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86-Jährige überfallen und misshandelt: Fünf Jahre Haft für Angeklagten (23)

Hildesheim/Peine 86-Jährige überfallen und misshandelt: Fünf Jahre Haft für Angeklagten (23)

„Eine ganz miese Nummer“ nannte der Vorsitzende Richter, Rainer de Lippe, den Überfall auf eine heute 86 Jahre alte Peinerin (PAZ berichtete) bei seiner gestrigen Urteilsverkündung im Landesgericht Hildesheim. Der Angeklagte (23) bekam fünf Jahre Haft wegen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung.

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Mit einer Jacke schirmte sich der Angeklagte (l.) im Prozess-Saal in Hildesheim ab.

Quelle: bar

Hinzu kommt ein Monat Freiheitsstrafe aus einem früheren Urteil. Der 23-Jährige aus Salzgitter bleibt bis Haftantritt auf freiem Fuß, da er sich auch der Verhandlung nicht entzogen hatte.

Das Opfer war im August 2012 von drei Tätern in seiner Wohnung niedergeschlagen, misshandelt und bedroht worden. Einer von ihnen war nach Überzeugung der Kammer der 23-jährige Angeklagte.

In ihren Plädoyers hatten Oberstaatsanwalt Martin Dorn und Verteidiger Dirk Schoenian die Beweisführung detailliert bewertet. Vor allem die DNA-Spuren an Tatwerkzeugen und am T-Shirt des Opfers sah Dorn als Beweise gegen den Angeklagten. Dessen Erklärung, im Auto hätten ihn Skrupel befallen und er sei von der Tat zurückgetreten, sei nicht glaubhaft. Der Oberstaatsanwalt beantragte sechs Jahre und einen Monat Freiheitsstrafe.

Dagegen warnte Rechtsanwalt Schoenian davor, den Angeklagten nur aus einem Bedürfnis heraus nach einem Schuldigen zu verurteilen. Die Spuren an den Tatwerkzeugen hätten durchaus, wie vom Angeklagten behauptet, vor der Tat im Auto entstanden sein können. Schließlich hätten die Räuber nach Aussagen des Opfers bei der Tat Handschuhe getragen. Die Version seines Mandanten sei nicht widerlegt. Schoenian beantragte daher Freispruch.

Rechtsanwalt Manfred Christian als Vertreter der Nebenklage erklärte, er halte angesichts der Kaltblütigkeit und Brutalität der Tat eine Freiheitsstrafe von acht Jahren für angemessen.

Der Hinweis auf die Handschuhe sei richtig, sagte der Vorsitzende in der Urteilsbegründung. Die Spuren auf Klebeband und Kabelbinder, die zum Knebeln und Fesseln des Opfers verwendet worden waren, seien möglicherweise wirklich schon vor der Tat entstanden. Doch die Spuren am T-Shirt des Opfers rührten nach Ansicht der Kammer daher, dass der Angeklagte auf der 86-Jährigen gekniet und sie am Hals gewürgt habe. Dabei hätten die Handgelenke am Kragen des Shirts aufgelegen und Spuren hinterlassen.

Dass das Opfer als Zeugin vor Gericht den Angeklagten erkannt hatte, sei ein zusätzliches Indiz. Zwar hätte sie zuvor andere Beschreibungen abgegeben, doch ihr Wiedererkennen vor Gericht habe authentisch gewirkt: „Sie schaute ihn mehrere Sekunden an und schauderte.“ Das Gericht wertete die schweren Folgen für das Opfer strafschärfend. Die Frau wage sich ohne Begleitung nicht mehr aus dem Haus.

Rechtsanwalt Schoenian kündigte gestern an, das Urteil anzufechten.

bar

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