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Archäologe Budde über "katholische" Ofenkacheln

Peine Archäologe Budde über "katholische" Ofenkacheln

Archäologen der Zukunft können einem leid tun: Müssen sie sich in 400 Jahren für verrottete Heizkörper aus unseren Wohnungen erwärmen, erhitzt sich Altertumsforschers Thomas Buddes Forschergeist heute an heißen Funden, die zu einem historischen Kachelofen gehörten.

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Vortrag: Thomas Budde (rechts) referierte im Kreismuseum über seinen bedeutenden Fund.

Quelle: cb

Vor acht Jahren ist Budde bei Bauarbeiten in der Echternstraße fündig geworden: mit dem „bisher bedeutendsten Ofenkachelfund, der weit überregional für die archäologische und kunstgeschichtliche Forschung von Bedeutung ist“. Im Kreismuseum referierte er auf Einladung des Kreisheimatbundes. „Ich wusste, das ist was Wichtiges“, erinnert er sich an die Freilegung der 15 erhaltenen, neun kaum beschädigten Kacheln und der 68 Bruchstücke, sämtlichst reich mit Ornamenten verziert.

In aufwendigen Forschungen gelang es ihm, die Bedeutung der auf den Kacheln dargestellten Einzelfiguren zu entschlüsseln und Zusammenhänge aufzuklären. Dass es sich bei dem Fund um einen Ofen aus dem „Luxusmillieu“ des Adels auf Burgen oder in Städten gehandelt haben muss, steht für Budde fest. Aus den mit mutmaßlich römisch-katholischer Herrschaftssymbolik ausgestatteten Bildmotiven schließt Budde „nicht auf einen Standort in einem Bürgerhaushaushalt der protestantischen Stadt Peine“.

Warum das Prachtstück dann etwa um 1800 ausgerechnet in einer Abfallgrube der Peiner Echternstraße landete, lässt sich nur erahnen. Der Zustand der Kacheln legt die Vermutung nahe, dass die Heizleistung durch Ablagerungen nachgelassen haben könnte. „Die aus 600 Fundstücken zusammengesetzten Kacheln konnten in das zweite Drittel bis Mitte des 17. Jahrhunderts datiert werden, haben aber zumeist eindeutige Vorbilder im 16. Jahrhundert“, erklärte der Forscher seine komplizierte Arbeit, die durch den dänischen Kachelspezialisten Ole Kristiansen nachbetrachtet wurde.

Was den Fund so bemerkenswert mache, seien die Rückschlüsse, wie der Ofen ausgesehen haben könnte. „Wenn es auch nicht für eine sichere Rekonstruktion reicht“, schränkt der Experte ein.

uj

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