Auch ein Austräger von der Post droht, auf den vereisten Peiner Straßen auszurutschen.
Peine-Telgte. Eigentlich liebt Dieter Kießling seinen Job. Seit 17 Jahren macht sich der 61-Jährige genauso wie seine 53-jährige Frau Regine täglich auf den Weg und verteilt als Zeitungs-Zusteller in Telgte die Peiner Allgemeine Zeitung.
Bereits um 3.30 Uhr in der Frühe legen die Kießlings los, um den PAZ-Abonnenten möglichst pünktlich die druckfrische Zeitung in den Briefkasten zu stecken. Im Moment erschwert jedoch das extreme Wetter ihre Arbeit. „Auf den vereisten Straßen und Wegen ist es schwierig, mit dem Fahrrad voranzukommen, und deswegen müssen wir zu Fuß gehen“, sagt der Zusteller. Das führt dazu, dass die Telgter für ihre Touren jeweils 2,5 statt 1,5 Stunden benötigen.
Mit Kopf auf Bordstein geknallt
Kießling betont: „Wir hoffen, dass die Leser Verständnis dafür haben, wenn die Zeitung etwas später ankommt. Wir geben alle unser Bestes.“ Ein großes Problem sind auf der Tour die vielen verschneiten, nicht geräumten Wege, die den Zustellern zurzeit das Leben schwer machen. „Ich finde es schade, dass einige Telgter weder den Fußweg noch den Pfad zum Haus vom Schnee befreien und kein Salz streuen. Das macht für uns die Zustellung schwierig und gefährlich“, sagt der 61-Jährige, der bereits mehrfach auf den eisglatten Flächen gestürzt ist. Er hofft, dass mehr Leute die Wege frei halten.
Das hofft auch Astrid Blank vom Peiner Zeitungsvertrieb, der für die Verteilung der PAZ im gesamten Peiner Land verantwortlich ist. Blank erklärt: „Es gab bereits mehrere böse Stürze, wobei sich einige unserer Mitarbeiter schwer verletzt haben. Unter anderem ist in Ilsede ein Zusteller ausgerutscht und mit dem Kopf auf die Bordsteinkante geknallt. Er hat sich einen Schädelbasisbruch zugezogen. Ich appelliere daher noch einmal an alle, die Wege vom Eis zu befreien.“
Thomas Kröger
Winterdienst in Peine
Dort, wo die Straßenflächen von der Stadt Peine gereinigt werden, sind die anliegenden Haus-Eigentümer verantwortlich für den Winterdienst für die Gehwege, die nebeneinander liegenden Geh- und Radwege sowie die Beseitigung von Schnee und Eis in den Gossen. Letzteres gilt aber nur dann, wenn die Verkehrsverhältnisse eine Beseitigung vom Geh- oder Radweg aus erlauben. Laut einer Klausel im Mietvertrag kann diese Verantwortung vom Vermieter auch auf die jeweiligen Mieter übertragen werden.
Für Straßen innerhalb der geschlossenen Ortslage, in denen es keine Straßenreinigung gibt, ist den Eigentümern der anliegenden Grundstücke zusätzlich auch die Reinigungspflicht für die Fahrbahnen einschließlich Gossen und Parkspuren, Grün-, Trenn-, Seiten- und Sicherheitsstreifen bis zur Straßenmitte, übertragen worden. Die separaten Radwege werden in allen Fällen von der Stadt Peine gereinigt.
tk
Rückfragen bezüglich der Straßenreinigung in der Stadt Peine beantwortet Rainer Badur unter Telefon 05171/49485.
Kommentare
Räum- und Streupflicht sapmi – 13.02.10
Ich sehe die Sache völlig anders:Wir haben richtig Winter, mit Schnee und Eis!
Jedem Autofahrer obliegt die Pflicht, sein Fahrzeug auf Winterbetrieb umzurüsten, dazu gehört auch die gebotene Bereifung nebst gebotener Fahrweise. Beachtet ein Autofahrer dies nicht, hat er im Falle eines von ihm verursachten Unfalles, gerade auf Schnee oder Eis, "schlechte Karten". Kein Mensch käme auf die Idee, zu versuchen, die für den Unterhalt der betreffenden Strasse zuständigen Einrichtung (Kommune, Land, Bund) schadenersatzpflichtig zu machen oder gegen sie ein Ordnungswidrigkeitenverfahren durchzuführen. Dass private Anlieger hier in die Pflicht genommen werden ist nicht nachvollziehbar und verstößt gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung! Wie absurd dies alles ist wird daran deutlich, dass ein Fußgänger, der beim Überqueren einer z.B. von der Stadt zu "pflegenden" jedoch nicht geräumten/gestreuten Strasse (von privat geräumtem Gehweg zu privat geräumtem Geweg)zu Fall kommt und sich einen Schaden zuzieht, keinen Anspruch gegen die Stadt durchsetzen kann: "Es ist eben Winter, wir haben Schnee und Eis und leider nicht genügend Streusalz", wäre wohl die Antwort der Stadt.
So, und was dem Autofahrer abverlangt wird, nämlich Eigenvorsorge zu treffen, kann dem Fußgänger und Radfahrer auch abverlangt werden: Geeignetes Schuhwerk, ggf. Schuhspikes (sind für ca.20 € zu haben) und ebenso geeignete Fahrradreifen. Zudem: Was der Stadt, dem Land und dem Bund recht ist, sollte dem privaten Anlieger billig sein.
Und dann noch ein Hinweis an die Adresse der Stadt Peine: Ihre Räumdienste verhalten sich so rüde, dass ich nicht mehr bereit bin, der Räumpflicht nachzukommen. Mehrmals schaufelte ich entlang meines Grundstückes einen Gehstreifen frei, und schwups deckte der Räumdienst diesen wieder zu. Den Lohnunternehmer darauf angesprochen kam zurück: "Ich habe für die Feuerwehr und für den Rettungsdienst eine Gasse frei zu räumen, alles andere interessiert mich nicht"! So, liebe Stadt Peine, geht man mit dem Bürger nicht um! Deshalb meine Forderung: Schafft die dämliche Räum- und Streupflicht der Anlieger ab und appelliert besser an die Einwohnerschaft, nicht nur als Kraftfahrer, sondern auch als Fußgänger und Radfahrer sich der Witterungsunbilden anzupassen.
Streusalz ???? Inge.... – 12.02.10
Ach neee...die haben Streusalz???Jedesmal wenn ich dort hin komme gibt es nix mehr !?
Und dann erhöht dieser Verbrecher andauernd die Preise.Und das weiß ich leider aus Erfahrung.
Streusalz Steffi – 11.02.10
Wieso gibt es nirgends Streusalz ? Geh mal zu Herb in die Woltorfer Straße - die haben so viel davon, daß sie es sogar verkaufen ;o)Streusalz Strüwe – 11.02.10
Nach meiner Kenntnis ist es für Privatleute verboten, Salz zu streuen. Was denn nun???Schnee räumen und Streusalz Ein Telgter – 11.02.10
Schnee räumen verstehe ich ja,aber mit dem streuen??? Wie sollen wir streuen,wenn es nirgends Streusalz zu kaufen gibt.