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Archäologe entdeckte mittelalterliche Landwehr

Vöhrum Archäologe entdeckte mittelalterliche Landwehr

Vöhrum. Rund 50 Interessierte verfolgten jetzt am nördlichen Hainwaldweg in Vöhrum den Vortrag des Archäologen Thomas Budde aus Abbensen. Im Neubaugebiet, das aktuell erschlossen wird, wurden bisher mehrere archäologische Fundstellen entdeckt. Bei dieser Präsentation ging es um die Vöhrumer Landwehr

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Der Archäologe Thomas Budde (weißes Hemd, mit Unterlagen) informierte die Vöhrumer über den Verlauf der mittelalterlichen Landwehr am Hainwaldweg (links).

Auf 120 Metern Länge und 30 Metern Breite konnte ein ganzer Teil der Anlage nach Mutterboden-Abtrag für einen Bodenaustausch unten an der Landgraben-Niederung freigelegt werden und war für begrenzte Zeit hervorragend zu sehen. Die Bauvorhaben selbst verzögern sich durch die archäologischen Untersuchungen nicht.

Budde: „Bei den entdeckten Gräben handelt es sich um die mittelalterliche Grenzschutzanlage, die zwischen dem Bistum Hildesheim im Süden und dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg im Norden quer durch den heutigen Landkreis verlief.“ Der im Woltorfer Holz liegende Teil dieser Grenzlandwehr konnte erst im vergangenen Winter durch Untersuchungen beim Ausbau der K 71 endgültig in das 13. Jahrhundert datiert werden - „eine Datierung, die wir wahrscheinlich für Vöhrum mit übernehmen können“. Der im Baugebiet nun freigelegte Teil war vorher völlig unbekannt und nicht auf Karten verzeichnet. In einem Suchschnitt wurden die drei Spitzgräben bereits bei Voruntersuchungen im Herbst 2015 entdeckt, nun sieht man aber erst den ganzen Grundriss der 21 Meter breiten Anlage.

Es handelt es sich um eine dreifach gestaffelte Grabenanlage, bei der die Gräben parallel zueinander, aber deutlich gewunden verlaufen. Zwischen den Gräben lagen einst Wälle, wie sie im Woltorfer Holz bis heute noch erhalten sind, während die von der Vöhrumer Landwehr obertägig nicht mehr zu sehen sind. Auf den Wällen waren Wehrhecken aus kleinen Bäumen und verflochtenem Dorngestrüpp, bestehend aus Weißdorn, Schlehe und Hagebutte, als zusätzlicher lebendiger Wall angepflanzt. Eine Besonderheit ist, dass drei Quergräben diagonal in die Landwehrgräben einmünden. Sie stammen vom Knickteich, einem noch im Gelände neben dem Baugebiet als Senke erkennbaren Stauteich. „Dadurch konnten die Trockengräben mit Wasser gefüllt werden. Am anderen Ende öffnete sich die Landwehr zu einem alten Grenzübergang, der zur gegenüberliegenden Dorfwüstung Groß Vöhrum führte. Auch dies war vorher unbekannt“, so Budde.

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