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Peine

Mit dem Schild gegen den Schnee

Das Schild senkt sich langsam auf die Fahrbahn der Stederdorfer Straße. Jürgen Fuß sitzt am Steuer des Unimogs der Stadt Peine, der in diesen Tagen als Räumfahrzeug eingesetzt wird. Gestern sind die Nebenstraßen in der Fuhsestadt an der Reihe.

An dem Fähnchen orientiert sich Fahrer Jürgen Fuß über die Breite des Schildes.

© pif

Peine. Fuß gehört zur Bereitschaft und hat seinen Dienst an diesem Tag um 3.30 Uhr angetreten. Eigentlich ist er Maler und gehört zum Handwerker-Trupp der städtischen Betriebe. In der kalten Jahreszeit ist der 44-Jährige im Winterdienst eingesetzt.
„So viel Schnee, das habe ich noch nie erlebt“, sagt Fuß. Er arbeitet seit zehn Jahren bei der Stadt, ist seit acht Jahren im Winterdienst eingeteilt. Auf Tour ist er an diesem Morgen mit seinem Kollegen Frank Gerlitz.

Es ist kurz nach 8 Uhr. Fuß bringt das Schild in die sogenannte Schwimmstellung. „Wenn wir Druck ausüben geht das Schild kaputt, weil wir zu stark auf der Straße reiben“, sagt er. Doch auch Gullideckel können in Mitleidenschaft gezogen werden. Deshalb sind die Schilde mit Kufen ausgerüstet, damit können Unebenheiten der Fahrbahn ausgeglichen werden.

Der Hohenhamelner schiebt den Schnee langsam an den Fahrbahnrand. An der Zufahrt zum Kreishausparkplatz stellt er das Schild gerade. „Dadurch versperre ich die Zufahrt nicht komplett und schiebe den Schnee an die Seite“, kommentiert er. Das ständige Schalten ist anstrengend. „Vor allem im Winter kann ich mir das Fitness-Studio sparen“, sagt Fuß schmunzelnd. Immer wieder muss er manövrieren – vor und zurück. Denn auch die Parkbuchten müssen vom Schnee befreit werden.
Weiter geht es in die Echternstraße. Dort liegt nicht mehr viel Schnee auf der Fahrbahn. Höher ist da schon die nicht mehr ganz weiße Decke auf dem Pulverturmwall. Dort muss der 44-Jährige eine Zwangspause einlegen, denn ein Postbote hat sein Fahrrad mitten auf der engen Straße geparkt, obwohl auch am Rand ein Gehweg frei geräumt ist. Seelenruhig verteilt der Postler seine Sendungen. Fuß stützt sich auf dem Lenkrad auf. Auch er hat die Ruhe weg.

Sobald er eine Straße geräumt hat, trägt er die Uhrzeit in den Räumplan ein. „Das machen wir, um später belegen zu können, wann wir in welcher Straße unterwegs waren“, sagt er. Dann braust er weiter in den Rosenhagen und weiter auf die Straße Bleicherwiesen. Dort liegt noch viel Schnee. Fuß senkt erneut das Schild und bald sind auch diese Straßen frei. Dafür blinkt an der einen oder anderen Stelle Eis durch den lockeren Schnee. Richtig glatt ist die Straße aber noch nicht.
Für Sonnabend ist erneut starker Schneefall angekündigt. Doch um 14.15 Uhr hat Fuß für diesen Tag erst einmal Feierabend.

Thorsten Pifan

Stichwort

Winterdienst

Zwischen 50 und 60 Mitarbeiter der städtischen Betriebe sind in der Stadt für den Winterdienst im Einsatz. In vier Schichten sind sie zurzeit fast rund um die Uhr unterwegs. „Der Bereitschaftsführer kontrolliert jeden Morgen gegen 3 Uhr die Straßen. Wenn geräumt oder gestreut werden muss, schickt er die Mitarbeiter auf die Straße“, sagt Sachgebietsleiter Karsten Meyer. Elf Mitarbeiter gehören zu einer Schicht. Sieben Mitarbeiter sind mit den großen Räumfahrzeugen unterwegs, vier mit kleinen Schleppern, die Geh- und Radwege von Eis und Schnee befreien. Generell werden nur die Hauptstraßen geräumt und gestreut. Ausnahmen gibt es für Nebenstraßen, über die Buslinien führen. „Wir streuen Nebenstraßen nur, wenn sich unter dem Schnee eine Eisschicht gebildet hat und der Verkehr extrem gefährdet wird“, sagt Jörg Schwieger, Leiter der Städtischen Betriebe. Er verweist zudem darauf, dass die Mitarbeiter auf den Raumfahrzeugen sich zwar bemühen, die Gehwege und Ausfahrten vor den Grundstücken nicht mit Schnee zuzuschieben. Doch das sei angesichts der Schneemasse für diese Breiten nicht immer möglich.

pif


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