Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Ärger in der Fußgängerzone: Stadt Peine will Gebühr für Aufsteller und Vordächer

Peine Ärger in der Fußgängerzone: Stadt Peine will Gebühr für Aufsteller und Vordächer

Peine. Unmut bei den Geschäftsleuten in der Fußgängerzone: Die Stadt hat Briefe versandt, in denen sie aufgefordert werden, eine gebührenpflichtige Sondernutzung für Aufsteller oder Vordächer zu beantragen. Klaus Brochmann vom Fußball-Fanshop „fan-tastic world“ kann den Sinn der Maßnahme nicht nachvollziehen.

Voriger Artikel
Kneipenschlägerei in Peine: Geldstrafen und ein Freispruch
Nächster Artikel
Pastoren dringend gesucht: Superintendent Menke wirbt für den Beruf

Kein Verständnis: Klaus Brochmann ärgert sich, dass er für seinen Aufsteller eine Sondernutzungsgebühr zahlen soll.

Quelle: jti

Es gehe um die Aufenthalts- und Einkaufsqualität. Bürger, Besucher und Kunden sollen ungehindert schlendern können und auf dekorative Schaufenster und Warenauslagen treffen, heißt es im Brief. Es gelte, überzogene Nutzungen zu Lasten des Freiraums von Fußgängern zu verhindern. „Dies kann ich nicht nachvollziehen, die Argumentation hinkt“, sagt Brochmann. „Ich frage mich, wie mein Aufsteller Fußgänger behindert. Zumal er ja auch weiter im Wege stehen würde, wenn ich die Gebühr zahlen würde.“

Völlig unverständlich sei für ihn der Hinweis auf die Vordächer. „Diese sind doch schon lange da und die meisten Geschäftsinhaber sind Mieter, dies würde dann doch die Vermieter betreffen.“

Er verstehe nicht, dass jahrelang nichts moniert wurde und jetzt auf einmal überprüft werde. „Und warum passiert dann mit den Fahrrädern nichts, die vor Schaufenstern und Eingängen abgestellt werden und den Zugang erschweren.“

Ein gewisse Ordnung müsse sein, sieht Brochmann ein. „Aber auf der einen Seite will sich Peine von anderen Städten unterscheiden und den Einzelhandel in der City halten, auf der anderen Seite gibt es dann aber Knüppel zwischen die Beine.“ Er hat die Frist für einen Antrag verstreichen lassen, und weiß auch von anderen, die das getan haben. „Ich bezweifele, ob sich der derzeit betriebene Aufwand lohnt, wenn alle Aufsteller drinnen stehen.“

Das Problem ist in der Peiner City-Gemeinschaft bekannt. „Ich habe Bürgermeister Michael Kessler einen Brief geschrieben“, sagt Vorsitzender Ole Siegel. „Wir stehen mit der Stadt im Gespräch, um eine vernünftige Lösung zu finden.“ Dies sieht auch Ingeborg Wennerscheid so. „Die Kaufmannsgilde ist mit im Boot“, sagt die Gildemeisterin. „Wir müssen jetzt gemeinsam versuchen, eine für alle passable Lösung zu finden.

Ein Statement der Stadt war gestern nicht zu bekommen. Man wolle alle Aspekte genau beleuchten und den Sachverhalt umfassend darstellen, sagte Sprecherin Karin Richter auf PAZ-Anfrage. „Eine Stellungnahme wird aber kommen.“

jti

Kommentar

Maßhalten

Der Ärger ist verständlich: Der Einzelhandel ist ohnehin nicht auf Rosen gebettet und soll jetzt auch noch für Aufsteller und Vordächer blechen. Die Sondernutzungssatzung gibt es schon lange, aber lange ist auch nichts passiert. Warum soll sie jetzt so rigoros umgesetzt werden? Ein erhoffter Geldsegen für klamme kommunale Kassen kann der Grund eigentlich nicht sein. Denn: Keine Aufsteller, kein Geld. Die Vermutung liegt nahe, dass der Vorstoß eher erzieherischer Natur ist. Denn einige Geschäfte dürften mit ihren üppigen Auslagen durchaus etwas übertrieben haben. Aber bitte maßhalten und nicht alle über einen Kamm scheren. Klar, eine Fußgängerzone sollte aufgeräumt sein, aber auch lebendig, mit bunten Auslagen und zufriedenen Kaufleuten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung