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Ärger um alten Bahnübergang

Telgte Ärger um alten Bahnübergang

Hans Schacht ist empört: Oft kommt der 67-Jährige am alten Bahnübergang in Telgte vorbei: „Hinweisschilder und Signale sind noch da. Dabei ist unschwer zu erkennen, dass dort lange kein Zug mehr gefahren ist und wohl auch nie mehr einer fahren wird.“

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Ärgert sich über unnötige Verkehrsschilder: Hans Schacht am alten Bahnübergang zwischen Peine und Telgte.

Quelle: azi

Telgte. „Die Beachtung gültiger Verkehrszeichen ist für Autofahrer zwingend. Deshalb sollte man sie unverzüglich entfernen, wenn ihre Notwendigkeit nicht mehr gegeben ist“, findet Schacht.

Dass der Bahnübergang neben dem Edeka-Gelände nicht mehr in Betrieb ist, ist unübersehbar: In den Gleisen sitzen Gras und Moos. Auf der Nordseite der Vöhrumer Straße verschwindet die Bahntrasse direkt im Gebüsch.

„Die Stadt Peine hat in grauer Vorzeit die entsprechenden Verkehrszeichen angeordnet und auch aufgestellt“, erklärt Stadt-Sprecherin Ulrike Laudien auf Anfrage der PAZ. „Eine Entfernung dieser Verkehrszeichen wird die Stadt nur dann veranlassen können, wenn die Bahn schriftlich versichert, dass die Bahntrasse zurzeit und auch zukünftig nicht befahren werden wird.“ Eine entsprechende Erklärung habe man mittlerweile bei der Bahn eingefordert.

In der Presseabteilung der Deutschen Bahn müssen die Mitarbeiter zunächst nachforschen, zu welcher Strecke der Bahnübergang überhaupt gehört. „Es handelt sich um die ehemalige Eisenbahnstrecke Plockhorst-Peine“, erklärt Sprecherin Sabine Brunkhorst schließlich. Der Personenverkehr sei bereits 1958 eingestellt worden. Im Jahr 2003 fuhr hier der allerletzte Güterzug.

Eine weitere Nutzung der Trasse sei seitens der Deutschen Bahn nicht geplant. Zur Frage, ob Gleise und Signale irgendwann entfernt werden sollen, könne man allerdings „derzeit keine Angaben“ machen.

azi

Der „Alli“: Seine Historie und aktuelle Pläne

Die Geschichte der Bahnlinie Peine-Plockhorst reicht weit zurück: „Die Reichsbahn hat die Trasse gebaut. Eröffnet wurde sie am 1. Oktober 1922“, sagt der Peiner Bahn-Experte Manfred Grunert. Nach der Einstellung des Personenverkehrs im Jahr 1958 sei auch der Güterverkehr „scheibchenweise zum Erliegen gekommen“. Letzte Stationen waren die Firmen Preussag in Stederdorf und Deufol in Telgte.

Im Volksmund wurde die Verbindung „Alli“ genannt. Woher dieser Name stammt, ist ungewiss: „Meine ursprüngliche Info war, dass er nach dem Zweiten Weltkrieg durch Waggons der Alliierten aufkam, die mit „Allied“ beschriftet waren“, so Grunert. „Dann tauchten Zeitzeugenberichte auf aus den 30er-Jahren, wonach man damals schon vom ‚Alli‘ sprach.“ Einer anderen Theorie nach war ‚Alli‘ der Spitzname eines bekanntes Zugführers.

Seit 2003 ist die Trasse unbenutzt. Vor zwei Jahren gab es eine Initiative, die Strecke mit Draisinen-Fahrten wiederzubeleben. Dadurch sollte das Peiner Freizeitangebot ergänzt werden. Weiterhin aktuell ist ein Plan des Ortsrats Stederdorf: „Wir möchten einen Rad- und Wanderweg auf der alten Bahnstrecke bauen“, erklärt Ortsbürgermeister Gustav Kamps (SPD).

Die Route solle von der Vöhrumer Straße bis zum Stederdorfer Sportplatz führen. „Von dort geht ein Wirtschaftsweg bis Wendesse“, so Kamps. Unterwegs seien Natur-Lehrpfade denkbar. Auch ein Abzweig nach Vöhrum und Richtung Eixer See sei geplant. Bisher scheiterte das Projekt an den Kosten von etwa einer Million Euro. Deshalb sei man aktuell auf der Suche nach Zuschüssen. „Wir sind an dem Projekt dran“, so Kamps.

azi

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