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128 Orte, die einfach verschwunden sind

Kreis Peine 128 Orte, die einfach verschwunden sind

Alles ein großer Scherbenhaufen: 35000 Bruchstücke hat Dietrich Oelke gesammelt. Überreste von 128 Ortschaften, die einst im Peiner Land lagen und in den vergangenen Jahrhunderten weitgehend verschwunden sind – nicht immer ganz spurlos.

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Blick auf den alten Kirchturm des ehemaligen Ortes Groß Schmedenstedt. Um das alte Gotteshaus befindet sich heute der Friedhof.

Quelle: im

Kreis Peine . Und etwa 40 Jahre nachdem sein Bruder Dietrich seine Examensarbeit über die sogenannten Wüstungen im alten Landkreis Peine geschrieben hat, setzte Professor Dr. Hans Oelke den verschwundenen Dörfern – und seinem 2009 verstorbenem Bruder – ein Denkmal in der Reihe „Beiträge zur Naturkunde Niedersachsens“.

Doch nicht alle Ortschaften sind komplett verschwunden. So steht zum Beispiel von Groß Schmedenstedt der Turm der alten Dorfkirche. Heute befindet er sich auf dem Friedhof des Peiner Ortsteils Schmedenstedt. Auch der Vorläufer der Hollandsmühle am Neustadtmühlendamm gehört einst zu einem Dorf. Alrum heißt die Wüstung zwischen Peine und Dungelbeck. Auf einen alten Ort weist auch der Name Lauenthaler Mühle zwischen Gadenstedt und Adenstedt hin. Das Dorf fand Oelke in alten Urkunden erwähnt, die aus dem 14. Jahrhundert stammen.

Manche Orte waren auch nur zeitweise unbewohnt, wie Dietrich Oelke in seiner Arbeit schreibt. Dazu gehört zum Beispiel Wendesse. Im 16. Jahrhundert ist es auf Karten als „wostes dorp“ – wüstes Dorf – verzeichnet. Oelke suchte rund um den Ort nach Scherben, wurde aber nicht fündig. Dafür fand er Hinweise auf das Dorf Ankensen. Nach den Scherbenfunden geht Oelke davon aus, dass das Dorf Ende des 15. Jahrhunderts wüst fiel. Denn neuzeitliche Scherben fand er nur wenige und die könnten auch mit Mist auf den ehemaligen Siedlungsplatz gelangt sein.

Viele der ehemaligen Siedlungen sind unbekannt. Bei anderen erinnern heute noch Flurnamen an die Orte. Zum Beispiel die Nienstedt, schreibt Oelke und bezieht sich damit auf die Wüstung Nienstedt, die er nordwestlich von Clauen entdeckte. Urkundliche Spuren gibt es aus den Jahren 1240 und 1339.

Das Buch gibt es für 20 Euro bei Hans Oelke, Telefon: 05171/ 12233, oder Jürgen Streichert, Telefon: 05172/ 4530, zu bestellen.

Thorsten Pifan

Hintergrund

Dietrich Oelke

Dietrich Oelke schrieb seine Examensarbeit in den Jahren 1964 bis 1967. Er verbat sich seinerzeit die Veröffentlichung, weil er für seine Mühe nicht die Note bekam, die er sich erhofft hatte, nachdem sein Tutor kurz vor Abgabeschluss gestorben war. Dietrich Oelke ist der Bruder von Professor Dr. Hans Oelke aus Peine. Der ehemalige Lehrer des Gymnasiums Groß Ilsede hat seinem Bruder in der Reihe „Beiträge zur Naturkunde Niedersachsens“ nun ein Denkmal gesetzt. Im Vorwort schreibt Hans Oelke, dass sein Bruder für die Recherchen etwa 8500 Kilometer mit seinem „klapprigen Motorrad“ durch das Peiner Land brauste. Er machte hunderte von Feldbegehungen – ohne Gummistiefel. Vor allem die Mutter habe sich oft Sorgen gemacht, wenn Dietrich erst lange nach Einbruch der Dunkelheit – völlig durchnässt – wieder nach Hause kam.

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