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Alkohol-Exzesse an Himmelfahrt: Branntwein-Verbot und gesperrte Seen

Kreis Peine Alkohol-Exzesse an Himmelfahrt: Branntwein-Verbot und gesperrte Seen

Kreis Peine. Alkohol-Exzesse am Himmelfahrtstag haben vor allem an den Seen im Peiner Land große Probleme bereitet. Für Polizei und Ordnungsbehörden ist das Maß voll. Sie werden daher diesmal an Himmelfahrt - Donnerstag, 9.Mai - hart durchgreifen.

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Hochprozentiger Alkohol ist am Himmelfahrtstag am Eixer See verboten. Wer trotzdem erwischt wird, riskiert ein Zwangsgeld von 50 Euro und muss die Getränke abgegeben.

Quelle: mic

Vorbeugend werden der Wehnser See und der Wipshäuser See (beide Gemeinde Edemissen) an diesem Tag gesperrt. Für den Eixer See gibt es ein Verbot für Branntwein und branntweinhaltige Getränke.

„Alle Verbote gelten am 9.Mai zwischen 6 und 24Uhr“, sagt Polizei-Sprecher Stefan Rinke. Bei der Polizei laufen die Fäden zusammen. Die Aktion ist nicht nur von der Polizei geplant. Auch die Ordnungsämter des Landkreises und der Stadt Peine sowie der Gemeinde Edemissen waren an den Vorbereitungen beteiligt.

In den vergangenen Jahren war es immer wieder zu Ausschreitungen gekommen - vor allem im Umfeld der drei Gewässer (PAZ berichtete). „Allein am Wehnser See dauerten die Aufräumarbeiter mehr als eine Woche“, betont Rainer Hoffmann vom Ordnungsamt der Gemeinde Edemissen. Dabei entstanden zudem erhebliche Kosten in Höhe von mehr als 5000 Euro.

Im Mittelpunkt wird an dem traditionellen Ausflugstag für Jung und Alt auch der Jugendschutz stehen. „Mitarbeiter des Peiner Jugendamtes sind unterwegs und werden vor allem an bekannten Treffpunkten Präsenz zeigen“, sagt Kreis-Sprecherin Katja Schröder. Und Peines Polizei-Chef Bernhard Bergmann erklärt im Namen aller Beteiligten: „Unser Ziel ist es, allen Bürgern einen sicheren Himmelfahrtstag zu ermöglichen.“

pif

Polizei will Ausschreitungen stoppen

Kreis Peine. Wirkungsvoll stoppen wollen Polizei und Ordnungsbehörden jetzt die Alkohol-Ausschreitungen am Himmelfahrtstag an drei Peiner Seen und haben Verbote für den 9. Mai ausgesprochen. Was ist in den letzten Jahren passiert? „Angetrunkene sind in Feierlaune mitten auf verkehrsreichen Straßen spaziert und mussten zu ihrer eigenen Sicherheit von der Straße geholt werden“, sagt Polizei-Sprecher Stefan Rinke.

Rainer Hoffmann vom Ordnungsamt der Gemeinde Edemissen ergänzt: „Allein am Wehnser See zogen sich die Aufräumarbeiten und die Säuberung im vergangenen Jahr mehr als eine Woche hin.“ Der unmittelbare Sachschaden hat rund 5000 Euro betragen. Dabei sind die Schäden im Umfeld des Sees noch gar nicht eingerechnet. Alkoholisierte Randalierer hatten zum Beispiel Verkehrsschilder herausgezogen. Die Bürger in Wehnsen fühlten sich durch den Lärm erheblich gestört und in ihrer Privatsphäre eingeschränkt. „Es gab erhebliche Beschwerden von Anwohnern über das Urinieren in Vorgärten, Zerstörungen, Lärmbelästigungen“, so Hoffmann.

