Wasserprobe: Gesundheitsaufseher Jens Wagener überprüft die Wasserqualität am Ratsgymnasium. In diesem Fall misst er Temperatur und den Ph-Wert.
Wasserversorgung: Schulleiter Dr. Jan Eckhoff überreicht Schüler Jannis Kuppe, Klasse 11 eine Flasche Mineralwasser.
Peine. „Wir sind vom Landkreis mit stillem Mineralwasser versorgt worden“, sagte Schulleiter Dr. Jan Eckhoff. Die Eltern wurden per Brief benachrichtigt. Am Wochenende war eine Spezialfirma im Einsatz, die die Rohre mit Chlor desinfizierte.
Gestern nahm Gesundheitsaufseher Jens Wagener erneut Wasserproben, um festzustellen, ob das Wasser weiter belastet ist. Die Proben werden an das Landesgesundheitsamt geschickt. Das Ergebnis liegt wahrscheinlich am Donnerstag vor.
Bis dahin wird die Schule mit Mineralwasser versorgt. Die Rohre vor der Schule waren nicht belastet. Heute werden die Leitungen an der benachbarten Burgschule untersucht. Vorsichtshalber wird dort aber bereits jetzt vor dem Trinken aus dem Wasserhahn gewarnt, sagt Stadt-Sprecherin Susanne Scheler.
In der Vergangenheit hat die Stadt nur im Verdachtsfall das Gesundheitsamt beauftragt. Erst im November 2011 gab es eine Änderung der Trinkwasserverordnung, seitdem stehe die Stadt mit dem Gesundheitsamt in Kontakt, um eine Untersuchung in den öffentlichen Gebäuden zu organisieren.
Während am Ratsgymnasium von einer Belastung mit „allgemeinen Umweltkeimen“, also Pilzen und Bakterien gesprochen wird, sind in der Sport- und Schwimmhalle in Lengede sogenannte Legionellen aufgetaucht. Die können Atemwegserkrankungen wie die Legionärskrankheit hervorrufen. Kreis-Sprecherin Katja Schröder betonte aber, dass eine gesundheitliche Gefahr in Lengede nicht bestand. Zurzeit wird dort das Leitungsnetz desinfiziert und dann erneut beprobt.
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Keime im Trinkwasser
Die wenigsten Keime, die im Trinkwasser des Peiner Ratsgymnasiums entdeckt wurden, können Krankheiten auslösen, sagte Kreis-Sprecherin Katja Schröder. Es handelt sich um allgemeine Umweltkeime wie Pilze oder Bakterien. Besorgniserregend war allerdings die Höhe der Belastung.
Während 100 Keime pro Milliliter unbedenklich sind, wurden am Ratsgymnasium 10 000 Keime pro Milliliter gefunden. Damit habe das Wasser keine Trinkwasserqualität mehr, sagte Schröder.
In dieser Konzentration können auch eigentlich unbedenkliche Keime bei Menschen mit Immunschwäche gesundheitliche Probleme hervorrufen.
Krankheitserreger wie zum Beispiel Legionellen in Lengede sind am Ratsgymnasium hingegen bisher nicht nachgewiesen worden. Das Gesundheitsamt wird nun die neuen Schulen des Landkreises, die von der Stadt übernommen wurden genauer untersuchen.
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