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Als sich der Eisenträger im Bunker bog

Peine Als sich der Eisenträger im Bunker bog

Fast auf den Tag genau vor 68 Jahren erschütterte eine schwere Explosion die Fuhsestadt, als ein Munitionszug - mutmaßlich aus erbeuteten deutschen Beständen - im Peiner Horst explodierte. Hans Oelke wohnte zu dieser Zeit am Damm - und erinnert sich nun in der PAZ an das Unglück, das der Peiner in einem Luftschutzkeller in direkter Nachbarschaft unbeschadet überstand.

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Hans Oelke vor dem Haus Damm 19. Dort war der Luftschutzkeller, in den er flüchtete.

Quelle: js

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die Wehrmacht bedingungslos, der Zweite Weltkrieg war in Deutschland beendet. In Peine waren amerikanische Truppen bereits im April 1945 einmarschiert. „Am 11. Mai wurde unser elterliches Haus in der Gunzelinstraße von amerikanischen Truppen beschlagnahmt“, erinnert sich Oelke. Darum zog es die Familie wenige Tage vor der großen Explosion zu Oelkes Großmutter im Damm 17.

„Der 16. Mai war ein warmer, heißen Tag. In die drückende Mittagshitze mischten sich zunehmend knallende Geräusche. Das waren wohl Granaten, es klang für uns aber wie ein Silvesterfeuerwerk.“

Der damals achtjährige Hans Oelke spielte an der Fuhse, die damals noch am Damm vorbei floss. Doch was zunächst niemand als bedrohlich wahrnahm, änderte sich schnell, schildert der heute 76-Jährige: „Die Mieterin meiner Großeltern kam aus Richtung Kniepenburg von ihrem Kleingarten herbeigestürzt. Sie rief: ‚Auf der Horst steht ein brennender Munitionszug. Gehen Sie mit den Kindern in den Keller.‘ Augenblicklich packte Oma mich und meinen Bruder Dietrich und stürzte in die wenige Schritte entfernte Gastwirtschaft Dammschänke im Damm 19“ - dort birgte ein Luftschutzkeller Sicherheit.

„Wie aus dem Nichts erschütterte plötzlich eine urmächtige, so noch nicht einmal während des Krieges erlebte Explosion das Gebäude. Ich sah ungläubig und fassungslos, dass der lange eiserne Träger an der Decke des Kellers sich mittig tief nach unten bog. Der Schrecken prägt sich bis heute tief in mein Gedächtnis ein.“ Die Druckwelle der Explosion verbog nicht nur den Eisenträger, es zerfetzte auch ein Stellwerkhäuschen, eine Zugachse samt Rad landete im 600 Meter von der Explosion entfernten Hagenmarkt. Reste des Zuges waren hunderte Meter weit vom Horst bis in die Innenstadt geflogen. „Schweren Schaden erlitt auch Töpfers Mühle. Im offenen Druckfeld der Explosion wurde sie regelrecht halbiert. Tote oder Verletzte waren meines Wissen zum Glück aber nicht zu beklagen.“

js

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