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21-jährige Studentin aus Peine sagte im NSU-Prozess aus

Peine 21-jährige Studentin aus Peine sagte im NSU-Prozess aus

Peine . Im NSU-Prozess hat am 129. Verhandlungstag jetzt eine Studentin aus Peine ausgesagt. Zusammen mit ihrer Familie hatte sie Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt beim Urlaub 2007 auf der Ostseeinsel Fehmarn kennengelernt. Genau wie ihre Eltern, die bereits im Prozess ausgesagt haben (PAZ berichtete), hat die junge Frau das Trio als „nett, lustig und zuvorkommend“ kennengelernt. Mit Zschäpe verband sie eine enge Freundschaft.

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Campingplatz Wulfener Hals auf Fehmarn: Hier verbrachte die junge Frau aus Peine fünf Urlaube mit Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe.

Quelle: Archiv, BKA

Alles habe damit begonnen, dass Zschäpe, Bönhardt und Mundlos - die sich als Lise, Gerry und Max vorstellten - eines Tages zum Wohnwagen der Familie aus Peine kamen, und fragten, ob man eine Runde Doppelkopf zusammen spielen wolle. Schnell freundete man sich an und verbrachte von da an fast jede Minute miteinander. Auf dem Wasser mit dem Boot, beim Surfen, beim Musikhören oder Grillen.

Die Peiner Familie habe ihre Urlaube fortan mit dem Trio abgestimmt, die Freundschaft wuchs. Uwe Mundlos ist der jungen Frau als Spaßvogel, Böhnhardt als eher ruhiger Typ in Erinnerung geblieben. Zu Zschäpe habe sie ein enges Verhältnis gehabt, mit ihr Eltern- und Schulprobleme geteilt und über Persönliches geredet. Bei ihrer Aussage brach die 21-Jährige immer wieder in Tränen aus und sprach sogar von „Ersatz-Eltern“.

Zu ihrem 17. Geburtstag seien die drei zu Besuch nach Peine gekommen, Zschäpe habe mit ihrer Schwester in einem Bett geschlafen. Einmal, als die drei spontan zu Besuch nach Peine kommen wollten, aber niemand zu Hause war, fand die Studentin als sie wiederkam ein kleines Geschenk vor der Haustür.

Für sie sei eine Welt zusammengebrochen, als sie in den Nachrichten erfuhr, wer Lise, Gerry und Max wirklich waren. Weil es ihr so schlecht ging, habe sie damals, mit 18 Jahren, eine Therapie beginnen müssen. Sie habe nicht mehr zur Schule gehen können und litt an Konzentrationsproblemen. Die drei hatten ein Handy, das sich meistens bei Zschäpe befand. „Ich habe die Nummer immer noch“, sagte die Peinerin im Münchner Oberlandesgericht aus.

Auffällig gewesen sei lediglich, dass Zschäpe offenbar „Herrin des Geldes“ war und alles für die drei in bar bezahlte. In ihrer Geldbörse hätten oft 500-Euro-Scheine gesteckt. Die Bundesanwaltschaft wirft dem NSU-Trio neben 14 Banküberfällen zehn Morde und zwei Bombenanschläge vor.

rd

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