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Alte Stadtwache: Gelebte Geschichte im Gartenverein

Peine Alte Stadtwache: Gelebte Geschichte im Gartenverein

Peine. Zarte Gardinen luken hinter weißen Sprossenfenstern hervor, Fachwerkbalken knarren, Wappen prägen den Eingang - kaum ein Peiner Gebäude hat eine solch bewegte Geschichte wie die Alte Stadtwache. 350 Jahre ist sie nun alt, heute ist sie Vereinsheim des Kleingartenvereins „Friedrichsruh“. Doch wie kam sie einst nach Telgte? Ein Rückblick.

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„Herzstück“: Peter Bachmann vor der Alten Stadtwache.

Telgte. „Da kann man lange in Norddeutschland suchen, um so ein schönes Vereinsheim zu finden“, sagt Peter Buchhold, Vorsitzender des Kleingartenvereins „Friedrichsruh“, stolz. „So ein Haus hat nicht jeder.“ Und deshalb hegen und pflegen die Kleingärtner ihr Prachtstück, das inmitten der Telgter Kolonie liegt, mit viel Liebe. Seit Juli 1932 ist die Alte Stadtwache ihr Herzstück.

Doch gebaut wurde sie einst vor 350 Jahren an anderer Stelle. Auf dem Marktplatz hat die Stadt 1662 die Stadtwache auf eigene Kosten bauen lassen, außerdem entstanden die Wachhäuser an den Stadttoren. „Der Bischof von Hildesheim hatte beschlossen Peine zu einer Festung auszubauen“, weiß Buchhold. „Fast 150 Jahre hielt sie Krieg und Unruhen stand. Danach verlor sie ihre Bedeutung.“

Eine Pastorenfamilie erwarb das Haus 1834 und nutzte die Alte Stadtwache als Gartenhaus. Im Laufe der Zeit wurde sie zum Wohnungsamt, als Krankenlokal, als Lazarett oder zur Unterbringung einer Garnison der königlichen Artillerie genutzt. Doch 1867 schließlich, nachdem die Alte Stadtwache lange an Gewerbetreibende vermietet worden war, kaufte Sülly Traube das Haus. „Er verpflichtete sich mit dem Kauf jedoch, die Wache abzureißen und an selber Stelle ein neues Haus zu bauen“, schildert Buchhold. Im früheren Küchenthalschen Garten in der Schützenstraße - neben der Post - wurde die alte Stadtwache wieder aufgebaut. „Dort wurde für eine Zeitlang das Wohnungsamt untergebracht“, so Buchhold.

Nachdem aber auch die Post irgendwann mehr Platz benötigte, sollte die Stadtwache erneut abgerissen werden. „Viele Peiner wollten damals die Stadtwache retten, doch es scheiterte an Geldsorgen“, sagt Bachmann. Die Gartenkolonie „Friedrichsruh“ hingegen packte an und baute das Haus Stück für Stück auseinander. „Mit Handwagen haben sie die Einzelteile vorsichtig nach Telgte gebracht“, sagt Bachmann. „Behutsam bauten sie die Alte Stadtwache originalgetreu wieder auf. Seither halten wir das Haus in Eigenregie und in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz in Schuss.“

Im Inneren entstand einst eine Gaststätte. Im Obergeschoss wurde eine Wohnung eingerichtet, Waschküche, Stallungen und Toiletten baute man an. „Viele wissen nicht, dass die Gastwirtschaft mit sommerlicher Gartenbestuhlung aktiv betrieben wird“, sagt Peines Bürgermeister Michael Kessler. Der Wirt Hans-Dieter Peter hat das Lokal vor einiger Zeit übernommen - und feiert in diesem Jahr ebenfalls ein Jubiläum: Im Jahr des 350. Geburtstages der Alten Stadtwache feiert er 350 Tage Bewirtschaftung.

„Der Kleingartenverein hat dieses Kleinod jetzt seit bereits 80 Jahren auf sehr ansprechende Weise in seine Gartenanlage integriert und es baulich in einem guten Zustand gehalten. Darauf kann der Verein sehr stolz sein“, lobt Bürgermeister Kessler. „Ein Ausflug zur guten alten Stadtwache lohnt sich.“

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Am Wochenende wird das Jubiläum „350 Jahre Alte Stadtwache“ beim Tag der Gartenfreunde rund um das historische Gebäude gefeiert.

Sonnabend geht es um 14.30 Uhr mit Kutschfahrt, Kaffee und Kuchen los. Außerdem finden Ehrungen und ein Vortrag zur Alten Stadtwache statt. Um 20 Uhr folgt Tanz im Festzelt mit „Trio Sound“ und eine Tombola.

Sonntag folgt um 10 Uhr das Abholen der Könige in Begleitung des Spielmannszuges des TSV Bildung und der Umzug durch die Anlage. Um 11 Uhr beginnt das Königsfrühstück mit Proklamation und Pokalübergabe.

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