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„Angeklagter verhält sich wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde“

Peine „Angeklagter verhält sich wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde“

Peine. Eine Freiheitsstrafe von zwölf Monaten hat das Peiner Amtsgericht gestern gegen einen 56-Jährigen aus Peine verhängt. Die Strafe muss der Mann in einer Entziehungsanstalt verbringen, denn die ihm vorgeworfenen Taten hat der Angeklagte allesamt im Vollrausch begangen.

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Im Amtsgericht Peine fand der Prozess gegen den 56-Jährigen statt.

Quelle: Michael Lieb (mic)

Vor Gericht stand der Mann wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Diebstahl, Beleidigung, Bedrohung und Widerstands gegen die Staatsgewalt. Jedes Mal war Alkohol im Spiel, in der Regel lag sein Pegel über zwei Promille, oft war er sogar schuldunfähig, wie der vom Gericht bestellte Gutachter dem Angeklagten bescheinigte.

Einige Fälle liegen schon einige Jahre zurück. 2013 misshandelte der 56-Jährige seine damalige Lebensgefährtin. Einmal schlug er ihren Kopf mehrfach gegen eine Mauer, dann wollte er sie mit einer Sektflasche schlagen. Ein anderes Mal schlug er ihr auf offener Straße ins Gesicht. Zwischenzeitlich hatte er von der 56-Jährigen getrennt. Inzwischen leben die beiden wieder in einer gemeinsamen Wohnung und sind sogar verlobt. Aus diesem Grund machte die Frau auch von ihrem Recht Gebrauch, die Aussage vor Gericht zu verweigern.

Da die Frau selbst kein Interesse mehr an der Strafverfolgung hat, aber auch weil der Angeklagte selbst keine Erinnerung mehr an die Taten hatte und von Schuldunfähigkeit oder zumindest verminderter Schuldfähigkeit auszugehen war, stellte das Gericht die entsprechenden Verfahren ein.

Schwer ins Gewicht fiel jedoch ein Vorfall am 30. Dezember 2014. Damals war der Angeklagte völlig betrunken zu seiner ehemaligen Lebensgefährtin nach Edemissen gefahren. Die 57-Jährige hatte Angst vor dem Peiner und rief deshalb umgehend die Polizei. Während die Beamten unterwegs waren, trat der Betrunkene die Wohnungstür ein, beschimpfte seine Ex-Freundin, setzte sich in die Küche und trank ein Bier. Als die Polizisten eintrafen, widersetzte er sich der Verhaftung und trat nach den beiden Männern.

Im Streifenwagen wurde der 56-Jährige aufgrund seines Vollrausches ohnmächtig. Ein Notarzt bescheinigte dem Angeklagten die Haftunfähigkeit, er kam ins Krankenhaus, wo er erneut randaliert haben soll.

Der Gutachter bescheinigte dem Angeklagten eine Persönlichkeitsstörung, die vor allem nach dem übermäßigen Genuss von Alkohol zutage tritt. „Der Mann ist wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde“, sagte der Gutachter. Solange er keinen Alkohol trinke, sei er ruhig und empfindsam. Er empfahl eine Therapie für die Dauer von mindestens zwei Jahren, am besten gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, die ebenfalls schwer alkoholkrank ist.

Aufgrund der Sachlage konnte der Richter den Angeklagten aber nur für ein Jahr verurteilen. In dieser Zeit soll ihm dann geholfen werden.

Von Thorsten Pifan

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