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Ärger um Baum mit Spechthöhlen

Peine Ärger um Baum mit Spechthöhlen

Eine Rotbuche hatten die Arbeiter im Auftrag der Stadt Peine bereits gefällt. Gerade setzten sie die Säge am zweiten Baum an – da schritt Professor Hans Oelke ein. Der 100 Jahre alte Baum an der Peiner Kastanienallee ist Heim- und Brutstätte für drei Spechtarten. Er musste nur seine Krone lassen.

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Die Spechthöhlen sind deutlich zu erkennen.

Quelle: Christian Bierwagen

Peine. „Meine Frau hat das Kreischen der Motorsäge gehört“, schildert Professor Hans Oelke die Situation, die sich gestern Vormittag an der Peiner Kastanienallee abspielte. Beim Blick aus dem Fenster sah er, wie Arbeiter der Stadt sich daran machten, eine der 100 Jahre alten Rotbuchen gegenüber des Hauses zu fällen. „Ich habe es in letzter Sekunde geschafft, dass der Baum stehen bleibt,“ sagt der Naturschützer. Nur die Krone war bereits der Säge zum Opfer gefallen.

Oelke ist empört: „Das ist unmöglich! Diese Buche hat vier bewohnte Spechthöhlen.“ Während der Grünspecht seit längerem Übernachtungsgast in der Buche ist und der Buntspecht sogar brütet, hat der Schwarzspecht erst im Winter sein Quartier bezogen. Auch Stare leben dort, hat Oelke beobachtet.

„Nach dem 1. März dürfen laut Naturschutzgesetz wegen der Brut- und Setzzeit gar keine Bäume mehr gefällt werden“, betont der Naturschützer. „Und schon gar nicht mit Brutstätten geschützter Arten.“

Dazu zählen nämlich Grün-, Bunt- und Schwarzspecht. Alle drei Vögel stehen auf der Liste geschützter Arten. „In solchen Fällen drohen von der zuständigen Naturschutzbehörde hohe Strafen“, sagt Oelke. Er befürchtet, dass die Buche nun von einem Pilz befallen werden könnte. Zudem fordert er die Kennzeichnung von Spechtbäumen. Die Baumfäll-Aktionen will er in Zukunft genau beobachten. „Es wird den Bürgern überlassen, aufzupassen!“

Stadt-Sprecherin Melanie Widdel-Scheer, erklärt: „Es handelt sich um einen kranken Baum, der umsturzgefährdet war und auf die Kastanienallee hätte fallen können.“ Der Stadt sei bewusst gewesen, dass sich in dem Baum eine alte Spechthöhle befindet. Aus diesem Grund sei entschieden worden, den Baum nicht zu fällen, sondern oberhalb der Spechthöhle zu kappen. „Die Stadt Peine geht davon aus, dass die Spechte zum jetzigen Zeitpunkt mit der Brutplatz-Suche beginnen“, teilt Widdel-Scheer mit.

Mirja Weber

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