Eine Drainage hat sich in ein Abwasserrohr gebohrt und löst dort eine Verstopfung aus. Außerdem kann dort viel Wasser entweichen.
Kreis Peine. Sie wittern das große Geschäft und gehen von Haus zu Haus, um den Besitzern Dichtheitsprüfungen der Wasserrohre zu verkaufen. Oliver Tatge, Technischer Leiter der Peiner Stadtentwässerung, warnt vor dubiosen Firmen, die diese Prüfungen überteuert an der Haustür anbieten.
Tatge sagt: „Die Dichtheitsprüfung ist Pflicht, doch die Hauseigentümer haben noch Zeit bis 2015 und sollten dies von Experten machen lassen.“ Die Berater von Stadtentwässerung und vom Wasserverband Peine empfehlen dabei seriöse Unternehmen – bislang sind das sieben Anbieter. Der Wasserverband ist für 70.000 und die Stadtentwässerung für 11.500 Grundstücke verantwortlich.
Fremdwasser erzeugt Kosten
Das Problem ist laut Tatge, dass in Peine mehr als 50 Prozent des Abwassers aus Fremdwasser besteht. Dieses Wasser gelangt entweder durch falsch montierte Hausanschlüsse, durch Beschädigungen der Wasserrohre oder hohes Grundwasser in den Kanal. „Durch die erhöhte Menge muss auch mehr Wasser in unserer Kläranlage gesäubert werden“, erklärt der Experte, „das kostet natürlich viel Energie und Geld“. Dafür müssten alle Verbraucher mit ihren Gebühren aufkommen.
Deswegen sei es wichtig, die Dichtheitsprüfung, „die bei einem Ein- beziehungsweise Zweifamilienhaus zwischen 300 und 500 Euro kostet und vom Besitzer bezahlt werden muss“, machen zu lassen. Doch dabei gibt es laut Tatge keine Eile, denn die Untersuchung hat noch Zeit bis zum Jahr 2015. Bei dieser Prüfung stellen die Experten entweder per Videokamera-Befahrung der Rohre oder eines Drucktests fest, wo sich mögliche Schäden befinden (siehe Hintergrund).
Die Schäden können dann entweder durch ein Austauschen der Rohre oder durch das Einpressen von aushärtendem Harz behoben werden – auch hier müssen die Hausbesitzer für die Kosten aufkommen.
Weitere Infos zur Dichtheitsprüfung und Empfehlungen für zertifizierte Unternehmen gibt es bei folgenden Experten: Stadtentwässerung Peine, Ingo Neugebauer, E-Mail: ingo.neugebauer@stadtentwaesserung-peine.de, Telefon 05171/ 46267.
Wasserverband Peine: Sven Harnagel, E-Mail: harnagel@wasserverband.de, Telefon 05171/ 956102.
Stichwort
Dichtheitsprüfung
Die Dichtheit der Grundstücks-Entwässerungsanlagen mit häuslichem Abwasser kann durch eine optische Inspektion mit einer Videokamera oder durch eine Druckprüfung mit Wasser nachgewiesen werden. Wir stellen beide Möglichkeiten vor:
Optische Inspektion: Vor der Videokamera-Befahrung ist eine Reinigung der Grundleitungen und des Anschlusskanals bis zur Grundstücksgrenze erforderlich. Die Reinigung erfolgt durch den Einsatz von Hochdruck-Spüldüsen. Wenn bei der Inspektion keine Schäden und eindringendes Wasser festgestellt werden, gilt die Anlage als optisch funktionstüchtig.
Wasserdruck-Prüfung: Bei der Wasser-Druckprüfung wird die Entwässerungsanlage vom Kanalnetz mit einer aufblasbaren Absperrblase abgetrennt und mit Wasser gefüllt. Die Entwässerungsanlage gilt als dicht, wenn der Wasserverlust den zulässigen Prüfwert nicht überschreitet.
Die Dichtheitsprüfung darf nur durch Sachkundige erfolgen – Empfehlungen geben die Stadtentwässerung und der Wasserverband Peine.
tk