Da hat es gekracht: Harald Ernst zeigt auf die erneuerte Grundstücksmauer. Am 15. Dezember 2010 fuhren an einem Tag sechs Autos gegen die Mauer. Beim letzten Unfall (kleines Foto) ging sie zu Bruch.
Vöhrum. „Ich wollte mich an die Öffentlichkeit wenden, bevor wieder etwas passiert und vielleicht sogar ein Mensch zu Schaden kommt“, sagt der 65-Jährige. Ernst wohnt mit seiner Frau Heidrun seit 1973 am Rottenweg in Vöhrum, direkt an der rechtwinkligen Kurve zur Alfred-Siems-Straße. „Jedes Jahr krachen gut und gerne fünf Autos gegen die Mauer, wenn es draußen friert und glatt ist, weil dort nicht gestreut wird.
Die Hälfte der Autofahrer macht sich gleich aus dem Staub und ich sehe nur noch Scherben und Bremsspuren. Ich lege schon immer Taschenlampe und Fotoapparat bereit.“
Bisheriger Höhepunkt war der 15. Dezember 2010 als sechs Autos an einem Tag gegen die Mauer fuhren. Beim Letzten ging die Mauer zu Bruch, der Schaden betrug etwa 8000 Euro und Ernst musste sich um die Versicherung und alles andere kümmern.
In dem Bereich gilt zwar Tempo 30, aber daran halte sich kaum jemand. Außerdem sei die Alfred-Siems-Straße leicht abschüssig und der Kurvenbereich sehe übersichtlich aus. „Viele unterschätzen das Risiko.“
Ernst würde es schon helfen, wenn die Streufahrzeuge bei Glätte von der Pelikanstraße nur einen kleinen Schlenker machen würden, um die Kurve zu streuen. „Sie könnten wenden und gleich wieder zurück fahren, dies wäre kein großer Umweg“, ist er überzeugt. Außerdem will er künftig jeden Unfall, auch die Bagatellschäden, bei der Polizei anzeigen.
jti
„Die Ortschaft Vöhrum hat bei der Durchführung des Winterdienstes die Priorität 2. Der Winterdienst wird dort von Landwirten (die die Stadt beauftragt hat) erledigt. Die Landwirte räumen allerdings nur“, erläutert die städtische Pressesprecherin Ulrike Laudien.
Lediglich bei Eisglätte oder Blitzeis würde gestreut, allerdings erst, wenn die Touren mit einer höheren Priorität abgearbeitet seien, „also tatsächlich nur im großen Ausnahmefall“.
Die bewährten Rangfolgen beim Winterdienst könnten nicht aufgrund vereinzelter Vorkommnisse individuell angepasst werden, es könne daher nur an die Autofahrer appelliert werden, sich den winterlichen Verhältnissen anzupassen.
jti