Vor dem PUT-Gelände (v.l.): Frank Raabe-Lindemann und Gerhard Mengel.
Peine. „Wir sind nahezu in Rekordzeit zu vernünftigen Vereinbarungen gekommen“, erklärt Frank Raabe-Lindemann, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Salzgitter/Peine. Viereinhalb Stunden hätten die Verhandlungen zwischen den Vertretern von Betriebsrat, Gewerkschaft und Arbeitgeberseite gedauert. „Es gab keinen einzigen Streitpunkt. Aber wir mussten alles juristisch einwandfrei formulieren. Das frisst Zeit“, so Raabe-Lindemann.
Der Vertrag soll dem krisengeschüttelten Unternehmen helfen, wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Für dieses Ziel nehmen die Beschäftigten Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld hin. „7,5 Prozent des Jahresbruttoentgelds werden in diesem Jahr nicht ausgezahlt“, sagt Raabe-Lindemann. Im Gegenzug erhält die Belegschaft eine Reihe von Garantien: Betriebsbedingte Kündigungen sind nur mit Zustimmung des Betriebsrates möglich. „Beschäftigte in Rentennähe sollen auf Wunsch gehen können. Aber es soll niemand gehen müssen, der nicht will“, so Raabe-Lindemann.
Außerdem verpflichte sich die PUT noch in diesem Jahr zu Investitionen für „deutlich mehr als zwei Millionen Euro“. „Dadurch wird die PUT zukunftsfähig und hat die Chance, technologische Rückstände aufzuholen“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Gerhard Mengel.
Weiterhin gibt es eine Garantie für die Auslastung der Peiner Anlagen. Hintergrund: Der PUT-Mutterkonzern Sundram beteiligt sich an einem neuen Schraubenwerk in Sachsen. „Wir wollten die Gefahr bannen, dass dort Konkurrenz hergestellt wird“, sagt Raabe-Lindemann. Bis zum 10. Februar können die Beteiligten vom Vertrag zurückzutreten: „Aber wir denken nicht, dass das passiert“, so Raabe-Lindemann.
azi