Erlebt turbulente Zeiten: Das Vöhrumer Pelikan-Werk. Kleines Bild: Walter Dettmer. Rechts zu sehen: Das Flugblatt.
Vöhrum. „Wir wollten längst fertige Verträge haben“, klagt der Betriebsratsvorsitzende Walter Dettmer. Pläne, wie die Standorte in Vöhrum und Hannover, zukunftssicher werden sollen, gebe es seit Wochen. Was fehle, sei die Unterschrift der Unternehmensleitung.
Deshalb verteilten der Gesamtbetriebsrat und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) gestern ein Flugblatt. Darin finden sich deutliche Anschuldigungen: „Die Unternehmensleitung hat es in den letzten Jahren verpasst, sich mit der richtigen Strategie für die Zukunft gut aufzustellen. Es wurden viel zu viele falsche Entscheidungen gefällt und es wurde viel zu wenig Geld in Marketing, Produktentwicklung und Mitarbeiter investiert“, schreibt Wolfgang Blossey, Bezirksleiter der IG BCE Hannover.
„Wir sehen grundsätzliche strukturelle Probleme, basierend auf ungeregelten Zuständigkeiten vor Ort und einer unklaren Einbindung in den Konzernverbund“, heißt es in einem Text von Dettmer und Rolf Zisensis, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrates. „Daraus folgt eine steigende Ineffizienz und Ineffektivität in unseren Werken.“
Gleichzeitig gab es in Hannover neue Gespräche von Geschäftsleitung, Gewerkschaft und Gesamtbetriebsrat. Nach PAZ-Informationen wurde dabei vermutlich ein Durchbruch erzielt: Ein Eckpunkte-Papier mit Sanierungsplänen steht vermutlich kurz vor der Unterzeichnung. Näheres wollen die Verhandlungsparteien heute bekanntgeben. Außerdem gibt es am Donnerstag, 9. Februar, eine Betriebsversammlung.
azi
Nach den Vorschlägen von Betriebsräten und Gewerkschaft soll es bei der Sanierung der Pelikan-Werke in Hannover und Peine vier Phasen geben: Zunächst soll die Liquidität sichergestellt werden, dann durch betriebliche Optimierung erreicht werden, dass Pelikan verlustfrei wird. In den Phasen drei und vier schließlich geht es um personelle und unternehmerische Strategien. Unbedingt vermieden werden sollen betriebsbedingte Kündigungen und eine Auslagerung von Unternehmensteilen. Hintergrund: Die Unternehmensleitung habe die Absicht geäußert, die Bereiche „Spritzguss“ und „Werkzeugbau“ nach Asien zu verlagern. „Die beiden Bereiche sind Teil des Kerngeschäftes. Fallen sie weg, sind die beiden Werke in Gefahr“, warnt Astrid Rasner, stellvertretende Bezirksleiterin der IG BCE Hannover.
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