Ein ähnliches Bild hat sich vor einem Jahr rund um den Eixer See geboten. Dort kam es zudem zu einer Schlägerei mit 40 bis 50Personen, die von der Polizei geschlichtet werden musste (PAZ berichtete). Gegen 20Uhr war es dort zu einem Streit gekommen. Zur Unterstützung der Peiner Beamten waren damals auch Polizisten aus Hannover herbei geeilt. Gefeiert hatten dort etwa 100Personen – vorwiegend Jugendliche. Kurz nach 21Uhr hatte die Polizei alle Streithähne getrennt.

Kurz danach erreichten die Polizei Anrufe aus Wehnsen. Auch dort war eine Party mit etwa 50Gästen eskaliert – es gab Verletzte. Die Polizei erteilte Platzverweise und leitete Ermittlungen wegen Körperverletzung ein. Auch hier lautete die Ursache: zu viel Alkohol.

pif

Pro-Kommentar

Von Thorsten Pifan

Himmelfahrt – im Volksmund auch Vatertag genannt – ist traditionell ein Tag, an dem Familien und Freunde Ausflüge unternehmen und den Feiertag im Freien genießen. Häufig wird dabei in geselliger Runde auch Alkohol genossen – in Maßen ist das in Ordnung. Doch in den vergangenen Jahren sind die geselligen Runden leider allzu oft in Saufgelage ausgeartet, mit weniger schönen Folgen. Deshalb ist es gut, richtig und wichtig, dass die Peiner Polizei und die Ordnungsbehörden von Landkreis, Stadt sowie Gemeinde Edemissen in diesem Jahr hart durchgreifen, um den alkoholisierten Spaßbremsen das Handwerk zu legen, damit alle anderen – nämlich die große Mehrheit – fröhlich weiter feiern können.

Dabei ist es äußerst schade, dass eine Minderheit letztlich dafür verantwortlich ist, dass der Spaß der Mehrheit an Wehnser und Wipshäuser See in diesem Jahr ausfällt, und die Party am Eixer See ein wenig „trockener“ wird als in den vergangenen Jahren.

Bleibt zu hoffen, dass die Aktion von Polizei und Ordnungsbehörden Wirkung zeigt und die Störenfriede nicht nur ausweichen, sondern sich einfach mal am Riemen reißen. Dann besteht nämlich Hoffnung, dass im kommenden Jahr wieder alle die Partys an den Seen genießen können – ohne Verbote und der Androhung von Strafen.

Contra-Kommentar

Von Michael Lieb

Gegen Schlägereien, Gewalt und Alkoholexzesse soll und muss vorgegangen werden. Das ist keine Frage. Für mich stellt sich allerdings die Frage: Wie? Bei allem Verständnis für die Bemühungen von Polizei und Ordnungsämtern fehlt mir unter dem Strich der positive Ansatz. Gibt es keine Möglichkeiten, keine Ideen von öffentlichen, privaten oder auch kirchlichen Einrichtungen, Ausschreitungen anders als mit Verboten zu verhindern?

Ich erinnere mich zum Beispiel an eine gelungene Abi-Party in Wolfenbüttel: Die örtliche Jugendpflege organisierte an zentraler Stelle ein Konzert mit jungen Bands, ein Getränke-Händler stellte kostenlos gekühltes Mineralwasser zur Verfügung, ein Bäcker spendierte Salzbrezeln – und die Polizei war mit einem Info-Stand vor Ort. Was letztlich auch seine Wirkung hatte. Darüber hinaus gab es eine Reihe von Sportspielen und anderen Aktionen.

Klar, Himmelfahrt ist keine Abi-Party, aber Verbote sind doch auch keine Ideallösung. Die konzertierte Planung der Peiner Ordnungsämter und der Polizei klingt für viele bestimmt nach Spaßverbot. Und wer auch Kosten als Argument in den Raum stellt, sollte vielleicht darüber nachdenken, an den neuralgischen Stellen – den Badeseen – schlicht und einfach die Kontrollen zu verstärken. Wer an Himmelfahrt feiern will, sucht sich schon sein Plätzchen.

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