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Angeklagte nehmen Kokain-Händler Drogen ab

Jugendschöffengericht Hildesheim Angeklagte nehmen Kokain-Händler Drogen ab

Verfolgungsjagd bei Bründeln, Totschläger und Springmesser auf dem Nachttisch, gemeinschaftlicher Raubüberfall auf einen Rauschgifthändler sowie Nötigung im Straßenverkehr: Die Schuld ist bewiesen, und trotzdem gab es gestern vor dem Jugendschöffengericht keine Strafe für einen 21- und einen 20-Jährigen.

Hildesheim. Strafe ausgesetzt, aber die Bewährung läuft: Kurios mutet an, wie das Jugendschöffengericht beim Amtsgericht Hildesheim gestern nach mehr als drei Stunden urteilte. Aber so ist das im Jugendstrafrecht: Erziehung und pädagogische Anleitung stehen vor Strafe, erläuterte der vorsitzende Richter die Entscheidung – auch wenn es in einer vorangegangenen Verhandlung gegen zwei junge Männer sogar Haftstrafen, ausgesetzt zur Bewährung, gegeben hatte. Diese Bewährungszeit von drei Jahren soll andauern. Die Staatsanwältin, die jeweils ein Jahr und vier Monate Gefängnis gefordert hatte, behielt sich Rechtsmittel vor.

Im geliehenen Audi A 3 war der 21-Jährige aus Algermissen im Mai auf der B 494 in Richtung Hohenhameln unterwegs, als er plötzlich die Haltesignale einer Polizeistreife hinter sich bemerkte und Gas gab. Bei Bründeln rauschte er über eine Verkehrsinsel, fuhr ein Schild um und flüchtete.

Bereits im April hatte er eine Autofahrerin am Überholen gehindert, in dem er ebenfalls auf der B 494 ständig die Fahrspuren wechselte. Als die Frau schließlich rechts an ihm vorbeigefahren war, beschleunigte der 21-Jährige, setzte sich mit dem Audi vor die Frau und bremste sie auf Tempo 40 herunter.

Bei einer Hausdurchsuchung in einer Drogensache stellte die Polizei einen Totschläger, einen Schlagring und ein Springmesser sicher, dass sich der Algermisser angeblich „in Hamburg gekauft und als Accessoires“ für sein Zimmer mitgebracht hatte. Verbotener Waffenbesitz heißt das bei den Juristen.

Der stärkte Vorwurf lautete aber auf gemeinschaftlichen Raub, ein Verbrechen: Die beiden jungen Männer, die vom Gericht als Heranwachsende nach Jugendstrafrecht beurteilt wurden, hatten einen ihnen bekannten Kokain-Händler festgehalten und ihm drei Kügelchen der Droge aus der Tasche genommen. „Er hat uns immer betrogen, da haben wir ihn abgezogen“, sagten die Angeklagten. Klassische körperliche Gewalt hätten sie aber nicht angewendet.

Das Gericht gab ihnen noch eine Chance und will die „weitere Persönlichkeitsentwicklung“ der Männer beobachten. Sollte es zu weiteren Straftaten kommen, „ist alles futsch“, kündigte der Richter an.

de

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