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Ambulante Hilfe fordert: „Wir brauchen sozialen Wohnungsbau - auch in Peine“

Peine Ambulante Hilfe fordert: „Wir brauchen sozialen Wohnungsbau - auch in Peine“

Die Ambulante Hilfe Peine schlägt Alarm: „Wir brauchen bezahlbare Wohnungen, wir brauchen sozialen Wohnungsbau - auch in Peine“, betont Bärbel Schuster. „Wenn es genügend Wohnungen geben würde, dann könnten wir die sofort belegen.“ Das Problem wird verschärft, weil es gleichzeitig mehr Wohnungssuchende gibt.

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Ute Rauschenplatt, Gundula Melde und Bärbel Schuster von der Ambulanten Hilfe Peine (v.l.).

Quelle: jti

„Wir haben noch nie so wenige Klienten in eine Wohnung vermitteln können, wie in diesem Jahr“, sagt Schuster. 2010 gab es noch 26 Vermittlungen in eine Wohnung, 2011 waren es 18 und 2012 nur 10. „Gemeldet sind bei uns zurzeit 22 Wohnungssuchende, die bei Freuden, Bekannten und Verwandten oder im Obdach schlafen müssen“, verdeutlicht Ute Rauschenplatt. Und dies sind nur die bei der Ambulanten Hilfe bekannten, die tatsächliche Zahl sei weitaus höher.

Rauschenplatt weist auf ein weiteres Problem hin: „Leistungen für Miete und Energiekosten werden gedeckelt, gleichzeitig steigen aber die Kosten dafür. Besonders dramatisch ist, dass der ohnehin schon am Existenzminimum orientierte Arbeitslosengeld-II-Betrag durch die stark steigenden Stromkosten deutlich verringert wird. Zum Leben verbleibt somit immer weniger.“ Hier müsse bei der Heizkostentabelle und Wohngeldtabelle ausreichend nachgesteuert werden. Auch sei der bürokratische Aufwand oftmals sehr hoch, um an Leistungen zu kommen. „Menschen in Wohnungsnot werden von der Politik vergessen“, bedauert die Sozialarbeiterin.

Gundula Melde appelliert, „dass sich Mieter bei Problemen rechtzeitig an die Ambulante Hilfe wenden, bevor es zur Zwangsräumung kommt, oder dass Vermieter ihre Mieter auf die Beratungsmöglichkeit aufmerksam machen“. Wer eine Wohnung anbieten möchte, kann sich ebenfalls an die Beratungsstelle wenden. „Wir haben auch ein Auge darauf, dass wir einen passenden Mieter vermitteln.“

Zurzeit werden 87 Menschen fest von der Ambulanten Hilfe betreut und 25 stehen in regelmäßigem Kontakt. Den steigenden Bedarf spiegelt auch die Zahl der Erstkontakte wider. 2010 waren es 121, im Folgejahr schon 136 und 2012 bereits 161. In diesem Jahr hat es bis jetzt 138 Erstkontakte gegeben. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 128. „Somit zeichnet sich erneut eine Zunahme ab, weil in den letzten beiden Monaten des Jahres nochmals mit einer kräftigen Steigerung zu rechen ist“, sagt Melde. Besorgniserregend für die Mitarbeiterinnen ist, dass deutlich mehr junge Leute darunter sind als früher.

jti

Info: Die Forderungen der Bundesarbeitsgemeinschaft

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, der Dachverband der Wohnungslosenhilfe in Deutschland, sieht einen drastischen Anstieg der Wohnungslosigkeit: 2012 waren etwa 284 000 Menschen ohne Wohnung, bis 2016 wird ein weiterer Anstieg der Wohnungslosigkeit um etwa 30 Prozent auf dann 380 000 Menschen prognostiziert. Die Bundesarbeitsgemeinschaft fordert daher:

  • Eine feste Verankerung der Wohnungspolitik auf der Ebene des Bundes.
  • Eine aktive soziale Wohnungsbaupolitik der Länder und Kommunen.
  • Alle Länderregierungen und die Bundesregierung sollen umgehend eine Wohnungsnotfallstatistik einführen.
  • Verbindliche Kriterien zur Festlegung der Mietobergrenzen – keine Pauschalierung der Kosten der Unterkunft; eine sozialräumliche Differenzierung dieser Mietobergrenzen sowie Einzelfallprüfungen zur Angemessenheit der Miete und die Übernahme von Schulden für Unterkunft und Heizung auch als Beihilfe im SGB II.
  • Eine Mietpreisbremse, die den Anstieg von Neu- und Wiedervermietungsmieten bei 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete deckelt.
  • Einen konsequenten Ausbau der Prävention von Wohnungsverlusten, unter anderem durch ein Programm zum Auf- und Ausbau von Zentralen Fachstellen zur Vermeidung von Wohnungsverlusten.

jti

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