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Andreas S. muss wegen Mordes an seinen Kindern 15 Jahre in Haft

Peine Andreas S. muss wegen Mordes an seinen Kindern 15 Jahre in Haft

Hildesheim/Peine. Für den Mord an seinen vier Kindern ist Andreas S. aus Ilsede zu einer 15-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, die er bis auf weiteres in der Psychiatrie absitzen muss. Das Landgericht Hildesheim sprach den 37-Jährigen gestern für schuldig, seine fünf, sieben und neun Jahre alten Söhne sowie seine zwölf Jahre alte Tochter im Juni mit einem Messer getötet zu haben.

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Muss in die Psychiatrie: Andreas S.

Quelle: Nigel Treblin

Andreas S. nahm das Urteil mit gesenktem Kopf und ohne erkennbare Regung entgegen. Richter Ulrich Pohl erklärte in seiner Urteilsbegründung, dass der Angeklagte bei der Tat in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich eingeschränkt gewesen sei. Er habe sich in einem psychose-nahen Zustand befunden. Das Gericht stufte den 37-Jährigen schließlich als vermindert schuldfähig ein.

Die grausame Bluttat bezeichnete Pohl als in höchstem Maße eigensüchtig: „Eine Steigerung gibt es nicht.“ Andreas S. habe seine Kinder getötet, um mit ihnen im Tod vereint zu sein. Gleichzeitig habe er seine Frau dafür bestrafen wollen, dass sie sich von ihm getrennt hatte. Bei der Tat sei der Angeklagte planerisch vorgegangen. Er steckte sich zuvor noch Ersatzklingen für das Teppichmesser ein und hielt seiner Tochter, die bemerkt hatte, dass etwas nicht stimmt, den Mund zu, damit ihr jüngerer Bruder - das letzte Mordopfer - nicht wach wird.

Mögliche Alkoholprobleme, die Andreas S. bei der richterlichen Vernehmung selbst angeführt hatte, klammerte das Gericht bei der Urteilsfindung komplett aus. Kurz nach der Tat hatte ein Test einen Promillewert von 1,3 ergeben. „Nicht der Alkohol, sondern der psychische Zustand war das Problem des Angeklagten“, erklärte Richter Pohl.

Die Frage ob Andreas S. in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht werden soll, sei aus Sicht der Strafkammer des Landgerichts die schwierigste an dem Urteil gewesen. Mit entscheidend sei die Einschätzung eines Gutachters gewesen, der den 37-Jährigen als gefährlich einstufte.

Verteidigung, Nebenklage und Staatsanwaltschaft erklärten am Ende den Verzicht auf Rechtsmittel. Das Urteil ist damit rechtskräftig.


Zeugen beschrieben den 37-Jährigen als äußerst geduldig und liebevoll

Hildesheim/Peine. Wenige Stunden bevor Andreas S. seine Tochter ermordete, schenkte er ihr ein selbst gebasteltes Herz aus Speckstein. „Mama will das nicht mehr“, sagte er. Die Zwölfjährige schrieb kurz danach im Internet bei Schüler-VZ: „Alles kaputt“.

Die Kinder waren offenbar sein Ein und Alles – und doch tötete der 37-Jährige sie auf grausame Art. Am späten Abend des 14. Juni nahm der Vater ein Teppichmesser und schnitt seiner Tochter und ihren drei jüngeren Brüdern die Kehle durch.

„Die größte Strafe ist für mich, damit zu leben, dass ich meine Kinder so brutal umgebracht habe“, hatte Andreas S. mit brüchiger Stimme nach den Plädoyers gesagt. Zurückhaltend, sehr geduldig, liebevoll – so beschrieben mehrere Zeugen den vierfachen Kindermörder. Schon in der Vergangenheit hatte der Mann seiner Frau mehrmals mit Selbstmord gedroht, sollte sie ihn verlassen. Die einzige, die das richtig ernstzunehmen schien, war die zwölfjährige Tochter. Sie vertraute sich sogar weinend einer Lehrerin an und schrieb ihrem Vater eine SMS: „Tu’s nicht.“

Doch von seinem Vorhaben ließ sich Andreas S. nicht abbringen. Nachdem er seine Kinder getötet hatte, zerfetzte er sich mit dem Teppichmesser selbst den Unterarm und fügte sich schwere Verletzungen am Hals zu. Wie Richter Ulrich Pohl gestern konstatierte, geschah das nachweislich allerdings erst, nachdem sich am Tatort die ersten Zeugen bemerkbar machten.


„Seine Frau wollte lange Strafe für ihn“

Peine/Hildesheim. Die Mutter der vier getöteten Kinder aus Ilsede trat in dem Prozess am Landgericht Hildesheim als Nebenklägerin auf. Auch gestern bei der Urteilsverkündung war sie nicht anwesend – wie schon an den vier Verhandlungstagen zuvor.

Ihr Anwalt Michael Hoppe erklärte nach dem Urteil, dass seine Mandantin das Ziel verfolgt habe, für ihren Ex-Mann eine möglichst lange Freiheitsstrafe zu erwirken. Denn sie habe Angst gehabt, dass er die Familie noch immer im Tod vereinen will.

Als Nebenklägerin habe die Mutter in dem Prozess aber auch „mehr über das Warum erfahren wollen“, sagte Hoppe. Dieses Ziel sei allerdings nicht erreicht worden.

Die Mutter, die in Dänemark Urlaub machte, als ihr Mann die vier gemeinsamen Kinder tötete, wohnt inzwischen wieder in dem Reihenhaus in Ilsede, in dem die Bluttat geschah.

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