Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
136 000 Euro versüßen Trennung

Arbeitsgericht Braunschweig 136 000 Euro versüßen Trennung

Peiner Arztpraxis: Ehepaar streitet vor Arbeitsgericht und geht ab jetzt beruflich und persönlich getrennte Wege

Braunschweig. Die Fronten schienen unverrückbar. Dennoch steht am Ende der Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht Braunschweig ein Vergleich. Eine Peiner Gemeinschaftspraxis wird das Beschäftigungsverhältnis mit einer Angestellten regulär kündigen. Im Gegenzug erhält die Klägerin und Noch-Ehefrau eines an der Praxis beteiligten Arztes an Abfindung und ausstehenden Zahlungen knapp 136 000 Euro.

Damit ist ein Streit beigelegt, der weit über das Arbeitsrecht hinausgeht. Die Trennung der Eheleute verläuft alles andere als harmonisch. So hatte der Arzt behauptet, seine Ehefrau habe Geld in der Praxis gestohlen und versucht, ihn zu vergiften. Die Vorwürfe gelten nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft als entkräftet. Die Klägerin und der Mediziner sind dennoch mit einem Annäherungsverbot belegt.

Ungewöhnlich ist auch, dass eine Doppelhaushälfte in Hannover eine Rolle vor dem Arbeitsgericht spielte. Der Arzt, der sich in Privatinsolvenz befindet, hat ein Wohnrecht für die Immobilie, die seiner Frau gehört. Dafür hatte er zugestimmt, sich mit 3000 Euro monatlich an der Erhaltung dieses und anderer Häuser zu beteiligen und den Arbeitsplatz der Klägerin zu sichern.

Dass unter diesen Voraussetzungen nicht nur sachliche Argumente eine Rolle spielen könnten, brachte gestern ein neuer Mitspieler in dem seit längerem andauernden Rechtsstreit auf den Punkt. „Ich merke schon, dass hier Emotion ins Spiel kommt“, meinte der Rechtsanwalt, der vom Insolvenzverwalter des Facharztes erst am Vorabend mit dessen Vertretung beauftragt worden war. Dennoch ließ er keinen Zweifel daran, dass er aufgrund seiner Vollmacht der beklagten Partei das Heft in der Hand hielt.

Das bewies er, indem er seine vom Arzt beauftragten Kollegin ruhig, aber bestimmt, mehrfach in die Schranken wies. Auch die Berliner Anwältin, die den Fall bislang ausgefochten hatte, stimmte dem vom Gericht vorgeschlagenen Kompromiss schließlich widerwillig zu.

„Die Fall schreit geradezu nach einer Lösung“, hatte Richter Lutz Bertram zu Beginn gesagt. Er behielt zumindest vorläufig Recht. Allerdings können die Parteien den Kompromiss noch innerhalb von drei Wochen widerrufen.

jkr

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

157d6b0e-8102-11e7-8a9d-ecf16cf845db
„Begehbare Kunst!“: Impressionen von der Vernissage

In seinem Atelier 53 in Groß Ilsede interpretiert Fritz Lutz mit Teppichstücken Werke namhafter Künstler.

Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung