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Als „eiserne Lady“ in der Stahlstadt

Peine Als „eiserne Lady“ in der Stahlstadt

Peine. Als „eiserne Lady“ hätte Kabarettistin Barbara Kuster in der Stahlstadt Peine eigentlich ein Heimspiel haben sollen.

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Kabarettistin Barbara Kuster zeigte ihr Können im Peiner Forum.

Quelle: im

Aber die Zeiten sind auch für das politische Kabarett stahlhart geworden, und selbst als „eisern“ geltende Ladys sollen zuweilen vor Rostfraß nicht sicher sein - selbst, wenn sie programmgemäß das Forum zu einer Wahlkampfveranstaltung für das höchste Amt im Staate nutzen.

Denn: wer sonst sollte Bundespräsidentin werden, „wenn nicht ich?“, versuchte die Kuster die etwa 350 Zuschauer zu überzeugen und drückte gleich zu Beginn eisenhart diverse Hände in der ersten Reihe. Apropos erste Reihe: Wer dort Platz genommen hatte, zeigte nach Ansicht der Kuster „Mut und Verantwortung“. Allen voran übrigens jener Zuschauer, den sie zum „Horst“ machte und zuweilen so von oben herab behandelte, wie eine missgelaunte Deutsch-Paukerin einen eisernen Legastheniker.

Was sie indessen beherrscht, ist hohler Politker-Sprech, den sie in langen Ehe-Jahren bei ihrem einer großen Volkspartei dienenden Gatten als Realsatire abgehört haben will. Nun wolle sie selbst ins Rampenlicht und lästerte über übergewichtige, arme Deutsche und die Zeit, als das genau andersrum war. Ihre mageren Geschlechts-Genossinnen mit Kleidergröße Null ordnet sie als „Trockenobst-Frauen“ ein, die sich bestens in hungernde Kinder hineinversetzen könnten.

Der Energiewende will sie mit in Hometrainern integrierten Generatoren begegnen und dadurch Arbeitsplätze für übergewichtige Empfänger staatlicher Fürsorge schaffen. Wenn sie nicht redet, singt sie - und das nicht schlecht. Die elektronische Verstärkung verschluckt allerdings zuweilen die Textverständlichkeit. Zu ihren „Reden“, die sie von einem mit einer glitzernden Nationalfahne geschmückten Tisch aus hält, werden Musik und Geräusche eingespielt.

Aber statt stahlharter Neuigkeiten gibt’s nur angetaute Tiefkühlkost: Deutsche Gründlichkeit gegen Laissez-faire jenseits der Grenzen, sattsam bekannte sozialkritische Erkenntnisse und auch einen - pardon wirklich absolut schrottreifen - mit Schmerzensschreien unterlegten Beitrag über das Rechtsverständnis orientalischer Eiferer.

Obwohl sich Kuster eisern abrackert, wirken die oft langwierig angelegten Pointen rostig, erzeugen freundliche Lacher und schnell abklingenden Applaus. Auch das Finale unter Beteiligung der ersten beiden Zuschauerreihen, die ihr zu Ehren Plastikblumen zu werfen und mittels „Winkelementen“ zu jubeln haben, bleibt höflich. Auch den angesprochenen „Horst“ scheint sie längst vergessen zu haben, ihre „eiserne Reserve“ kommt unaufgefordert und der Applaus zum Schluss kurz.

uj

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