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500 Menschen demonstrierten gegen Terrormiliz IS und Gewalt gegen Jesiden

Peine 500 Menschen demonstrierten gegen Terrormiliz IS und Gewalt gegen Jesiden

Peine. Groß-Demo in der Peiner Innenstadt: Knapp 500 Menschen sind am Freitag gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Gewalt gegen Jesiden im Nordirak auf die Straße gegangen. Zu der Protestaktion hatte der kurdische Kulturverein aufgerufen. Nach Polizeiangaben verlief die Demonstration friedlich.

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Protestaktion in der Peiner Innenstadt: Viele der teilnehmenden Kunden kamen aus Peine

Quelle: mic

Die Stimmung war jedoch spürbar aufgeheizt. Aktuell sollen 1,5 Millionen Menschen im Nordirak auf der Flucht vor der Terrororganisation IS sein, darunter vor allem Angehörige religiöser Minderheiten wie Jesiden, aber auch orientalische Christen.

Der Protestzug startete am späten Nachmittag auf dem Historischen Marktplatz und führte, begleitet von etwa 40 Polizisten aus Peine und Hannover, durch die Fußgängerzone, am Bahnhof vorbei bis zum Rathaus. Die Demo-Teilnehmer, darunter viele aus Peine, skandierten dabei lautstark: „Stoppt den Terror. Stoppt die Isis.“ Am Rathaus hielten Vertreter des kurdischen Kulturvereins und Bürgermeister Michael Kessler Reden. „Sie alle haben heute in Peine friedlich demonstriert, um auf die Verbrechen aufmerksam zu machen, die derzeit an ihrem Volk, den Jesiden, begangen werden. Unvorstellbare Bilder und Berichte erreichen uns von dem unmenschlichen Vorgehen des IS im Irak. Diese Truppen zerstören nicht nur die jesidischen Heiligtümer, sie morden und massakrieren, sie vergewaltigen die Frauen und töten Kinder. Der IS ordnet der Idee, ein Kalifat in seinem Sinne errichten zu wollen, alles andere unter“, sagte Kessler.

Es gehe um die konfessionelle Vielfalt des Landes - diese Vielfalt sei dort früher beispielhaft gewesen, erklärte der Bürgermeister. „Ich kann gut verstehen, dass Sie auf diese Verbrechen aufmerksam machen wollen, immerhin befinden sich noch Tausende Jesiden auf der Flucht. Wir dürfen - und ich denke, dass dies für alle Deutschen gilt - zu den Verbrechen an den Jesiden und anderen Glaubensgemeinschaften nicht schweigen. In dieser schwierigen Situation sind wir an ihrer Seite“, sagte Kessler - und erntete dafür reichlich Applaus.

Laut Demo-Mitorganisator Mazlum Aydeniz leben in Peine derzeit rund 140 kurdische Familien, von denen sich die große Mehrheit an der Protestaktion beteiligt habe.

mic

„Situation für Flüchtlinge im Irak ist katastrophal“

Peine. Noch während der Protestaktion am Freitagnachmittag in Peine gab es ständig neue Nachrichten aus dem Nordirak und über die dramatische Situation für die rund 1,5 Millionen Flüchtlinge.

Nach Angaben eines Mediziners ist die Lage für die Flüchtlinge, die der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) entkommen sind, „katastrophal“. Der hannoversche Arzt Hüseyin Bektas, Mitglied im Verband kurdischer Ärzte, sagte dem Evangelischen Pressedienst, die Menschen lagerten unter freiem Himmel auf der nackten Erde ohne Wasser und Nahrung.

Unterdessen hatte die Bundesregierung erste Flüge mit humanitären Hilfsgütern in den Nordirak geschickt. Fünf mit Lebensmitteln und Sanitätsgütern beladene Transportflugzeuge sind gestern ins Kurdengebiet im Irak geflogen worden.

Jesidische und kurdische Gruppen haben für diesen Samstag zu einer Groß-Demo gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) aufgerufen. Die Organisatoren erwarten in Hannover 10000 bis 15000 Teilnehmer aus ganz Deutschland. Der Protest richtet sich gegen die Angriffe auf Minderheiten im Nordirak.

mic/dpa/epd

KOMMENTAR

Weit weg und doch ganz nah

Die Situation im Nordirak ist unfassbar. 1,5 Millionen (!) Menschen befinden sich auf der Flucht vor der gefürchteten Terrororganisation IS. Das Eingreifen der internationalen Staatengemeinschaft und auch Deutschlands ist dringend vonnöten, gerade in einem Land, das politisch und ökonomisch ohnehin völlig instabil ist. Die gestrige Protestaktion des kurdischen Kulturvereins Peine hat den Menschen vor Ort die Probleme und das Leid der Jesiden deutlich vor Augen geführt und gezeigt, dass das, was von uns gefühlt ganz weit weg scheint, für viele Menschen doch ganz nah ist.

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