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Kreis Peine

Hände weg von kleinen Hasen

Die Telefone im Artenzentrum des Naturschutzbundes in Leiferde stehen in diesen Tagen nicht mehr still: Häufig finden Spaziergänger kleine Feldhasen und nehmen sie aus Sorge, dass sie bei diesen Temperaturen erfrieren, gleich mit.

In Menschenhand sind die Überlebenschancen für kleine Feldhasen geringer als in der Natur.

© NABU/Joachim Neumann

Kreis Peine. Doch Feldhasen bringen sehr früh im Jahr ihre Jungen zur Welt. Da kann es auch schon mal sein, dass es noch sehr kalt ist und Schnee auf den Feldern liegt. In der Regel setzt die Häsin zwei Junge. Diese sind vollständig entwickelt, wenn sie geboren werden, das heißt, Augen und Ohren sind offen und sie haben ein dichtes, wärmendes Fell.

„Oft wird uns am Telefon berichtet, dass die Junghasen allein seien und das Muttertier nirgends zu sehen wäre – aber das ist der Normalfall“, weiß Anne Kessel, Mitarbeiterin im Artenschutzzentrum. „Denn die Mutter kommt nur für wenige Minuten in der Nacht vorbei, um ihre Jungen zu säugen.“

Den Rest der Zeit sind die Jungen auf sich gestellt. Durch ihr ruhiges Verhalten und ihre Fellfarbe sind sie ausreichend getarnt.
In der Natur ist die Sterblichkeit bei Junghasen bereits verhältnismäßig hoch. Die Chancen, dass die Hasen in Menschenhand überleben, sind noch weitaus schlechter. „Wir haben nur industriell hergestellte Ersatzmilch zur Verfügung. Die ist mit der richtigen Hasenmilch jedoch nicht zu vergleichen“ erklärt Kessel. „Außerdem sind die Jungtiere hier wesentlich mehr Keimen ausgesetzt als draußen in der freien Wildbahn.“

Die dringende Bitte des Artenschutzzentrums Leiferde ist daher, Junghasen in der Natur zu belassen und sie auf gar keinen Fall anzufassen. Denn dann nehmen sie den menschlichen Geruch an und es könnte passieren, dass die Häsin sie nicht mehr säugt. Sollten Finder unsicher sein, ob ein Junghase Hilfe benötigt, können sie zunächst im Artenschutzzentrum unter der Nummer 05373/ 6677 anrufen. Dann kann die weitere Vorgehensweise abgestimmt werden.

Auch wenn die Kleinen noch so niedlich sind: Es handelt sich um Wildtiere, die auch in der freien Natur aufwachsen sollten und müssen.

Mirja Weber


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