicht annähernd zu ahnen.“

Als weiteres Erzeugnis der Gröpern-Töpfereien können nun auch Dachziegel des Typs Mönch-Nonne gelten. Im vergangenen Jahr fand sich in einer Abfallgrube der Töpfereien unter der Glockenstraße ein völlig unversehrter 38 Zentimeter langer Ziegel vom Typ Mönch, der ganz offensichtlich nie zur Dachdeckung verwendet, sondern von den Töpfern als Ausschussware entsorgt worden ist.

ale

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